Bayerische U12-MM; 1. Vorrunde

Wirbelsturm in Vaterstetten

 

 

Weniger wegen des Gewinns der Schwäbischen Meisterschaft als vielmehr wegen des Wunsches nach Rehabilitierung nach dem Auftritt im vergangenen Jahr trat unser U12-Vierer wieder auf bay. Ebene an. Und als wenn dies vom entsprechenden Spieleiter erahnt worden wäre, durfte unser Nachwuchs in einer starken Gruppe sein Können unter Beweis stellen.

 

 

Das tat er dann auch in beeindruckender Art und Weise, denn als vermeintlicher Außenseiter wurde groß aufgespielt, wofür es zur Belohnung nicht nur die Qualifikation zur 2. Vorrunde, sondern auch den souveränen Gruppensieg gab. Wirklich stark. 🙂

 

 

An einem herrlich sonnigen Samstag machten sich Dominik, Felix, Junchi und Leonas gen Osten auf, um das zu tun, was ihre Lieblingsbeschäftigung ist, nämlich Schach zu spielen. Dass dabei mit so manchem Sieg geliebäugelt wurde, das ist nur allzu verständlich, führe man doch anderenfalls wohl kaum irgendwohin.

Die Hinfahrt sollte sich jedoch als problematisch entpuppen, schien das Schicksal uns nicht wohlgesonnen zu sein, gab es doch manchen Stau zu überstehen. Mit etwas Verspätung betraten wir den hellen Turniersaal, wo alle bereits auf uns warteten.

 

 

Nach einer kurzen Ansprache unter Klärung drängendster Fragen wurden die Uhren freigegeben, womit einem weiteren Kapitel unserer Erfolgsgeschichte nichts mehr im Wege stand.

 

 

1. Runde: Schachfreunde Augsburg – SC Vaterstetten-Grasbrunn

 

 

Die Auslosung bescherte uns zu Beginn das Team des SC Vaterstetten, das ausgeglichen besetzt war und sich Hoffnungen machte, die nächste Runde zu erreichen. Diese Hoffnungen waren auch keineswegs unbegründet, mussten sich aber schnell dem Spielwitz unserer Jungs beugen.

 

 

Den Reigen eröffnete ausgerechnet Junchi. Ausgerechnet deswegen, weil er als einziger den Pfad des Trainings verlassen hatte, sich deswegen in der Folge hatte durchwurschteln müssen und gar versucht war, ein Remisgebot anzunehmen. Doch dann packte er seine Klasse aus und gewann überzeugend – 1:0.

 

 

 

Anschließend war es Leonas vergönnt, die Führung auszubauen. Er hatte sich nur in der Eröffnung eine Ungenauigkeit erlaubt, wonach der Gegner eine gewisse Initiative hätte behalten dürfen. Doch nachdem der Gegner diese Chance ungenutzt hatte verstreichen lassen, bot ihm unser Torjäger keine weitere Gelegenheit, legte die Daumenschrauben an und verwandelte sicher – 2:0.

 

 

 

Zu jenem Zeitpunkt schickte sich Felix an, den Sieg sicherzustellen, indem er, erstmals mit Caro-Kann konfrontiert, im Mittelspiel erkannte, dass es eine allgemein gültige Regel zu brechen galt, um Vorteil zu erzielen. Der dadurch entstandenen Druckstellung wusste der Gegner immer weniger entgegenzusetzen, büßte Stellung, Material und schließlich den Punkt ein – 3:0.

 

 

 

Mit dem Mannschaftssieg im Rücken konnte sich Dominik entspannt seiner komplizierten Stellung widmen. Er hatte anfangs das Pech, dass er an einem verwaisten Brett Paltz nehmen musste. Entsprechend froh war er, als der Gegner noch innerhalb der Karenzzeit erschien und den Kampf aufnahm.

 

 

Es entwickelte sich eine spannende Partie, in der unser Spitzenspieler stets Herr der Lage war. Nur zum Schluss, da verlor er wtwas den Überblick und nahm in einem gewonnen Bauernendspiel das Remisgebot an – 3,5:0,5.

 

Ein Traumstart, der der Mannschaft die nötige Sicherheit gab und sie voller Vorfreude auf den nächsten Gegner blicken ließ. 🙂

 

2. Runde: Schachfreunde Augsburg – SC Gräfelfing

 

 

In der zweiten Runde galt es gegen das andere siegreiche Team des Vormittags anzutreten. Die Oberbayern wurden allgemein als Favoriten in dieser Vierergruppe ansehen, was auch in der Begegnung gegen uns der Fall war, zumal der aufgrund eines Staus zunächst fehlende amtierende Bayerische U10-Meister mittlerweile eingetroffen war.

 

 

Aus diesem Grund war uns so mancher mitleidige Blick bzw. Kommentar sicher, wovon sich unsere Recken aber nicht verunsichern ließen. Schließlich sagt doch der alte Mann, sprich meine Wenigkeit, dass selbst der Weltmeister zu Beginn einer Partie nicht über mehr Spielsteine verfüge.

 

 

Und als die Uhren angedrückt wurden, da kam man aus dem Staunen nicht raus. Abgesehen von Junchi, der eine eigene Spielweise zu etablieren versuchte, standen alle gut und ließen keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass sie auch aus dieser Begegnung als Sieger hervorgehen wollten.

 

 

Insbesondere Leonas machte nicht nur in der Eröffnung, sondern weit darüber hinaus alles richtig, erspielte sich geschickt zwei Mehrbauern, denen er noch einen Springer folgen ließ und fuhr damit hochverdient den vollen Zähler ein – 1:0.

 

 

Gerne hätte es der damals noch achtjährige Felix Leonas gleichgetan, aber nachdem er des Gegners „Preußen“ zerlegt hatte, kam er mit der Regelwidrigkeit, die erst nach der Partie festgestellt wurde, nicht zurecht und es entbrannte ein packender Kampf.

 

 

Der Gegner hatte nämlich in seiner Not zur langen Rochade gegriffen, obwohl der schwarze Monarch zuvor eine kurze Wanderung hingelegt hatte.

 

 

Was tut aber ein echter Schachfreund in kritischen Fällen, auch wenn er noch so jung ist? Richtig, er rammt die Ellenbogen in den Tisch, hält irgendwie seine Stellung zusammen und spielt mit der Zeit sein Verständnis aus. Dies gelang Felix dermaßen gut, dass er in der Folge die Initiative ein weiteres Mal an sich riss und im Endspiel gewann – 2:0.

 

 

Verblieben damit nur noch Dominik und Junchi, um mit einem Remis das Weiterkommen vorzeitig zu sichern.

 

 

Während Junchi für die Sünden seiner origenellen Eröffnungsbehandlung büßte und ein aussichtsloses Endspiel mit zwei Minusbauern und lahmem Springer gegen einen Riesenläufer verwaltete, stand Dominik trotz einer Minusqualität richtig gut.

 

 

Dessen schien er sich auch bewusst gewesen zu sein, denn in der Schlüsselstellung überlegte er lange, brütete und rechnete, nur um am Ende Selbstmord mit Anlauf zu begehen. Diese Einladung ließ sich der Gegner nicht entgehen und biss sofort zu – 2:1.

 

 

Damit war das Match gelaufen und das Unentschieden quasi in Stein gemeiselt. Keineswegs! Im Bestreben, Junchis Widerstand endlich zu brechen, übersah der Gegner ausgerechnet eine Drohung des über weite Strecken wirkungslosen Springers, und verlor den Läufer derart unglücklich, dass danach alles zusammenbrach – 3:1.

 

 

3. Runde: TV Altötting – Schachfreunde Augsburg

 

 

Zwei anstrenge Runde bei heißen Temperaturen gingen nicht spurlos an den Kindern vorüber, weshalb man sicht wundern musste, was teilweise geschah.

 

 

Allerdings schienen unsere vier Musketiere am besten mit der Situation zurechtzukommen, denn nach etwas mehr als zwanzig Minuten lag unsere Mannschaft mit 3:0 uneinholbar vorne.

 

 

Felix hatte mit Schwarz gegen einen „Engländer“ nach nur sieben Zügen auf f2 Matt setzen dürfen. Noch während ich darüber staunte, vermeldeten Dominik und Leonas gleichfalls Siege durch Matt.

 

 

Ein weiteres Mal war Junchi, der für den Endstand sorgen sollte. Dieser ließ jedoch nicht lange auf sich warten, denn nach insgesamt 24 Minuten Spielzeit begab sich Junchis Turm auf des Gegners Grundreihe, setzte gleichfalls Matt und sorgte damit für ein perfektes Ergebnis.

 

 

Um uns für die nachfolge Rückfahrt zu wappnen, besuchten wir noch eine Eisdiele , labten uns am köstlichen Eis und den vielen schönen Augenblicken und kamen am Abend müde, aber überaus zufrieden wieder in Augsburg an.

 

 

 

Fazit::

 

 

Insgesamt eine starke Vorstellung, wobei mir nur Junchis Eröffnungsbehandlung nicht gefiel. Sollte dieses Problem bis zu zweiten Vorrunde auch nur halbwegs gelöst werden, dann wäre das Erreichen des Halbfinales überaus wahrscheinlich.

 

 

Doch nun heißt es, sich zu erholen, sich die neue Gruppe anzusehen und dann an den Brettern zu schauen, was alles möglich ist.

 

 

Für alle, die gern einen nüchterneren Blick auf die Geschehenisse werfen möchten, denen empfehle ich wie gewohnt den Ligamanager. Viel Spaß. 🙂


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