Bay. Schnellschach-Mannschaftsmeisterschaft 2023

Sonnenschein in Ismaning

Die Vorzeichen für die diesjährige Bayerische Schnellschach-Mannschaftsmeisterschaft in Ismaning waren zunächst denkbar schlecht. Nicht nur, dass sowohl Thomas als auch Uli verhindert waren, vor allem mussten wir erstmals von unserer Zweiten getrennt antreten, was die wechselseitige moralische Unterstützung vermissen ließ. Wären wir Römer, wir wären überhaupt nicht hingefahren.

Aber dann wendete sich nach und nach das Blatt zu unseren Gunsten, denn Uli vermochte wenigstens die Zweite am Spitzenbrett zu unterstützen und mit Adnan Balić fand sich ein starker Ersatz.

Mit Adnan, Vadim, Žarko und meiner Wenigkeit machten wir uns frohgemut auf, um den Titel nach Augsburg zurückzuholen. Ein Vorhaben, das wir souverän in die Tat umzusetzen wussten, womit die erste Meisterschaft der Saison unter Dach und Fach ist! 🙂

Bei herrlichstem Wetter machten wir uns gen München auf, um nach einer kurzweiligen Fahrt enttäuscht festzustellen, dass das Teilnehmerfeld gerade einmal zehn Teams umfasste. So wurden zahlreiche Vertreter aus den Bundesligen und der Oberliga vermisst, die nicht nur wesentlich zur Steigerung der Attraktivität der Veranstaltung beigetragen gehabt hätten, durch die größere Konkurrenz wäre auch ein Ausrutscher besser zu verschmerzen gewesen.

Was heißt hier Ausrutscher? Wir wollten doch den Titel holen und nicht auf etwaige Schützenhilfe angewiesen sein. Entsprechend konzentriert gingen wir zu Werke und starteten mit zwei munteren Siegen.

In der dritten Runde bekamen wir es mit dem renommierten Oberligisten aus Gröbenzell zu tun. Wir spielten stark auf, stellten aber verwundert fest, dass wir überhaupt nicht so fest austeilen konnten, wie die Oberbayern einzustecken vermochten.

Zwar hatte Žarko eine Druckstellung, die mit einem Mehrbauern gewürzt war, ich stand in einem Doppelturmendspiel glasklar auf Gewinn, Adnan blickte gleichfalls einem Sieg entgegen und nur Vadim hatte sich mit einer Knetstellung begnügen müssen, aber keiner der Gröbenzeller reichte die Hand zur Aufgabe.

Warum auch? Denn sie schienen sich darauf zu verlassen, dass uns als Aufsteiger in die Oberliga eben jene Härte fehlt, womit sie leider richtig liegen sollten. Und so kam es, dass Adnan, Žarko, und der Schreiber dieser Zeilen zähneknirschend ins Remis einwilligen mussten, nachdem wir unsere Vorteile teils schmählichst weggeworfen hatten.

Damit verblieb nur noch Vadim, der in seiner bekannt aufgeregten Art mit stoischer Ruhe winzigste Vorteile anhäufte, immer einen Zug machte, wenn er dran war und am Ende nicht nur die Oberhand behielt, sondern uns zugleich den Mannschaftssieg sicherte. Es ist beruhigend, einen Vadim im Team zu haben! 🙂

Es folgten zwei deutliche Siege, die manchen von uns zu entspannt in die sechste Runde zu gehen scheinen ließen, denn wir hatten unvermittelt vier Mannschaftspunkte Vorsprung und die Meisterschaft war uns nur noch theoretisch zu nehmen.

Als wollten Adnan und ich beweisen, dass jede Theorie, so unwahrscheinlich sie auch sein mag, Realität werden kann, verdarben wir zwei Traumstellungen zu Niederlagen. Und da Vadim und Žarko alleine keine 2,5 Brettpunkte holen konnten, ja Vadim sich gar erlaubte, just hier sein einziges Remis des Turniers abzugeben, stand unsere Niederlage gegen den SC Bamberg fest.

Mit zwei Mannschafts- und einigen Brettpunkten Vorsprung ging es in die letzte Runde, wo uns ausgerechnet der Vierer des SK Kriegshaber erwartete. Ein Derby zum Schluss!

Dieses Mal hielt dieses jedoch nicht das, was zu erwarten war und so kam es, dass nach einem überzeugenden Kantersieg alle Theorie ins Reich der Phantasie verbannt wurde und wir Meister waren. Damit krönten wir unser gutes Spiel, welches vielleicht nicht immer zu einem vollen Zähler geführt hatte, aber nie Zweifel aufkommen ließ, dass wir für die neue Saison gewappnet sind. 🙂

Einzelergebnisse:

  1. Žarko 6,5/7
  2. Alex 5,5/7
  3. Vadim 6,5/7
  4. Adnan 4,0/7

Alle Ergebnisse und Tabellen gibt es hier zu sehen. Viel Spaß beim Schmökern. J


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