Ein Rainer Krimi !
Kein Thriller am Samstagabend hätte es mit der Spannung aufnehmen können, die unser Auswärtskampf in Rain zu bieten hatte. Gut, die nackten Zahlen (4:2 für die Schachfreunde) geben natürlich nicht ansatzweise wieder, wie an diesem Abend gekämpft und gezittert wurde. Aber beginnen wir am Anfang:
Vor diesem sehr wichtigen Kampf war jedem klar, daß es sowohl 2 Plätze nach unten als auch 2 Plätze nach oben gehen kann. Somit war für uns Platz 5 bis 1 drin. Dementsprechend hoch war die Motivation. Doch nun ging’s los…
Es kam die 1. Absage: aber der Ersatzspieler war bereit und heiß aufs Spielen. Aber dann kam noch die 2. Absage kurz vor dem Spieltag. Zum Glück war auch hier unser 2. Ersatzspieler gleich bereit, in die Bresche zu springen und die Mannschaft zu unterstützen.
Kurz: wir gingen ersatzgeschwächt, aber hochmotiviert in diese Begegnung. An den Spielen konnte man schnell merken, wie ernst und hochkonzentriert agiert wurde. Fast alle Bretter spielten langsam und überlegt, nur unser Robert verfiel in seine alte Leidenschaft, ins Schnellspielen. Dafür spielte sein Gegner umso langsamer und hatte nach 20 Zügen weniger als 20 Minuten übrig.
Daß es auch anders geht, zeigte uns Andi an Brett 6. Hier war nach stundenlangem Spiel das Brett noch voll und alles drin. Jedoch hatte er seinen Gegner ziemlich eingemauert. Auf jeden Fall war es nicht einfach. Ebenso hart kämpfte unser Artur, der eine neue Eröffnung ausprobierte und diese sehr gut und überlegt spielte. Hier sah es lange ausgeglichen aus.
Überhaupt gab es stundenlang keine Überraschungen, sondern alle spielten, keiner patzte. Nur an Brett 1 wurde sehr schnell eine Figur eingestellt. Allerdings ergab sich danach ein dauernder Angriff, der Jörg immer wieder dazu zwang, seine Entwicklung zu verzögern, um den Angriff abzuwehren. Nachdem dieser aber endgültig ausgetrocknet war und es nicht mehr weiterging, war die Partie nach 20 Zügen gelaufen und die Hand wurde zum Zeichen der Resignation gereicht.
Kurz zuvor hatte Andi seinen Gegner matt setzen können. So stand es also 2:0. Aber wer nun dachte, daß der Drops gelutscht war, sollte sich noch wundern. Robert fuhr das Ergebnis seines zu schnellen Spiels ein. Er erspielte sich ein hoffnungslos verlorenes Endspiel, das sein Gegner allerdings bis zum bitteren Ende spielen mußte/durfte. Und er zeigte, daß er das Endspiel Turm und König gegen König auch kann. 2:1
Doch wie lief es bei unserem Artur ? Nachdem er gut aus der Eröffnung gekommen ist, stand er zwischenzeitlich auf Verlust, einige Zeit später konnte er das Spiel drehen und stand auf Gewinn. Wer jetzt dachte, der Drops … denn urplötzlich führte ein Blackout dazu, daß er die Dame auf die Königsreihe stellte und sein Gegner dieses Geschenk gerne annahm, die Dame mit seinem Turm fesselte und weg war sie. Nach stundenlanger Konzentration war bei ihm einfach die fehlende Kondition zu spüren. Kurz darauf war auch die Partie hin und verloren. 2:2 und eine Überraschung stand im Raum.
Nun konzentrierte sich alles auf Wernfred und Zarko. Unsere Gastgeber verfolgten genau wie wir hochgespannt die letzten beiden Bretter. Was machte Brett 2 ? Hier spielten noch beide auf Gewinn und es war zu diesem Zeitpunkt gar nicht klar, wie diese Schlacht ausgehen würde. Schließlich hatte es unser Zarko mit Rains Top-Scorer Alexander Wodstrschil mit bisher 4 Punkten aus 4 Spielen zu tun und der wollte es wissen.
Wernfred hatte sich inzwischen ein gewonnenes Endspiel erarbeitet, was er ruhig und souverän zum Sieg führte. Wie ein alter Hase! Einfach toll zu sehen wie stabil sein Spiel geworden ist und wie konzentriert und planvoll er vorgeht. 3:2
Zarko bot auch gleich Remis an, was aber aufgrund des momentanen Standes natürlich abgelehnt wurde. Die Stellung gab es auch noch nicht her, obwohl ungleichfarbige Läufer auf dem Brett waren. Allerdings hatte Zarko auch gegen 2 Freibauern zu kämpfen. Dann hatte er aber tief gerechnet und zog mutig seinen eigenen Freibauern vor und bot ihn als (vergiftetes) Opfer an. Sein Gegner grübelte eine Weile und … zog prompt falsch ! Einige Züge später war’s aus und Zarko drohte mit Matt Aufgabe ! Er hatte es geschafft. 4:2
So können wir nach all den Anstrengungen und erschöpfenden Kämpfen vermelden, daß nun auch die 2. Mannschaft die Spitzenposition in der C-Klasse errungen hat und damit genau wie unsere 1. Mannschaft ihre Liga anführt. Meine Glückwünsche an unsere tolle Mannschaft und einen sportlichen Gruß an unsere Gastgeber aus Rain, die es uns alles andere als leicht gemacht haben und tolle und spannende Partien geliefert haben.
Bericht von Jörg Bannach
19.1.2013
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