Landesliga Süd: 2. Runde; SK Kriegshaber I – Schachfreunde Augsburg I

Kampf an der Wertach

 

 

Zehn lange Jahre mussten die Topspieler unseres großen Nachbarn im Westen hilflos mit ansehen, wie sich unsere Erste in deren Hinterland langsam nach oben spielte und dabei so manches Team aus Kriegshaber mehr oder minder souverän bezwang.

 

 

Doch nun bot sich ihnen erstmals die Gelegenheit, unser „Flaggschiff“ zu versenken und damit zugleich für einen kompletten Fehlstart desselbigen zu sorgen.

 

 

Daher war es auch nicht verwunderlich, dass sie den stärkstmöglichen Achter aufboten, während wir, noch immer nicht richtig in der neuen Saison angekommen, ein weiteres Mal geschwächt, aber doch wenigstens vollzählig antreten konnten.

 

 

Am Ende eines langen und überaus spannenden Wettkampfes vermochten wir beide Punkte nach Oberhausen zu entführen, womit wir uns in der Tabelle nach oben zu orientieren vermochten.

 

 

Wenngleich das Aufstellen dreier Teams auch am zweiten Spieltag kein Zuckerschlecken darstellte, so verlief es doch im Vergleich zur ersten Runde tiefenentspannt. Zwar stand früh fest, dass uns mit Filip nur ein Topspieler zur Verfügung stand, doch dafür waren die „Württemberger“, sprich Andreas und Thomas, der unverwüstliche Adnan und vor allem Uli als antreibender Mannschaftsführer an Bord. Zu diesem Quintett gesellten sich Maximilian, der in mittlerweile zahlreichen internen Blitzduellen alle ob seiner Spielstärke zu überzeugen gewusst hatte, Zarko und meine Wenigkeit.

 

 

Mit diesem Kader betraten wir das „Alte Zollhaus“ und stellten alsbald fest, dass sich unsere Befürchtungen bewahrheiten sollten, denn unsere Gastgeber hatten alles aufgeboten, sogar den oftmals abwesenden Spieler S. Zehnter, mit dem ich es in der Folge zu tun bekommen sollte.

 

 

Nach einer angenehm kurzen und freundschaftlich gehaltenen Ansprache wurden die Uhren freigegeben und das Ringen um Vorteile nahm seinen Anfang.

 

 

Filips Gegner schien mit dessen Einsatz just am Spitzenbrett gerechnet zu haben, sodass er eine offensichtlich gut vorbereitete Variante aufs Brett brachte. Auch Zarkos Gegner schien von der Eröffnungswahl unseres Spitzenspielers keineswegs überrascht, bewegte er sich doch souverän in den sicheren Gefilden der Theorie, etwas, was auf Thomasens Gegner nicht zutraf, schien er sich doch alle guten Züge erst finden zu müssen, was ihm jedoch bei entsprechendem Zeitaufwand scheinbar mühelos gelang. Uli hatte seinen geschlossenen Sizilianer ausgepackt – Wie stark wäre er erst, wenn er sich von selbigem endlich verabschieden würde!?! – und wurde vom Gegner prompt mit einem ihm unbekannten Vorgehen konfrontiert. Adnan und Max begnügten sich zunächst damit, die Stellung im Gleichgewicht zu halten und mieden größere Komplikationen. Eben diese stürzten auf Andreas geradezu ein, hatte dessen Gegner doch eine nicht gerade alltägliche Variante hervorgeholt, die ungemein scharf ist und von beiden Seiten genauestes Spiel erfordert.

 

 

Und bei mir? Nun, ich hatte keine Zeit mich wirklich vorzubereiten, witterte jedoch eine „Falle“ und entschloss mich am Brett nach 1. e4 c5 2. c3 Da5!?! Auszupacken. Sicher, ich hatte keine Ahnung, wie man das genau zu spielen hat, vielleicht werde ich bei Gelegenheit auch diese Lücke schließen, aber das anschließend einsetzende Nachdenken des Gegners bestätigte mich in meiner Entscheidung und ließ einen offenen Kampf erwarten.

 

 

Dieser setzte dann auch tatsächlich ein, erforderte meine volle Konzentration und ersparte mir damit regelmäßige Rundgänge, denn frühzeitig wollte die Entwicklung an Andreasens Brett nicht gefallen. So hatte er meines Wissens bis zum 17. Zug stets die beste Fortsetzung gefunden, doch ein Blick auf die Uhr, die ihm für die restlichen 23 Züge nur 2.47 Min. gewährte, ließ einen erschaudern. Und tatsächlich sollte unser „Vize“ das nicht überleben – 1:0 aus der Sicht des SK Kriegshaber.

 

 

Nun waren bereits 4,5/7 erforderlich, um die dringend benötigten Punkte mit nach Hause nehmen zu können, wobei die bange Frage aufkam, wo die denn herkommen sollten? Adnan, Filip, Thomas, Zarko und ich steckten irgendwie fest und Uli hatte gerade auf Kosten einer „Delle“ am Damenflügel angefangen, seine Truppen am Königsflügel zu massieren. Sollte sein Damenflügel lange genug halten, wäre der Erfolg vorprogrammiert. Anderenfalls … .

 

 

Lediglich bei Max zeichnete sich ein deutlicher Vorteil ab, denn er hatte aufgrund der Unachtsamkeit seines Gegners einen Bauern gewonnen, spielte unaufgeregt weiter und bereitete damit eine Art „Einbahnstraßenschach“ vor.

 

 

Dies hatten natürlich auch die andern Schachfreunde wahrgenommen, weshalb alsbald zwei weitere Ergebnisse eintrudelten. Thomas sah ein, dass er an jenem Tag keinen vollen Zähler gegen seinen Namensvetter holen würde und Adnan, am Scheideweg stehend eine sichere Stellung zu behalten oder aber alle Brücken hinter sich abzureißen, einigten sich mit ihren Gegner auf die Punkteteilung – 2:1 aus der Sicht der Gastgeber.

 

 

Dann ein erfreuliches Intermezzo! Natürlich hatte Ulis Damenflügel lange genug standgehalten, was vermutlich nur er an jenem Tag gewusst hatte. Schlimmer noch für den Gegner: Im Bemühen über selbigen in Ulis Stellung einzudringen, hatte Schwarz weitere Kräfte vom Königsflügel abgezogen, sodass beim Einsetzen des Großangriffs die schnelle Kapitulation erfolgte – 2:2.

 

 

Nur noch vier bespielte Bretter, von denen wir an dreien den nominell stärkeren Spieler stellten und an jenem, an dem wir das nicht taten, sprich an Maximilians Brett, war genau das eingetreten, was sich längst angekündigt hatte. Max spielte das in Folge derart gut, dass es ihm vergönnt war, für unsere erstmalige Führung zu sorgen – 2:3 aus der Sicht des SKK-Achters.

 

 

Das war beruhigend, denn mittlerweile hatte sich Zarkos Springer auf a5 etwas verirrt und da eigentlich nur meiner Wenigkeit eine unkonventionelle Spielführung zugetraut wird, kam doch eine gewisse Sorge auf, zumal ich, wenn überhaupt, einen maximal mikroskopischen Vorteil nachweisen konnte und Filips Endspiel trotz optischer Überlegenheit remislich wirkte.  

 

 

Allerdings erwiesen wir uns nach mehreren Stunden als die abgeklärteren Spieler, hielt doch Zarko seinen Laden sauber zusammen, ich steuerte für den Fall eines Unentschiedens am Spitzenbrett in einer mittlerweile komplett ausgeglichenen Stellung einen weiteren halben Zähler bei und Filip vermochte sogar noch zu gewinnen – 3:5 aus der Sicht des SK Kriegshaber.

 

 

 

Fazit:

 

 

Mit diesem Sieg dürfen wir uns darüber freuen, die Oberhand im Derby behalten zu haben und vor allem, dass wir Anschluss an die Spitze, die aus den Teams des SC Unterhaching I und des FC Bayern München III gebildet wird, gehalten haben.

 

 

Glücklicherweise spielen wir noch gegen beide, weshalb das ausgegebene Saisonziel des Aufstiegs nach wie vor aus eigener Kraft erreicht werden kann. Schauen wir einmal.

 

 

Alle Aufstellungen, Paarungen, Ergebnisse und Partien gibt es wie gewohnt im Ligamanager. Viel Spaß!


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