Kreisklasse B: 1. Runde; Schachfreunde Augsburg VI – SV Thierhaupten II

Tag der Überraschungen

 

 

Nachdem unsere Sechste in der ersten Runde spielfrei gehabt hatte, durfte sie am letzten Samstag endlich gleichfalls ins Geschehen eingreifen.

 

Der Gegner war niemand geringerer als der Tabellenführer aus Thierhaupten, dessen zweite Auswahl am Ende eines langes Abends freudig überrascht als Sieger nach Hause kehren durfte, womit der Schlusspunkt hinter einer ganzen Reihe unerwarteter Ereignisse gesetzt wurde.

 

 

Als Thomas als frischgebackener Mannschaftsführer das Resultat seiner Aufstellung anschaute, da stellte er überrascht fest, dass er, obwohl er noch in den Achzigern das Licht der Welt erblickt hatte, mehr Lenze in die Waagschale legen konnte, als der Rest seiner Mannschaft zusammen.

 

Denn mit Alexander, Michael und Raphael standen ihm gleich drei junge Schachfreunde zur Seite, die die “Nordmänner” tunlichst mit leeren Händen wieder abziehen lassen wollten.

 

Diese nahmen ihre Aufgabe durchaus ernst, traten mit einem für die Kreisklasse B ausgesprochen starken Team an und wunderten sich wiederum nicht schlecht, als sie erkannten, dass ihnen überwiegend die Stars von morgen gegenübersaßen.

 

Doch als der Wettkampf anging, da sollte man nichts davon merken, dass jeder einzelne Thierhauptener über mehr Erfahrung am Brett verfügte als unser gesamter Vierer zusammen.

 

Alexander, erstmals am Spitzenbrett eines “Erwachsenenteams” aufgestellt, spielte zunächst etwas zu schnell, weshalb er nicht die neue “Waffe” auspackte, sondern in seinem Automatismus auf das “Orthodoxe Damengambit” vertraute. Das war jedoch nicht weiter schlimm, war doch an der Festigkeit seiner Stellung nicht zu rütteln.

 

Anders bei Raphael, der gleichfalls übertrieben hastig zog, dabei die Deckung eines Bauern übersah und anstatt selbigen vermeintlich zu gewinnen, bereits in der Eröffnung eine Figur einbüßte. Das vorübergehende Verharren des gegnerischen Monarchen im Zentrum war dafür kein wirklich adäquater Ersatz.

 

Wenigstens agierten Michael und Thomas besonnen, was beiden frühzeitig Vorteile sicherte. Während Michaels Vorteil strategischer Natur war, durfte sich Thomas bereits nach wenigen Zügen über einen Mehrbauern freuen, sodass es insgesamt betrachtet recht gut anlief.

 

Und so spielte man vor sich hin, als plötzlich Raphael für einen Paukenschlag sorgte! Der Gegner hatte es irgendwie versäumt, die Königssicherheit konsequent voranzutreiben, weshalb er nach dem einen oder anderen Schach verblüfft feststellen musste, dass ein Matt durch Springer und Läufer auf dem Brett stand – 1:0 zur Überraschung aller.

 

Jetzt hätte sogar ein Kantersieg in der Luft gelegen, wenn Alexander ob der Nervosität in seiner neuen Rolle als Spitzenbrett das Ziehen à tempo nicht fortgesetzt hätte. Dies wurde ihm bzw. seinem König zum Verhängnis, denn nach einem dargebotenen Figurenopfer, in dessen Folge der Gegner nicht stets die beste Fortsetzung fand, schleuderte Alexander ihm die Züge förmlich entgegen, übersah dabei so manche gute Möglichkeit und musste die Waffen strecken – 1:1; ein überraschender Ausgleich.

 

Zu jenem Zeitpunkt bestand kein Grund zur Sorge, denn Michael hatte den Gegner positionell komplett zerlegt und Thomas hatte neben dem Mehrbauern auch noch Schwächen in des Gegners Stellung geschaffen.

 

In der irrigen Annahme, dass die Schwächen derart groß seien, entschloss sich Thomas zu einem Königsangriff, wofür er das Zusammenwirken seiner verbliebenen Figuren sträflich vernachlässigte. Etwas, was ihm schlagartig bewusst wurde, als des Gegners Dame plötzlich im Zentrum auftauchte und für Verzweiflung sorgte – 1:2; ein gänzlich unerwarteter Rückstand.

 

Damit verblieb nur noch Michael, der sich anschickte, den Ausgleich zu erzielen. Doch leider verließen den Zehnjährigen mit zunehmender Dauer die Partie die Kräfte, weshalb er in einer Schlüsselstellung, in der er sich viel Zeit genommen hatte, die richtige Idee mit der falschen Zugfolge umsetzte und Material verlor. In der Folge bot sich ihm zwar noch so manch gute Gelegenheit, trotzdem den vollen Zähler zu holen, aber nach 22.00 Uhr war körperlich einfach nichts mehr drin.

 

Mit einem 3:1-Sieg durften sich die Thierhauptener überglücklich auf den Heimweg machen, bekamen aber bereits einen Vorgeschmack dessen, was sie in der nächsten Spielzeit erwarten könnte, wenn dieser Vierer an Alter und Erfahrung gewonnen haben wird.

 

 

Fazit:

 

Schade, dass die Truppe letztlich mit leeren Händen dasteht, doch angesichts des Potentials muss man sich für den weiteren Verlauf der Saison keine Sorgen machen.

 

Alle Ergebnisse gibt es wie gewohnt im Ligamanager, der zudem einige statistische Daten bereitshält. Viel Spaß beim Anschauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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