Die Schwäbische Blitz-Mannschaftsmeisterschaft 2012/2013 bzw. “Fünf Schachfreunde als Wadenbeißer”

An der diesjährigen Meisterschaft, die nun schon beinahe traditionsgemäß in Landsberg stattfand, nahmen leider nur zehn Mannschaften teil, sodass das Teilnehmerfeld recht übersichtlich war. Dadurch konnte es auch keinerlei Unklarheiten hinsichtlich der Favoritenrolle geben, die sich Kriegshaber als Titelverteidiger und Haunstetten teilten, während alle anderen Teams die Hoffnung hegten, den dritten Qualifikationsplatz zur Bayerischen zu ergattern.
Eben diesen Traum träumten wir auch und machten uns mit der stolzgeschwellten Brust eines Tabellenführers, wenn auch nur der B-Klasse, von Augsburg nach Mittelschwaben auf, um neue Gipfel zu erklimmen. Ursprünglich wollten wir sogar mit zwei Mannschaften antreten, so groß war die Begeisterung, aber der Winter mit den für ihn typischen Krankheiten wusste dies zu verhindern.
Doch wir machten aus der Not eine Tugend und traten zu fünft an, Isabel, Jörg, Bernd, Frank und ich, wobei ich mir im Vorfeld ein feines Rotationssystem der letzten vier Bretter überlegt hatte, welches wie ein Kartenhaus zusammenbrach, als mich Frank dezent darauf aufmerksam machte, dass es doch nur vier Bretter gäbe!

Egal, dann eben mit “halbem Rotationssystem” an die Bretter, wobei wir mit Siegen über Buchloe und Mering gleich einen guten Start erwischten. Wir waren freudig überrascht und fühlten uns großartig, als wir in der 3. Runde gegen Kriegshaber anzutreten hatten. Hier wurden uns unsere Grenzen deutlichst aufgezeigt, indem man uns mit 0,5:3,5 abfertigte!
Wer nun denkt, wir hätten hiernach die Köpfe hängen lassen, der irrt gewaltig. Denn unsere Reaktion war, dass wir von da an mit einer noch größeren Konzentration zu Werke gingen, alle restlichen Begegnungen der Hinrunde, darunter ein 3:1 gegen Haunstetten, gewannen und nach neun Runden nur einen Brettpunkt hinter Kriegshaber lagen!

In der darauffolgenden Mittagspause, die von der Turnierleitung spontan verdoppelt worden war, damit die Teilnehmer auch wirklich essen konnten, überlegten wir, wie wir noch am Oberligisten vorbeiziehen und uns damit die Meisterschaft sichern könnten. Es mag für manchen angesichts des Klassenunterschieds und den in der Hinrunde bezogener Prügel anmaßend klingen, aber an jenem Tag schien uns alles möglich.

Voller Elan ging es in die Rückrunde, die uns einen weiteren Sieg gegen Buchloe einbrachte. Wir brannten förmlich darauf, den Kampf um die Spitze auszufechten, vergaßen aber dabei, dass es vor dem SK Kriegshaber gegen den SK Mering zu spielen galt. Dieses “kleine” Versäumnis wurde uns von den Meringern nur allzu schmerzhaft ins Gedächtnis gerufen, indem man uns eine bittere Niederlage zufügte.

Alles aus? Vielleicht. Auf alle Fälle wollte wir unser “modifiziertes Rotationssystem” umsetzen, traten gegen Kriegshaber mit einer anderen Mannschaft an und siegten dieses Mal selber mit 3,5:0,5, womit wieder alles offen war!
Von diesem Sieg euphorisiert legten wir deutlich nach und lagen plötzlich vier Runden vor Schluss mit einem Brettpunkt Vorsprung an der Tabellenspitze!

Nun hätten wir “nur” noch den Rest deutlich gewinnen müssen und uns wäre eine Sensation gelungen. Aber unsere Kondition, unsere Gegner und vor allen Dingen Caissa machten uns einen Strich durch die Rechnung, ließen uns in den letzten vier Runden lediglich eine Bilanz von 3:5 Mannschaftspunkten erspielen, sodass wir in der Endtabelle statt als strahlender Sieger auch noch von Haunstetten überholt auf dem 3. Platz landeten.
Wäre das Turnier anders verlaufen, so wäre unser Jubel groß gewesen. So aber freuten wir uns zwar über den Erfolg, der für unseren kleinen Verein zweifelsohne ein großer ist, fragten uns aber bis deutlich nach der Siegerehrung, wo wir in den entscheidenden Begegnungen besser hätten spielen können.

Allerdings können wir es uns nicht leisten, allzu lange über vergebene Chancen zu sinnieren und müssen unseren Blick nach vorne richten, denn die Landesmeisterschaft steht bevor und da wollen wir auch für Furore sorgen und nicht den uns standesgemäß zustehenden Platz belegen. Doch dafür gibt es einiges zu tun!

Einzelergebnisse:
1. Brett : Vuckovic A. 16,5/18
2. Brett : Jermann F. 10,5/18; gefühlte 11,5/18 wie wir beim nachzählen feststellten ;-)
3. Brett : Bauer B. 9,5/12
3./4. Brett: Bannach J. 6,5/12
3./4. Brett: Jermann I. 6,0/12

 

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