Ober sticht Unter
Von der allgemein herrschenden Verunsicherung, welche aufgrund des wieder verstärkten Auftretens „Tante Coronas“ die Schachverbände erfasst hat, ließen sich heute die beiden Augsburger Teams nicht beirren und trugen daher die dritte Runde der laufenden Saison aus.
Die Gäste aus dem Herrenbach kamen als Tabellenführer, traten entsprechend selbstbewusst auf und vermochten trotz Unterzahl und so mancher Schwierigkeiten an den Brettern letztzlich 3:1 gewinnen, womit sie weiterhin von der Spitze der Tabelle her grüßen dürfen, während unsere Siebte nach wie vor auf den ersten Sieg wartet.
Als seitens des Verantwortlichen der SG Augsburg die Meldung kam, dass man antreten wolle, da machte sich Erich umgehend daran, einen möglichst starken Vierer aufzustellen und so kam es, dass sich neben ihm noch Alexandra, Artur und Karl in der „Zitadelle“ einfanden.
Dort mussten sie nicht lange auf die Gegner warten, die jedoch aufgrund eines Missverständnisses nicht vollzählig antraten. Das hieß ausgerechnet für Alexandra, die nicht nur die weiteste Anfahrt gehabt hatte, sondern sich auch momentan in bestechender Form befindet, sich mit einem kampflosen Sieg begnügen zu müssen – 1:0
So enttäuschend dieser Umstand für unsere „Amazone“ auch war, so war dies doch ein verheißungsvoller Start, um endlich die ersten Punkte einzufahren. Und die verbliebenen Bretter nährten durchaus diese Hoffnung. Denn Karl, den es wiederholt ans Spitzenbrett gespült hat, hatte mit Schwarz mühelos Ausgleich erzielt und Erich durfte das „katalanische Gift“ versprühen. Lediglich Artur wirkte nach der langen Pause nicht sattelfest, weshalb er bereits in der Eröffnung einige bange Momente zu überstehen hatte.
Als dann auch Artur dank der Mithilfe des Gegners alle Probleme abstreifen und sich eines Läuferpaares erfreuen durfte, da schien alles bestens, zumal sich Karl nahezu zeitgleich den strategischen Vorteil eines „Krakenspringers“ gegen einen unnütz erscheinenden gegnerischen Läufer gesichert hatte.
Die Freude ob dieser Entwicklung sollte jedoch nicht lange anhalten, denn auf ein simples Schachgebot reagierte Artur ohne die nötige Umsicht und beging quasi Selbstmord mit Anlauf. Nicht gar so schlimm, aber gleichfalls unnötig, stellte Erich eine Qualität ein, wofür er wenigstens einen phantastischen schwarzfeldrigen Läufer auf d4 platzieren durfte. Wenigstens Karl hielt weiterhin streng Kurs in Richtung des vollen Zählers, sodass ein knapper Sieg, zumindest aber ein Unentschieden für die Mannschaft überaus wahrscheinlich war.
Was dann jedoch folgte, das würde man wohl in der Sportberichterstattung als geschlossene Mannschaftsleistung bezeichnen, denn nachdem Artur die Waffen gestreckt hatte, folgten in kürzester Zeit Einsteller an den anderen beiden Brettern, die die Mannschaft ein weiteres Mal mit leeren Händen zurückließen – 1:3.
Bedauerlich, aber angesichts der ausgelassenen Möglichkeiten und der anstehenden Rückkehr anderer Stammkräfte darf man zuversichtlich sein, dass dieser Vierer die Rückrunde ganz anders gestalten wird.
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