Schwabenliga 1 – Zweite bleibt mit Erster nach klarem Sieg gegen Klosterlechfeld
Aus den verschiedensten Gründen hat die Zweite der Schachfreunde von den bisherigen vier Wettkämpfen nur einen in voller Besetzung, also zu acht, bestritten. Seltsamerweise holten damals die acht Schachfreunde weniger Brettpunkte, nämlich nur 5, als in allen anderen Wettkämpfen, in denen sie nur zu siebt antreten konnten. Sieben scheint daher die magische Zahl zu sein, denn dreimal spielten die Schachfreunde in dieser Saison mit einem Brett, das freigelassen werden musste, so dass es gleich zu Beginn schon 0:1 gegen sie stand. In allen drei Wettkämpfen verloren die Schachfreunde dann aber keine Partie und blieben vollkommen ungefährdet siegreich.
Nachdem es zu siebt zweimal einen 5,5:2,5 Sieg gab, stand jetzt für die sieben Schachfreunde am Sonntag, den 11.12., das Heimspiel gegen Klosterlechfeld an. Die Gäste kamen in Bestbesetzung und weil ein Augsburger Spieler am Sonntag Morgen krank aufgewacht war, führten sie von Beginn an mit 1:0. Aber das machte den Schachfreunden wenig aus.
Vincent Blodig auf Brett acht war am Schnellsten fertig. Die Eröffnung war für den Gegner gehörig schief gegangen, ein weißer Springer auf d6 verjagte den schwarzen König früh auf f8. Vincent holte Verstärkung, die Ruine des Schwarzen brach unter dem konzentrierten Feuer der Dame, einem Turm, dem schwarzfeldrigen Läufer und besagtem Springer schnell auseinander.
Der Countdown ging weiter, denn als nächstes war Arthur Wachtel auf Brett sieben erfolgreich. Der Autor hat nicht wirklich viel von der Partie gesehen, aber er freute sich mit der ganzen Mannschaft über den Sieg nach knapp zwei Stunden.
Brett 2 kam als nächstes: Adnan Balic stand nach der Eröffnung schon besser, verstärkte seine Stellung und baute immer größeren Druck auf einen schwachen gegnerischen Bauern auf. Der Klosterlechfelder konnte seine Stellung nicht zusammenhalten, darum führten die Schachfreunde schon mit 3:1.
Auf 4:1 stellte dann Domenico Giannino. In einer lange ausgeglichenen Stellung hatte ihm sein Gegner nach 22 Zügen Remis geboten. So ganz waren aber die Ressourcen noch nicht erschöpft, also versuchte es der Schachfreund noch ein wenig. In einer weiterhin sehr remislichen Position begann der Schwarze Linien zu öffnen und schaffte es plötzlich, mit beiden Türmen und seinem weißfeldrigen Läufer in die Stellung des Gästespielers einzudringen. Das gewann eine Figur und damit auch die Partie.
Jetzt fehlte nur noch ein halber Punkt zum Mannschaftssieg. Den besorgte Robert Vuckovic, der Ersatz-Mannschaftsführer. In einem ausgeglichenen Leichtfiguren-Endspiel fand er die richtige Fortsetzung: Er machte nichts mehr und wartete einfach ab. Alle Versuche seines Gegners, die Stellung zu öffnen, ignorierte er, Robert wartete einfach und hielt die Stellung geschlossen. Das Remis brachte den Schachfreunden den vierten Sieg im vierten Spiel ein.
Doch der Wettkampf war noch nicht zu Ende. Spitzenbrett Adnan Abdic überstand eine schwierige Phase, in der sein Gegner mit Weiß viel Druck aufbaute. Aber der Augsburger gewann mit einem schönen Manöver die Qualität, wickelte ab und gewann das Endspiel souverän.
Als Letzter siegreich war Stefan Blodig, der es seinem Sohn Vincent nachmachen wollte. In einer Sveshnikov-Struktur war früh viel getauscht worden. Der schwarze Läufer hatte nicht viele Felder, dafür hatte Stefan seinen Monsterspringer unangreifbar auf d5 platziert. Dies wurde aber durch die Aktivität der schwarzen Türme kompensiert. Doch Stefan gewann mit einem hübschen Manöver eine Figur, gab diese dann rechtzeitig zurück und konnte in ein leicht gewonnenes Turmendspiel abwickeln.
Das lässt die zweite Mannschaft der Schachfreunde Augsburg mit 6,5:1,5 siegreich bleiben. Zu siebt sind sie einfach stärker, die Zahlen sprechen für sich. Mit 8:0 Punkten führen sie bei drei noch ausstehenden Wettkämpfen souverän in der Schwabenliga 1 das Klassement an. Im Februar geht es weiter, dann wartet Kötz/Ichenhausen.
Domenico Giannino
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