Kreisliga II: 3. Runde; Schachfreunde Augsburg III – BC Aichach II

Austausch von Geschenken

 

 

Allerorten war unsere schöne Fuggerstadt festlich geschmückt, nahezu überall lag der Duft von Zimt und Glühwein in der Luft und man strebte dem besinnlichen Weihnachtsfest entgegen.

 

Dass es in dieser Atmosphäre schwierig, ja beinahe unmöglich ist, sich dem harten Wettkampf hinzugeben, das unterstrichen unsere Dritte und deren Gäste vom BC Aichach, die sich mit Geschenken förmlich überhäuften und beinahe mit einem Unentschieden getrennt hätten.

 

Glücklicherweise behielt unsere ambitionierte Dritte gegen die zweite Auswahl der “Oachacha” letztlich mit 5:3 doch die Oberhand und darf sich damit weiterhin Hoffnungen auf den Aufstieg ins Augsburger Oberhaus machen.

 

 

Die hohe Anzahl an Ausfällen hatte zur Folge gehabt, dass die “Rotation” recht frühzeitig ihr erstes Opfer forderte, was sich darin äußerte, dass die Mannschaft mit Alexander Sch. auf einen Spitzenspieler verzichten musste. Dieser hatte sich nämlich in höheren Regionen festgespielt, weshalb Anton ins Team rutschte und mit Alexander R., Behzad, Dejan, Gunter, Katarina, Maximilian und Mehran die dringend benötigten zwei Punkte einfahren sollte.

 

Ein Unterfangen, das mit dem Eintreffen der Gegner deutlich an Gestalt annahm, denn trotz genauen Hinsehens vermochte man nicht mehr als fünf “Oachacha” auszumachen.

 

Nach einer kurzen Erläuterung und Worten des Bedauerns seitens des gegnerischen Mannschaftsführers, dass keine Nachzügler vorgesehen seien, nahm unser Achter das großzügige Geschenk an und ging nach einer Stunde deutlich in Führung – 3:0.

 

Wenigstens an den verbliebenen fünf Brettern wurde emsig gekämpft, sodass den zahlreichen Zuschauer, darunter auch Anton, Katarina und Maximilian, die, zur Tatenlosigkeit verdammt, anfangs noch dem Wettkampf beiwohnten, interessante Stellungen geboten wurden.

 

Am Spitzenbrett war Mehran gerade dabei, den Gegner dafür abzustrafen, dass er das “London-System” aufs Brett gebracht hatte, Alexander R. hatte einen scharfen Sizilianer auf dem Brett, Behzad vertraute auf die Standfestigkeit des “Franzosen”, Gunter packte eine seiner ungestümen Varianten aus, die regelmäßig im Widerspruch zu seinem eher sanften Gemüt stehen, und Dejan suchte noch nach einem geeigneten Aufbau gegen das Damengambit.

 

Mit zunehmender Dauer zeichnete sich verstärkt ein Kantersieg für unsere Dritte ab, denn abgesehen von Dejan, dem an jenem Abend einfach keine geeignete Verteidigung hatte einfallen wollen, standen alle anderen Schachfreunde gut bis blendend.

 

Insbesondere Gunter, der all seine Streitkräfte optimal für einen Königsangriff platziert hatte und sich anschickte, für die Abdankung des schwarzen Monarchen zu sorgen. Es galt nur noch, auf einen verzweifelt anmutenden Ausfall des gegnerischen Springers zu reagieren, um sich anschließend dem Einsacken des Punktes in aller Ruhe widmen zu können.

 

Leider wählte unser ansonsten umsichtige Gunter auf des Gegners Vorstoß eine äußerst fragwürdige Fortsetzung, büßte deswegen einen Bauern und eine Qualität ein und musste das Kippen der Stellung hinnehmen. Damit wurde eine Kettenreaktion ausgelöst, die selbst heute noch unglaublich erscheint!

 

Denn ausgerechnet Mehran, der in vielen Teams als Erfolgsgarant galt bzw. gilt, übersah in turmhoher Gewinnstellung einen letzten taktischen Witz des Gegners, der dem “Oachacha” zur wundersamen Rettung verhelfen sollte. Diese sollte jedoch nicht in Form eines Unentschiedens erfolgen, vielmehr zappelte der König unseres Topspielers unwiderstehlich im Mattnetz – 3:1.

 

So ärgerlich dieser Paukenschlag auch war, so bot er dennoch keinen Grund zur Sorge, standen doch Alexander R. und Behzad mittlerweile deutlich besser bzw. klar auf Gewinn und selbst Gunter hatte zwischenzeitlich die Möglichkeit erhalten, einen zweiten vielversprechenden Großangriff zu starten. Lediglich Dejan stand mit dem Rücken zur Wand, wehrte sich aber noch tapfer.

 

Doch dann setzten weitere harte Nackenschläge für unsere Recken ein. Alexander R. driftete unmittelbar in Richtung Ausgleich, Behzad, mit zwei Mehrbauern und einer -figur gesegnt wurde zu gierig und drohte alles mit Zinseszins wieder zu verlieren und Gunter hatte die falsche Fortsetzung gewählt.

 

Wenn nicht auch Dejans Gegner in den Kanon des “Geschenkeliedes” eingestimmt gehabt hätte, indem er unnötigerweise eine Figur für einen, wenn auch zugegebenermaßen unangenehmen Freibauern geopfert hätte, der Kampf wäre verloren erschienen.

 

Angesichts der Entwicklung verwunderte es niemanden, dass die Gäste in dieser Phase den Anschluss erzielten. Gunters Gegner hatte es zu keinem dritten Angriff kommen lassen wollen, war zielstrebig vorgegangen und hatte sich den vollen Punkt gesichert – 3:2.

 

Nahezu zeitgleich ließ Behzads Gegner seine unverhofft entstandene Chance ungenutzt verstreichen, setzte irgendwie fort und musst sich anschließend Behzads Übermacht auf dem Brett geschlagen geben – 4:2.

 

Ein ungemein wichtiger Sieg, denn Alexander R. verlor mit zunehmender Dauer der Partie die Konzentration, womit eine Verschlechterung der Stellung einherging und Dejan vermochte seine Figuren nicht zu koordinieren, sodass der Gegner trotz Minusfigur am Drücker blieb.

 

An diesen beiden Brettern wurde in der Folge noch zäh gekämpft und es schien, dass die Aichacher gleich an beiden Brettern die Oberhand gewinnen sollten. Glücklicherweise war dem letztlich nicht so, denn sowohl Alexander R., der mittlerweile zwei verbundene Freibauern für den Preis eines Minusturmes hatte, als auch Dejan, dessen Springer die gegnerischen Freibauern, ja, es waren nunmehr derer zwei, gerade aufzuhalten vermochte, standen fest und hatten ihre “Schaukel”.

 

Die logische Folge war je ein Remis und das Erreichen, wenn auch nur unter größten Mühen, eines weiteren Sieges im Kampf um den Aufstieg – 5:3.

 

 

Fazit:

 

Die Mannschaft ist selbst ohne Alexander Sch. zu stark für die Liga, was nun leider allerdings nicht bedeutet, dass der Aufstieg in trockenen Tüchern wäre. Dazu ist mit den beiden ebenfalls verlustpunktfreien Teams aus Gersthofen und von der SG Augsburg die Konkurenz zu gefährlich. Außerdem wäre da noch Merings Zweite zu erwähnen, die nach der Nachmeldung eines Routiniers plötzlich eine Lauerstellung einnimmt.

 

Es bleibt spannend in der Liga, wobei die nächsten beiden Spieltage eine Klärung der Lage bringen dürften, wenn unsere Dritte gegen Mering II und die SG Augsburg II gegen den SC Gersthofen I gespielt haben werden.

 

Hier geht es zum Ligamanager mit all jenen Informationen, die man sich als “Schachfan” so wünscht. :)

 

 

 

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