Die jungen Wilden
In der vergangenen Spielzeit war unsere Sechste noch als „Vierer“ in der Kreisklasse A, wo sie hinter dem SK Caissa II die Vizemeisterschaft errang, auf Punktejagd gegangen und nun durfte sie erstmals im Orchester der Achtermannschaften mitspielen.
Selbstredend sollte man sich zunächst in diesem neuen Umfeld zurechtfinden. Dies umso mehr, da alle ranghöheren Mannschaften den Aufstieg geschafft hatten und die Spielerdecke in Bezug auf erfahrene Mitstreiter entsprechend dünn ist.
Aber diese Vorgabe, eher war es eine Empfehlung, schien bei den Spielern der Sechsten kein Gehör finden zu wollen, lässt es sich doch nicht anders erklären, dass man mit drei Neulingen zum SK Mering fuhr, dort auf dessen routinierte dritte Auswahl traf und gleich beide Punkte nach Oberhausen entführte. Herzlichen Glückwunsch! 🙂
Bezüglich der Aufstellungssorgen fügte sich unsere Sechste nahtlos in die Reihe unserer Mannschaften ein, denn auch hier vermochten wir gerade einmal drei Stammspieler an die Bretter zu bringen. Glücklicherweise ist unser Kader groß, sodass sich zu Gunter, Katarina und Raphael noch Simon, Erich, Kilian, Vincenzo und Colin hinzugesellten, wobei die drei zuletzt genannten an jenem Abend allesamt ihre Schachkarriere starteten und daher ihre erste bzw. zweite Turnierpartie bestritten.
Mit guten Ratschlägen und Wünschen versehen wurde die Truppe nach Mering verabschiedet, wo sie zwar gleichfalls auf eine Mannschaft traf, die weit von ihrer stärkstmöglichen Aufstellung entfernt war, jedoch immer noch beeindruckend erschien.
Davon ließen sich unsere Recken jedoch nicht einschüchtern, nahmen an den Brettern, die die Welt bedeuten, Platz und taten in der Folge das, was wir in Schachfreunde in der Regel trefflich können, nämlich kämpfen.
Allerdings sollte Simons Kampf nur von kurzer Dauer sein, denn dessen Gegner gab nach Beginn der Partie unvermittelt auf, weil er einen wichtigen Termin wahrzunehmen hatte – 0:1 aus der Sicht der Meringer.
Mit dieser schmeichelhaften Führung im Rücken ließ es sich anscheinend leichter spielen, weshalb sich die meisten Schachfreunde frühzeitig leichte Vorteile zu sichern vermochten. Lediglich Colin, Erich und Kilian hielten ihre Stellungen im Gleichgewicht, was jedoch nicht hieß, dass sich das Blatt auch hier nicht zu unseren Gunsten hätte wenden können.
Und tatsächlich sollte dies geschehen, indem Vincenzo die Oberhand gewann, was jedoch zu jenem Zeitpunkt etwas unterging, weil Gunters Gegner plötzlich eine Figur einstellte und anschließend sofort die Partie aufgab – 0:2 aus Meringer Sicht.
Eine deutliche Führung bei noch sechs ausstehenden Partien, von denen gleich vier mehr als aussichtsreich standen. Sollte hier die Schachwelt Zeuge einer Überraschung werden? Doch die Meringer zählen nicht umsonst zu den Favoriten der Liga, weshalb sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit gleich den Anschlusspunkt holten. Kilian hatte einen Augenblick lang nicht aufgepasst, verlor Material, wofür er eine unhaltbare Stellung erhielt und streckte die Waffen – 1:2 aus Meringer Sicht.
Damit nicht genug, denn mit Colin musste ein weiterer Schachfreund Lehrgeld bezahlen, womit das favorisierte Team den Gleichstand wiederherstellte – 2:2.
Trotzdem vermochte die Sorge nicht Besitz von unserem Achter ergreifen, den Katarina, Raphael und Vincenzo standen nach wie vor blendend und Erich hielt weiterhin souverän seine Stellung zusammen.
Es sollte auch nicht lange dauern, dass die „Amazone“ für die erneute Führung sorgte. Sie hatte ihren Druck stetig erhöht, für so manche Schwäche gesorgt und als die Stellung des Gegners förmlich zerbröselte, erbarmungslos zugeschlagen – 2:3 aus der Sicht des SK Mering.
Quasi im Gleichschritt folgte Raphael, dem an jenem Abend eine tolle Partie gelang. Es ist schön zu sehen, dass er im Stande ist, auch pragmatisch zu spielen und nicht ausschließlich nach der Bewunderung des Publikums zu gieren scheint, was ihm bisher so manche unnötige Niederlage eingebracht hat – 2:4 aus der Sicht des SK Mering.
Der Wettkampf schien entschieden und nicht das Ob, sondern vielmehr die Höhe des Sieges standen zur Debatte, als plötzlich die erschütternde Nachricht erfolgte, dass Vincenzo verloren habe! Was war geschehen? Eine wahrlich famos geführte Partie sollte durch einen einzigen Fehler entschieden werden, der den Verlauf der Partie auf den Kopf stellte und die Meringer nochmals hoffen ließ – 3:4.
Natürlich erhöhte Erichs Gegner am letzten bespielten Brett den Druck und versuchte wahrlich alles, doch prallten seine Bemühungen immer wieder an Erichs Verteidigungskünsten ab. Schließlich einigte man sich doch auf ein Remis und der erste Sieg unserer Sechsten war perfekt – 3,5:4,5 aus Meringer Sicht! J
Fazit:
Einer unerfahrene Mannschaft gelang gleich zum Auftakt ein schöner Erfolg, der sie sogleich in den Kreis der Aufstiegsaspiranten katapultiert hat. Selbstverständlich ist es bis zum Aufstieg noch ein weiter Weg, aber die Tatsache, dass die Aufstellungsmisere hoffentlich bald ein Ende haben wird und vor allem, dass unsere neuen Mitstreiter im Laufe der Saison an Spielstärke gewinnen werden, lässt doch viel Raum zum Träumen. 🙂
Alle Aufstellungen, Ergebnisse und natürlich auch die Tabelle gibt es wie gewohnt im Ligamanager. Viel Spaß. J
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