Ein verpatzter Abend

Kreisliga 2: Kriegshaber 4 gegen Schachfreunde 5

Bericht von Leo Fritscher

Für die Fünfte Mannschaft stand dieses Wochenende ein Auswärtsspiel gegen Kriegshaber 4 an. Im Vorhinein war die Stimmung angespannt, denn die Saison war soweit nicht optimal verlaufen und der Abstieg hing wie ein Damoklesschwert über uns. Ein Sieg käme uns sehr gelegen! Leider erschwerte die Terminüberschneidung mit der Jugendbayernliga die Mannschaftsaufstellung erheblich und so kamen lediglich drei Spieler unserer Stammmannschaft zum Einsatz. Den Rest musste unser Spielführer Alex D. bis zum Vorabend mühsam zusammentrommeln.

Schließlich hatten wir aber doch eine vollständige und durchaus fähige Mannschaft zusammen und so waren wir zuversichtlich heute einen Sieg einzufahren.

Im Alten Zollhaus angekommen, kamen wir in den Genuss der gemütlichen Räumlichkeiten, sowie gekühlter Getränke. Da die siebte Mannschaft von Kriegshaber ebenfalls Gegner empfing, war es räumlich ein bisschen eng.

Bei meiner Partie an Brett drei fiel als erstes eine Entscheidung. Nachdem ich unter gewissem Zeiteinsatz eine agressive Stellung mit Bauern auf f4 erreicht hatte, drohte mein Angriff auf den Königsstellung von Schwarz zu versanden. Da erinnerte ich mich an den Trick, es zuzulassen, dass sich der Gegner zu inkorrekten Taktiken hinreißen lässt. Dies bedenkend, strebte ich eine Stellung an, die eine Gabel auf meine Dame und meinen Springer zuließ. So kam es und mein Gegner biss zu! Gut, dass mein Springer mit Schach den Verteidiger des Läufers schlagen konnte und ich am Ende mit einer Mehrfigur verblieb. Ein Qualitätseinsteller meines Gegeners später und er reichte mir die Hand zur Aufgabe.

Bei Junchi an Brett vier ist etwas in der Eröffnung schiefgelaufen und er hatte nach dem Damentausch eine Qualität und einen Bauern weniger. Das führte schließlich zur Aufgabe Junchis.

Als nächstes beendete Conrad an Brett acht seine Partie. Er war zwar etwas unzufrieden mit der Eröffnung konnte aber trotzdem eine Stellung die strategisch komplett gewonnen war herbeiführen. Da stellte sein DWZ-loser Gegner die Dame ein und bescherte uns das 2 zu 1.

Mykyta an Brett sieben kam sauber aus der Eröffnung (ein Abtauschfranzose). Die Stellung bot durchaus Angriffspotenzial. Der weiße Läufer wirkte auf die Königsstellung, der Springer stand zentral. Doch dann fesselte Mykytas Gegner den Springer mit dem Turm an die Dame. Hier hätte man mittels dem spektakulären Sxf7 in ein Endspiel mit zwei Mehrbauern überleiten können, doch das war am Brett nicht leicht zu finden. Alternativ hätte man bestenfalls einen Bauern verloren.

Stattdessen versuchte Mykyta den Springer mit f4 zu festigen und lies damit Dxd4 mit Schach zu. Danach brach die weiße Stellung zusammen und er wurde mattgesetzt.

Dominik spielte an Brett 5 gegen einen knapp 400 Punkte höher gewerteten Gegner. Zwar stellte er einen Bauern ein, doch sein Gegner erwiderte später diese Großzügigkeit. Man einigte sich schließlich auf remis. Eine, angesichts des DWZ-Unterschieds, sehr gute Leistung!

Alex D hatte es an Brett 1 mit einem starken Gegner zu tun, gegen den er in der Eröffnung einen kleinen aber soliden Vorteil herausspielen konnte. Bei einer eher starren Bauernstruktur verdoppelte Schwarz seine Türme auf der einzigen offenen Linie. Das Blatt wendete sich zu Alexs Ungunsten.

Conrad und ich verfogten gespannt das Geschehen und fragten uns wie unser Mannschaftsführer in dieser schwierigen Stellung vorgehen würde als Alex, wohl in der Absicht Springer zu tauschen, den viermal gedeckten schwarzen Springer nicht etwa mit dem eigenen Springer sondern stattdessen mit der Dame schlug und schnell die Uhr drückte. Das war ein Fehler, der Alex unmittelbar zur Aufgabe veranlasste.

Somit stand es 3.5 zu 2.5 für Kriegshaber. Es wurde knapp mit unserem Sieg.

An den letzten zwei Brettern sah es aber vielversprechend aus. Bei Leo G. an Brett sechs stand das Brett in Flammen aber er schien eine Figur zu gewinnen und Katarina an Brett zwei hatte zwar eine fragwürdige Königsstellung aber auch einen Mehrläufer. Als ich grade nicht zugeschaut hatte ging dieser Läufer jedoch wohl bei einem Doppelangriff auf König und Läufer verloren und angesichts von drei Minusbauern gab Katarina auf. Damit war unsere Mannschaftsniederlage besiegelt.

Doch Leo G. spielte noch weiter. In der vogelwilden Partie gelang es keiner Seite entscheidend Material zu gewinnen. Gegen Ende opferte Leo seinen Läufer auf g2 wobei dies für mich nicht recht Sinn ergeben wollte. Schließlich wurden Damen getauscht und man fand sich in einem Endspiel mit zwei Bauern, Turm und Springer gegen zwei Bauern, Turm und zwei Läufer wieder.

Nun zeigte Leo aber beeindruckenden Kampfgeist und machte es dem Gegner so schwer wie irgend möglich. Die Bauern räumte er ab und tauschte schließlich die Türme bis sein Gegner nur noch die beiden Läufer hatte. Sein Gegner versuchte vegeblich mit diesen matt zu setzen bis er mit weniger als einer Minute auf der Uhr zähneknirschend ins remis einwilligte.

Diese Niederlage führt uns leider einen Schritt weiter Richtung Abstieg. Diesen zu verhindern gilt es nun in den nächsten beiden Begegungen gegen Göggingen und Thierhaupten.


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