Schwäbischer Mannschaftspokal 2019; Finale

Eine erbauliche Landpartie

 

 

Schon einmal saßen uns die Mannen der SG Kötz/Ichenhausen in einer wichtigen Begegnung gegenüber, weshalb wir vorgewarnt waren. Damals ging es um den Aufstieg in die Schwabenliga I und dieses Mal sollte die Entscheidung hinsichtlich des Gewinns des Bezirkspokals fallen.

 

Obwohl nur an vier Brettern gespielt wurde, wollte jedoch ausnahmsweise keine echte Spannung aufkommen, denn die gewohnt kampfstarken Nordschwaben hatten entweder mehr als wir unter den Hitzerekorden zu leiden oder aber sie hatten einfach einen rabenschwarzen Tag erwischt. Was es letztlich auch gewesen sein mag, jedenfalls gewannen wir 3:1 und holten damit das zweite Jahr in Folge den “Pott” nach Oberhausen. :)

 

 

Bei ungemein hohen Temperaturen hieß es, nach Kötz zu fahren und dort den Pokal zu verteidigen. Da Misa ein Turnier spielte, Uli sich auf dem Weg nach Asien befand, Thomas für den Wettbewerb nicht spielberechtigt war und so mancher Spieler ob der Hitze abgewunken hatte, sollten Alexander Sch. und Robert unser Team ergänzen, welches von Zarko und mir angeführt wurde.

 

Ein solider Vierer, der sich bestens gelaunt ins westliche Nordschwaben aufmachte, wo wir im Gasthaus Adler freundlichst begrüßt und angenehmst überrascht wurden. Denn trotz sengender Sonne war es im Spiellokal recht angenehm, wofür sich neben den offenen Fenstern ein großer Ventilator verantwortlich zeichnete.

 

Auf eine kurze Begrüßung folgte das Verlesen der Paarungen, womit die entsprechenden Duelle festgelegt wurden. Es ging los und während unsere Weißbretter, sprich Alexander Sch. und meine Wenigkeit, mit der “Italienischen Partie” bzw. einer ruhigen Behandlung der “Caro Kann Verteidigung” den Ball recht flach hielten, spielte man an den Mittelbrettern mit offenem Visier.

 

Zarkos Gegner hatte aber im Eifer des Gefechts die Besonderheiten des auf dem Brett befindlichen “Sizilianers” außer Acht gelassen und stürzte sich quasi ins offene Messer. Wie schlimm das war, das zeigte der Umstand, dass der Nordschwabe nach nur elf (!!) Zügen die Waffen streckte, hatte er doch eine Figur eingebüßt. Eine Führung nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit – 0:1 aus der Sicht der Nordschwaben.

 

Der andere Kötzer Weißspieler hatte sich scheinbar von Roberts verschlafenem Gesichtsausdruck täuschen lassen, denn er behandelte sein Damengambit übertrieben offensiv, öffnete früh unter ungünstigsten Bedingungen das Zentrum und stand anschließend positionell äußerst anrüchig. Dieser schwierigen Stellung war es in der Folge vermutlich geschuldet, dass er eine Figur einbüßte und nach einigen erfolglosen Scharmützeln die Waffen streckte – 0:2 aus der Sicht der Nordschwaben.

 

Zwei entschiedene Partien, während bei Alexander Sch. und mir noch kaum etwas los war. Alexander hatte des Gegners seltsamen Aufbau bestrafen wollen, war allerdings etwas zu oberflächlich vorgegangen, sodass plötzlich ein zähes Ringen um positionelle Vorteile das Geschehen beherrschte.

 

Bei mir war es keineswegs anders, wobei ich den Vorteil besaß, dass sich mein Gegner im Vorfeld zu passiv aufgestellt hatte. Die anbahnende Umklammerung versuchte der Kötzer Spitzenspieler durch einen zeitraubenden Damentausch zu lockern, womit jedoch seine Schwierigkeiten erst richtig begannen.

 

Und während ich die Daumenschrauben anzog, fiel bei Alexander die Entscheidung. Er hatte sich offensichtlich nicht eingestehen wollen, dass er auf “Halten” hätte umschalten müssen, packte die Brechstange aus und …. verlor. Damit kamen die Nordschwaben nochmals heran – 1:2.

 

Theoretisch hätten die Gastgeber nun die Chance auf ein Unentschieden gehabt, das nach Berliner Wertung den Pokalgewinn bedeutet hätte, aber die ungünstige Aufstellung der gegnerischen Figuren, meine Bauernmehrheit am Damenflügel und mein strategischer Vorteil des Läuferpaares sprachen definitiv dagegen. So kam es auch keineswegs überraschend, dass ich einen weiteren Zähler auf unser Konto beisteuern und damit den Sieg zementieren durfte – 1:3 aus der Sicht der Nordschwaben.

 

 

Fazit:

 

An jenem Tag waren wir nicht unbedingt viel besser, vielmehr reichte die Summe aus kleineren Vorteilen aus, um einen weiteren schönen Erfolg für die Schachfreunde zu sichern.

 

Viel Zeit bleibt uns nicht, um uns über den Pokalgewinn zu freuen, denn der anstehende Wettkampf gegen den SK München Südost im überschneidend stattfindenen Wettbewerb auf bayerischer Ebene fordert unsere volle Aufmerksamkeit.

 

Alle Ergebnisse gibt es hier. Und wenn man Lust verspürt, die Begegnung aus einer anderen Perspektive zu sehen, dann kann ich nur auf die Seite der SG Kötz/Ichenhausen verweisen. Viel Spaß. :)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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