Kreisliga 2: Schachfreunde V – SGA II
Unser erster Gegner in der neuen Saison der Kreisliga 2 hatte was vor: Unsere Freunde von der SGA traten mit ihrer zweiten Mannschaft in der Stammbesetzung an, Spielernummer 1 bis 8. Auch wir hatten Ambitionen, denn kurz vor der Sommerpause hatten wir die vorherige Begegnung mit 6:2 gewonnen. Auf dem Papier prognostizierten die Wertungszahlen ein enges Match.
Bei Theo, Brett 7, ging heute wenig zusammen. Das lag vermutlich auch ein bisschen am Jetlag nach der gerade beendeten Amerikareise. Den hatte er angekündigt und somit trifft die Schuld, wenn man davon reden kann, nur den Mannschaftsleiter, der ihn trotzdem aufgestellt hat. Jedenfalls stand Theos König schon in der Eröffnung komisch vor der Dame und in der Folge übersah er offenbar etwas Entscheidendes. So stand es recht schnell 0:1. Die Umstände hatten es zu verantworten.
Leo hatte an Brett 6 aus der Eröffnung heraus einige Initiative, bekam dann aber Schwierigkeiten, seine Bauern zusammenzuhalten. Der geplante Angriff auf den gegnerischen König mit seinen zwei Läufern und der Dame verpuffte, zugleich wurde die Zahl seiner Bauern immer kleiner – 0:2.
Bei Denis sah es an Brett 8 lange nach unserem ersten Punkt aus. Gewohnt aggressiv baute er ein mächtiges bewegliches Zentrum auf, das seinen Figuren gutes Spiel gewährleistete. Mit einem Figurenopfer versuchte er zum gegnerischen König durchzudringen. Das führte zu taktischen Verwicklungen, die schwer zu überschauen waren. Der Gegner schien nur Verzweiflungsgegenspiel zu haben, fand dann aber ein hübsches Gegenopfer, das die Partie drehte – 0:3.
Das war ein bitterer Zwischenstand, zumal die Ereignisse an den restlichen Brettern keine Wende vermuten ließen. Nach einem Punkt sah es nur bei Katarina und eventuell an Brett 2, bei mir, aus.
Katarina machte an Brett 3 dann immerhin auch trotz Verletzung kurzen Prozess. Der Gegner hatte noch vor Abschluss der Entwicklung etwas zu optimistisch mit einem Angriff begonnen, aber unser Innsbrucker Gaststar spielte wie eine Felskletterin in der Steilwand auch mit einer beeindruckenden Genauigkeit von 95 %. Mit einer kleinen Kombination hatte sie bei symmetrischer Bauernstruktur und geschlossenem Zentrum die einzige offene Linie genutzt und eine Qualität gewonnen. Gleich darauf räumte ihre Dame auch noch einen Bauern ab und setzte sich in der weißen Hälfte fest. Die weiße Stellung brach wenig später zusammen – 1:3, Hoffnung?
Leider nein, denn an Brett 1 hatte Dominic nach früher Sicherung des Läuferpaars und Verzicht auf Rochade bei ebenfalls geschlossenem Zentrum einen seiner Läufer in Gefahr gebracht. Zunächst war dieser vergiftet, weil sich beim Schlagen tödliche Linien geöffnet hätten. Doch sein Gegner verstand es, seinen König mit der Zeit zu sichern und im Zentrum Gegenspiel zu organisieren. So erstickte er Dominics Angriff und erlangte entscheidenden Gegenangriff im Zentrum – 1:4.
Der Tag war gelaufen. Alexandra hatte im Duell mit Oda Lorenz an Brett 4 zwar nach lange recht ausgeglichener Partie und Verteidigung gegen einen sehr offensiv postierten Springer ihrer Gegnerin auf wundersame Weise eine glatte Leichtfigur gewonnen. Im Endspiel Turm und Springer gegen Springer mit drei Bauern auf beiden Seiten tauschte Oda aber abgebrüht fast alle Bauern ab. Als auch der letzte fiel, blieb nur ein Remis – 1,5:4,5.
Daniel mühte sich an Brett 5 gegen seine ebenfalls sehr erfahrene Gegnerin Ulla (wir hatten bei diesem Kampf eine Frauenquote von 25 %!) lange Zeit um Initiative bei symmetrischen Bauern und kaum vorhandenen Schwächen auf beiden Seiten. Eine Schwäche wurde dann aber die Uhr. Schon nach etwa 20 Zügen spielte Daniel nur noch mit dem Inkrement. So musste er hinnehmen, dass sich ein Springer im Zentrum breitmachte. Als er sich genötigt sah, diesen zu tauschen, bekam Ulla einen gedeckten Freibauern und schließlich entscheidenden Vorteil – 1,5:5,5.
Meine Partie an Brett 2 war die letzte. Ich hatte einen isolierten Damenbauern und lange Zeit waren noch fast alle Steine auf dem Brett, was die Stellung kompliziert machte. Allmählich konnte ich eine Druckstellung aufbauen und beide Springer landeten auf Vorposten. Mein Gegner musste sie tauschen, wobei ich einen Bauern opferte und Königsangriff erhielt. Der wurde bei geringer werdender Zeit in beiderseits nicht fehlerfrei behandelten Verwicklungen durch Qualitätsopfer abgewehrt. Aber das Endspiel Turm und zwei Bauern gegen Läufer und drei Bauern gewann ich – 2,5:5,5.
Den Ausschlag gab aus meiner Sicht der Wille, aber auch ein wenig die Erfahrung. Unsere Mannschaft war jung und es fehlte hier und da noch an Cleverness. Doch vor allem war unverkennbar, dass die SGA eine weitere Zittersaison vermeiden möchte und voller Kampfgeist antrat. Davon können wir sicher was lernen, denn mit dieser Einstellung sammelten wir letzte Saison auch viele Punkte.
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