Kreisklasse A: 3. Runde; Schachfreunde Augsburg VI – SC Friedberg III

Hochspannung in Oberhausen

 

 


In der dritten Runde der Kreisklasse A prallten mit der dritten Auswahl des SC Friedberg, die sich in den vergangenen Jahren mehrfach die Meisterschaft in der obersten Kreisklasse gesichert hatte, und unserer Sechsten zwei Mannschaften aufeinander, die den Titel nur allzu gerne wollten.

Entsprechend wurde taktiert, gekämpft und teils nervös agiert, nur um am Ende eines langen Schachabends festzustellen, dass unser Vierer am besagten Spieltag etwas besser war. Ein knapper, aber überaus verdienter Sieg nährt weiterhin die Hoffnung, dass zum Schluss von der Spitze gegrüßt werden darf. 🙂



Erstmals in dieser Spielzeit konnte unsere Sechste mit Raphael und Jonas auf die beiden Spitzenbretter zurückgreifen, die bisher in zahlreichen Mannschaften für Stabilität und vor allem Punkte gesorgt haben. Ergänzt wurde der Vierer, durch Simon und Günther, die nicht minder erfolgreich in Erscheinung getreten waren, sodass die Erwartungen entsprechend hoch angesetzt waren.

Dass diese durchaus ihre Berechtigung hatten, das konnte man gleich zu Beginn des Wettkampfes sehen, als Raphael ganz im Stile seines Trainers das „Sizilianische Vierspringerspiel“ entkorkte und damit offensichtlich eine Lücke bei seinem erfahrenen Gegner erwischte.

Jonas versuchte sich auf seinem Weg zur schachlichen Vervollkommnung erstmals als e4-Spieler, bekam mit 1. … e5 sogleich den Fehdehandschuh vor die Füße geworfen und nahm diesen tapfer auf.

Anders bei Simon, der mit dem „angenommenen Damengambit“ vom Gegner den Beweis forderte, dass diesem auch diese Variante geläufig ist.

Und Günther? Er hatte zwar bereits mehrfach gezeigt, dass ihm die lange Schachpause nichts hatte anhaben können, was jedoch nicht ganz auf sein Repertoire zutrifft. Anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass er mit „Ponziani“ einer Eröffnung das Vertrauen schenkte, welche gefühlt zuletzt 1909 in der Turnierpraxis gesichtet worden war. 😉

Alles in allem sah es mehr als ordentlich aus, was unsere Recken da aufs Brett brachten und man durfte dem weiteren Verlauf zuversichtlich entgegenblicken.

Doch nach etwa einer Stunde schienen sich die routinierten Gäste zu fangen und beschränkten sich nicht mehr nur noch darauf, Widerstand zu leisten, vielmehr schickten sie sich an, der Begegnung ihren Stempel aufzudrücken.

Unterstützend hierbei war unser Raphael, der im Geschwindigkeitsrausch die falsche Figur dazwischen gezogen hatte und daraufhin eine Qualität gegen den jugendlich wirkenden Friedberger Spitzenspieler einbüßte. Dies für sich genommen war bei nur vier bespielten Brettern unangenehm, aber auch die anderen drei Schachfreunde begannen zu jenem Zeitpunkt etwas zu wanken.

Jonas hatte seinen weißfeldrigen Läufer (vorübergehend) etwas entwertet, Simon berechnete gerade alle Folgen des gegnerischen Isolanis im Zentrum und Günther hatte sich auf einen schwerblütigen positionellen Kampf eingelassen, anstatt die Stellung zu öffnen und seine überlegene Rechenkraft einzusetzen. Würde sich letztlich wirklich alles zum Guten wenden?

Das Wunder blieb zwar bei Raphael aus, Altmeister Hager seinen Vorteil humorlos in einen Sieg verwandelt, aber dafür hatte Jonas sein Problem mit dem weißfeldrigen Läufer gelöst und sich zudem das Läuferpaar gesichert, Simon hatte eine höchst komplizierte Stellung bei ungleicher Materialverteilung und Günther hatte seinen Gegner dermaßen eingeengt, dass sich dieser veranlasst sah, einen Springer zu opfern, um sich wenigstens etwas zu befreien – 0:1.

Plötzlich fiel der Ausgleich! Bei Jonas, der bekanntlich gut gestanden hatte, entschied ein Aussetzer, der unserem Topscorer einen weiteren Punkt in seiner noch jungen Karriere bescherte – 1:1.

Kurz danach erhöhte Günther. Des Gegners Befreiungsschlag hatte den Untergang nur beschleunigt, denn die weißen Steine konnten nach dem Opfer wesentlich besser in die schwarze Stellung eindringen – 2:1.

Damit verblieb nur noch Simon. Für eine Mehrfigur hatte er dem Gegner drei Bauern überlassen müssen und einen relativ nackten König in Kauf genommen. Mit dieser eher seltenen, aber überaus interessanten Materialverteilung versuchten beide Seiten, den vollen Zähler für ihr Team zu holen, was aber partout nicht gelingen wollte. Am stand ein leistungsgerechtes Remis im Spielbericht, das unseren Mannschaftssieg zementierte – 2,5:1,5. 🙂


Fazit:

Ein überzeugender Auftritt unseres Vierers, der eine Runde vor Schluss verlustpunktfrei von der Spitze her grüßt und mit großer Wahrscheinlichkeit die Meisterschaft erringen wird. 🙂

Wie gewohnt erfolgt an dieser Stelle der Hinweis auf den Ligamanager, wo die Freunde blanker Zahlen und weniger Worte fündig werden können. Viel Spaß. 🙂


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