C-Klasse: 6. Spieltag SF Augsburg II vs. Thierhaupten III 6:0


1. Verfolgerduell

Ausgangssituation: Nachdem letztes Wochenende unsere erste Mannschaft ihr Spiel gegen den Tabellenvierten erfolgreich absolviert hat, sollten nun die Recken der 2.Mannschaft auch gegen den Tabellenvierten antreten. Anders jedoch als in der B-Klasse, ist in der C-Klasse der Tabellenvierte ein direkter Verfolger mit nur einem Punkt hinter uns als Spitzenreiter. Knapp hinter uns rangieren unsere Verfolger  Inchenhofen, Kriegshaber und Thierhaupten und gegen alle drei ist noch zu spielen.

 

Hier also der Bericht des ersten Verfolgerduells

 

Alle Spieler waren sich der Wichtigkeit dieses Mannschaftskampfes bewußt und auch auf den Punkt fit (= nicht krank) und frei. Und so konnten wir in Bestbesetzung antreten. Das war schon mal beruhigend. Zudem waren inzwischen alle heiß aufs Spielen, schließlich hatten wir ja Mitte Januar unser letztes Mannschaftsspiel und jetzt ist Anfang März. Aber würde diese lange Pause auch gut tun ?

 

Erwartungsfroh aber auch mit etwas Nervosität ging es also am Spieltag an die Bretter. Alle kamen pünktlich. Die Vorbereitungen liefen wie gewohnt reibungslos und auch der Gegner kam pünktlich und war (zumindest schien es so) in Kampfeslaune. Allerdings wurde bei der Mannschaftsaufstellungschnell klar, daß das Thierhauptener Brett 3 frei war. Man erklärte uns, daß es auch frei bleiben würde. Felix grinste und bei den anderen kam Zuversicht auf.

 

Uhren angestellt und los ging’s…

 

Nach 1 Stunde wurde die Uhr an Brett 3 angehalten,                                 1:0.

 

Abgesehen von Brett 1 wurde an den anderen Brettern unorthodox gespielt. Hier war man schnell „out of book“ (falls überhaupt jemals drin). Zarko spielte einen beherzten Angriff gegen 1. …c5  und konnte das frisch erworbene neue Wissen gleich anwenden. Offenbar fühlte sich sein Gegner nicht sehr wohl in dieser dynamischen Partie, denn er bekam schnell die schlechtere Stellung. Zarko konnte Linien öffnen, die gegnerische Rochade verhindern und den Königsflügel zerstören. Er spielte dementsprechend gar nicht mit seinen 2 Mehrbauern, sondern attackierte den freien König. Da war keine Verteidigung mehr möglich und bereits nach 26 Zügen und einer frisch eingestellten Figur,  gab Schachfreund Wiedemann auf. Gut gespielt, aber andererseits hatte Zarko auch ab und zu die besten Fortsetzungen verpaßt. Nach etwas über 1 Stunde hieß es:             2:0

 

An Brett 6 ging’s, wie üblich bei Andi, recht gemächlich los. Nach einer Stunde waren erst 10 Züge gespielt. Er hatte nicht „sein“ Damengambit auf dem Brett, sondern es entwickelte sich ein „Damenbauernspiel“, also quasi freies Spiel. Sein Gegner kam eigentlich sehr gut aus der Eröffnung, entwickelte seine Figuren (stellte auch seinen weißfeldrigen Läufer aktiv), „vergaß“ aber eine wichtige Grundregel im Schach, nämlich rochieren, denn er wurde zu schnell gierig und konnte der Versuchung eines Damenausflugs nach b2 und a1 nicht widerstehen. So ein Turm als Beute ist ja auch verlockend. Andi hatte allerdings weitergerechnet als sein junger Gegner und beantwortete die Gier von Schachfreund Baumann mit einem starken Königsangriff, bei dem nicht bloß der vermeintlich gewonnene Turm zurückerobert wurde, sondern Schwarz am Ende 2 Figuren weniger hatte (super gespielt, Andi). Die gegnerische Dame durfte sich das von der Ecke aus ansehen und konnte nicht eingreifen. Er machte auch nicht lange rum, sondern suchte und fand schnell das Matt (nach 20 Zügen). So stand es also nach knapp 2 Stunden:          3:0

 

An Brett 4 spielten Wernfred und sein Gegner, Schachfreund Mayr eine Eröffnung, die unter „seltene Fortsetzungen nach d4“ verzeichnet ist. In dieser machten beide wechselseitig Fehler, wobei Wernfred offenbar den vorletzten machte, denn sein Gegner erreichte nicht einmal seinen 30. Zug, bevor seine Stellung zusammenbrach und er aufgeben mußte. Hier wäre aber auch ein anderes Ergebnis möglich gewesen, trotzdem:            4:0

 

Über die Partie an Brett 5 würde ich am liebsten gar nicht viel schreiben, obwohl sie glücklich ausging. Erik kam schon nach relativ kurzer Zeit in Nachteil (Minusfigur) und sein Untergang war objektiv betrachtet nur noch eine Frage der Zeit. Als dann noch sein Gegner, der junge Oliver Hüttenhofer einen starken und schönen Angriff (Lc7!) mit Mattdrohung auf der schwachen Grundreihe ansetzte, hakten die Kiebitze die Partie in Gedanken schon ab. Es sah ja auch grausam aus. Erik mußte einen Turm geben, um das drohende Matt abzuwenden. Statt nun resigniert aufzugeben erinnerte sich unser Erik vielleicht an Churchill, der (frei übersetzt) mal sagte: “Geben Sie niemals nicht auf !“  Als ich später noch mal ans Brett trat, stand unser Erik mit Mehrfigur deutlich auf Gewinn und brachte seine längst verlorene Partie siegreich nach Hause (offenbar mit deutlicher Hilfe seines Gegners). Es ist mir ein Rätsel wie das passieren konnte, aber am Ende stand es:          5:0

 

An Brett 1  kam ein Gallier aufs Brett, der von Schachfreund Lösch a tempo gespielt wurde. Scheinbar wurde hier was vorbereitet. Weiß bot Millner-Barry an, Schwarz verzögerte und Weiß ließ dann doch vom Plan ab (Lc2), hielt aber danach den Bauern d4 während der ganzen Partie, als wenn er am Brett festgeschraubt wäre. Der typische Kampf um die Zentrumsbauern, besonders um d4 war somit das Thema dieser Partie. Weiß stand sicher und stabil, hatte aber keine Initiative. Eine Möglichkeit blieb ungenutzt, woraufhin Schwarz zunehmend die Oberhand gewann. Als es aber nicht weiterging, unterschätzte Jörg eine Fortsetzung und machte einen Fehler, den Weiß jedoch nicht erkannt und folglich nicht ausgenutzt hat. Dies brachte Schwarz  aber Initiative zurück, bis sie nach einer übersehenen Taktik (die einen Zentrumsbauern kostete) wieder weg war. Am Ende hätte Jörg dann doch noch den Bauern d4 gewinnen können und sein Gegner sah die Antwort in einem Damentauschangebot. Die drohende Springergabel mit Damenverlust  übersah er aber.             6:0

 

Fazit: Bei genauerem Hinsehen spiegelt das glanzvolle 6:0 nicht die Realität wider, sondern ist eher glücklich zu nennen. Ich denke, unser Mannschaftssieg stand nie in Frage, aber die Höhe ist unverdient. Dazu wurden auf unserer Seite zu viele Fehler gemacht, die allerdings von den Thierhauptenern nicht ausgenutzt wurden. Letztlich wurde aber das erste Verfolgerduell bestmöglich gewonnen und so die Tabellenspitze verteidigt. Allerdings bleibt uns insbesondere Inchenhofen (punktgleich mit uns) im Nacken und auch Haunstetten ist nach dem 6:0 (Nichtantreten) gegen Lechhausen wieder im Rennen. Es bleibt also spannend. (JB)


Kommentare

2 Antworten zu „C-Klasse: 6. Spieltag SF Augsburg II vs. Thierhaupten III 6:0“

  1. Avatar von Mathias
    Mathias

    Hallo Schachfreunde aus Augsburg!
    Ich lese nun seit Januar immer wieder eure Berichte zu den Spielen und ich möchte euch mal als Außenstehender ein großes Lob für eure tolle Berichterstattung aussprechen.
    Es ist eine wirkliche Freude eure Spieltage nachzulesen.
    Weiter so und viel Glück im Aufstiegsrennen!!

    Grüße
    Mathias (SV Steinhausen)

  2. Avatar von Maximilian
    Maximilian

    Hallo Schachfreunde Augsburg!
    Ich finde Ihr habt eure Website super gestaltet.
    Ich wünsch euch viel Erfolg und hoffe Ihr packt den Aufstieg!
    Mfg Max

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