Kreisliga 2: Haunstetten IV – Schachfreunde V
Mit dem Vorsatz, zwei weitere Punkte gegen das Ligaschlusslicht zu holen, fuhren wir in den Augsburger Süden, nach Haunstetten. Die Haunstettener konnten diesmal alle acht Bretter besetzen.
Für uns spielte Michael einmal mehr an Brett 1. Es entstand eine Position mit beiderseits isoliertem Damenbauern. Max hatte an Brett 2 in der Eröffnung leider große Probleme. Beide Türme mussten früh ungewohnte Verteidigungsaufgaben übernehmen, der König fand keinen rechten Schutz und ein Bauer ging zu allem Überfluss auch noch verloren. An Brett 3 strebte Dominic zunächst eine solide Position an und festigte das Zentrum, bevor er auf den Flügeln seine Chance suchte. Auf dem Königsflügel sah das vielversprechender aus, wo er die h-Linie halb öffnete und Druck auf den gegnerischen Bauern machte. Schwarz hatte Probleme, das abzuwehren, was auch an einem schlechten Läufer lag, der wirkungslos hinter eigenen Bauern verharrte. Ich spielte an Brett 4 und kam nach Damentausch in Zug 6 recht ordentlich aus der Eröffnung. Zwar war der Damenflügel unterentwickelt, aber im Zentrum hatte ich mehr Einfluss und die Figuren meines Gegners waren nicht gut koordiniert.
Raphael musste seine Partie nach 15 oder 20 Zügen von vorne nachspielen, da das Brett falsch herum aufgebaut war. Das irritierte ihn aber nicht. Er hatte anders als sein Gegner das Läuferpaar, das er auch wirkungsvoll einzusetzen wusste. Es bahnte sich ein Königsangriff an, denn Raphael öffnete die h-Linie, auf der sich einer seiner Türme befand. Auch Alex R. jun. (Brett 6) hatte gegen seinen jungen Gegner den Vorteil des Läuferpaars. In einer offenen Stellung harmonierten seine Figuren gut und er übernahm mit Schwarz bald die Initiative. Anton (Brett 7) gewann so schnell eine Figur, dass man als Zuschauer kaum folgen konnte. Nach einer Stunde war diese Partie entsprechend auch schon beendet (1:0). Denis sorgte an Brett 8 ebenso für eine schnelle Vorentscheidung, denn er zertrümmerte die Bauernstruktur seines Gegners, der mit vier Bauerninseln zurechtkommen musste, darunter ein isolierter Doppelbauer. Denis selbst hingegen behielt eine Bauernformation ohne Schwächen. Nach der Abwicklung in ein Turmendspiel hatte Denis keine Mühe, Material zu gewinnen und einen unaufhaltbaren Freibauern zu bilden (2:0).
Auch an Brett 5 und 6 kündigte sich eine Entscheidung an – jeweils zu unseren Gunsten. Raphael hatte seine Türme auf der Randlinie verdoppelt und Schwarz konnte seine Rochadestellung nicht mehr verteidigen. Da half ihm auch ein spätes Remisangebot nicht weiter (3:0). Alex R. jun. bildete eine Dame-Läufer-Batterie Richtung König. Sein Gegner musste Verrenkungen unternehmen, um einen Einschlag zu verhindern, doch das kostete ihn einen Springer. Es hörte sich recht kompliziert an, wie Alex das später schilderte, aber Hauptsache, er behielt selbst den Überblick. Das tat er (4:0). Max kämpfte zäh und konnte sich auch etwas befreien und seine Figuren vernünftig entwickeln. Allerdings behielt er stets weniger Bauern als sein Gegner und hatte im Endspiel dann keine Aussichten auf Erfolg mehr (4:1).
Michael gewann mit einer taktischen Drohung (Grundreihenmatt) den Damenbauern des Gegners. Er wickelte in ein Turmendspiel ab und mit später zwei Mehrbauern brachte er die Partie technisch sehr sauber zum Abschluss (5:1). Ich gewann im Mittelspiel einen Bauern, versäumte es aber, mir in dieser Situation weiter die Initiative zu sichern und dabei meinen Damenflügel zu entwickeln. So wurde ich zurückgedrängt und musste den Bauern wieder hergeben. Zwar hatte ich im Endspiel Turm und Läufer gegen Turm und Springer einen Freibauern, aber die Stellung war ausgeglichen. Ich war noch nicht einmal richtig in Zeitnot, als mir das besondere Kunststück gelang, einzügig meinen Turm einzustellen – ausgerechnet im letzten Zug der Partie … (5:2). Zum Glück war der Mannschaftskampf schon entschieden und Dominic unser letzter aktiver Spieler, denn er verspielte seinen Vorteil nicht. Nach einer kleinen Kombination hatte er am Königsflügel einen Bauern gewonnen. Bis zum Leichtfigurenendspiel folgten eine ganze Figur und weitere Bauern, bevor es seinem Gegner dann doch irgendwann reichte (6:2).
Der Klassenerhalt sollte uns nun auch rechnerisch sicher sein (das sollte zur Sicherheit aber jemand anderes ausrechnen, der nicht einzügig Partien wegwirft). Mering 2 empfangen wir Ende März sogar auf einem Aufstiegsplatz. Danach geht es gegen Keres. Damit stehen uns noch zwei starke Gegner bevor, aber wir haben bekanntlich nichts mehr zu verlieren, sondern eine Welt in Gestalt einer höheren Liga zu gewinnen.
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