Bayerische Jugendblitzeinzelmeisterschaften 2017

Wir können auch schnell

 

 

Zur diesjährigen Blitzmeisterschaft in Gmund am Tegernsee konnten wir mit Jakob, Paul und Zarko gleich drei Jugendliche entsenden, die von mir bei herrlichem Wetter schnell und sicher in die oberbayerische Touristenregion chauffiert wurden. Dort durften sie ihre Schnelldenkerkünste gegen die besten Blitzspieler Bayerns unter Beweis stellen, wobei sich letztlich herausstellen sollte, dass die versammelte Elite ziemlich unvorbereitet auf unsere Jungs gewesen war.

 

Denn alle drei vermochten oftmals nicht nur in einer beeindruckenden Geschwindigkeit die Züge aufs Brett zu bringen, getreu dem Motto “Die Hand ist schneller als das Auge!”, auch die Qualität ihrer Züge war dermaßen gut, dass jeder von ihnen blendend abschnitt. So errangen Jakob und Zarko jeweils die Meisterschaft, was an sich schon äußerst erfreulich ist, während Paul das eigentliche Meisterstück gelang, indem er sich weit ins Mittelfeld katapultierte und damit im Verhältnis die beste Leistung des Tages zeigte. Herzlichen Glückwunsch an alle! :)

 

 

U14 – “Ein Herzschlagfinale”:

 

Ein Blick auf die Startrangliste offenbarte, dass unser Jakob zu den Favoriten zu zählen war, wurde er doch nominell an zweiter Stelle gleich hinter dem amtierenden Meister geführt. Unabhängig von diesem eher belanglosen Kriterium, sondern vielmehr aufgrund der ihm eigenen Bescheidenheit und seiner kritischen Art, sich mit seinem Spiel auseinanderzusetzen, legte Jakob los wie die Feuerwehr.

 

In den ersten Runden fegte er quasi jeden vom Brett, darunter auch den Topfavoriten aus Gräfelfing, und musste nur ein Remis hinnehmen, sodass er zur Mittagspause 9,5/10 auf der Habenseite aufweisen konnte. Wer nun denkt, dass er damit die Tabelle einsam krönte, der muss an dieser Stelle enttäuscht werden, denn ausgerechnet jener Junge, gegen den Jakob sein einziges Remis abgegeben hatte, wies die gleiche Anzahl an Punkten auf.

 

Nach der Mittagspause bot sich den Zuschauern ein packendes Fernduell, das sich zunächst ungünstig für unseren Matadoren entwickelte, denn in Gewinnstellung und nur wenige Züge vor dem entscheidenden Matt, überschritt er gegen eine “Schachamazone”, auch andere Vereine zählen diese höchst seltene Gattung in ihren Reihen, die Zeit.

 

Davon unberührt setzte er zur Jagd an, reihte wieder Sieg an Sieg und wurde gegen Ende des Turniers für seine Hartnäckigkeit belohnt, indem der Konkurrent stürzte, Jakob dadurch nach Punkten mit ihm gleichzog und sogar nach Wertung hauchzart in Führung ging. Letztere ließ er sich nicht mehr nehmen und holte sich so mit einem halben Wertungspunkt Vorsprung die Meisterschaft!

 

Wie dominant Jakob und sein ärgster Konkurrent an jenem Tag waren, das sieht man am besten daran, dass sie zweieinhalb Punkte Vorsprung auf den dritten hatten, der mit seinen 15/19 eigentlich auch ein starkes Turnier gespielt hatte. Die Tabelle gibt es hier.

 

 

U16 – “Eine überragende Vorstellung”:

 

Im Gegensatz zu Jakob, der als Einzelkämpfer in der U14 unterwegs war, durften Paul und Zarko als dynamisches Duo antreten und damit auf Schützenhilfe des jeweils anderen hoffen. Doch diese hatten sie an jenem Tag überhaupt nicht nötig, denn irgendwie wollte ihnen fast alles gelingen.

 

Paul, zu Beginn fernab von seinen Möglichkeiten in der scheinbaren Unendlichkeit der Startrangliste angesiedelt, zauberte förmlich und hätte bei etwas mehr Praxis ganz sicher hier und da einen zusätzlichen Punkt mitgenommen, musste sich aber bis zur Mittagspause mit 5,0/10 begnügen. Etwas besser verlief es bei Zarko, der abgesehen von einem Remis und der mittlerweile schon beinahe traditionellen Null gegen R. Mantel (SC Noris-Tarrasch Nürnberg) die Konkurrenz zu bezwingen wusste und sich daher mit 8,5/10 die Tabellenspitze teilte.

 

Während bei Paul wohl ob des üppig gefüllten Magens nach der Mittagspause die Kräfte etwas schwanden, sodass er knapp an der 50%-Marke vorbeischrammte und damit mit 9/19 einlief, begann Zarko einsam seine Kreise zu ziehen, womit er sich immer weiter vom Feld distanzierte. Es wollte auch keine Spannung mehr aufkommen, als er in einer stark taktisch geprägten Partie unerwartet den Kürzeren zog, war ihm doch selbst danach der Titel nicht mehr streitig zu machen. Letztlich marschierte Zarko mit 16,5/19 und zwei Punkten Vorsprung durchs Ziel und holte sich damit erstmals den Titel des Blitzmeisters. Die entsprechende Tabelle kann hier eingesehen werden.

 

 

Fazit:

 

Mit diesem Abschneiden krönten die Jungs eine für uns Schachfreunde phantastische Saison und setzten die Messlatte für die Zukunft wieder ein weiteres Stück höher. Einfach toll! Mehr vermag ich dazu nicht zu sagen.

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