Bayrische Schnellschachligen
Einen Tag vor der bayrischen Schnellschach-Oberliga fand am gleichen Ort in Ismaning die Landesliga Süd statt, an der unsere zweite Mannschaft teilnahm. Damit sind diese vier Spieler – trotz Žarkos Qualitäten im Bullet-Chess – die Schnellsten im Verein, denn niemand hat die Saison früher begonnen. Die Vorzeichen waren bei unseren beiden Schnellschach-Teams umgekehrt: Im letzten Jahr hatte unsere Erste noch den Sieg verpasst, war diesmal auf dem Papier aber favorisiert; unsere Zweite hatte letztes Jahr gewonnen, doch heuer war der Wettbewerb mit zehn Mannschaften (darunter etliche Münchner) stärker und das Team rekrutierte sich neben Uli aus Spielern deutlich diesseits der 2000er-Marke: Raphael, Michael und Alex D.
Das hinderte unsere Truppe nicht daran, munter drauflos zu spielen. Sie bekam es gleich in der ersten Runde mit dem Turnierfavoriten Gröbenzell 2 zu tun und trotzte ihm ein 2:2 ab. Das machte Spaß und daher ging es einfach so weiter: Auch gegen die gemäß Elo/DWZ überlegenen Spieler von MSA Zugzwang gab es ein 2:2, ebenso gegen die eher ebenbürtigen Teams SF München und SC Roter Turm Altstadt. Damit konnte unsere Mannschaft recht zufrieden sein, doch war der Durst nach einem Mannschaftssieg groß. Die Chance schien gekommen, als es in der fünften Runde gegen Gastgeber SC Ismaning ging, das Team mit dem geringsten Wertungsdurchschnitt. Doch wie so oft machte die Realität einen Strich durch die Hoffnungen – wiederum reichte es nur zu einem 2:2. In der vorletzten Runde gab es sogar die erste Niederlage gegen SK Tarrasch 1945 München (1:3). Das konnte nicht so stehen bleiben, nach so vielen Mannschaftsremisen sollte die Punktebilanz am Ende auch ausgeglichen sein. Und das gelang! Die starken Niederbayern von SC Bayerwald Regen/Zwiesel hatten gegen unsere Zweite das Nachsehen und verloren 1,5:2,5.
Herausragender Spieler war Uli (6/7), der nur in der letzten Runde verlor – ausgerechnet in der einzigen Begegnung, die für die Mannschaft mit 2 Punkten endete. Das zeigt aber, wie gut das Team an diesem Tag funktionierte, denn fast immer punktete jemand eher unerwartet und riss dadurch die Mannschaft heraus. Raphael bekam es an Brett 2 oft mit starken Gegnern zu tun, darunter ein FM (dem allerdings nicht bekannt war, dass man einen Zug nicht mit zwei Händen ausführen darf). In seinen meist längeren Partien schlug er sich gut, was die etwas unglückliche Bilanz von 1,5/7 nur teils widerspiegelt. Michael erreichte an Brett 3 mit 3,5/7 ein ausgezeichnetes Ergebnis, Alex D. holte 2,5/7 und verbesserte seine Rapid-Elo ebenfalls.
Der wohl schönste Zug unserer Zweiten kam von Uli, der in der vorletzten Runde seine Partie noch im Mittelspiel mit einer überraschenden Unterverwandlung beendete, die den Gegner zur sofortigen Aufgabe motivierte. Ein Raunen ging durch den Saal.
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