„Runder Tisch“ der Schwäbischen Schachjugend

Feuer unterm Dach

 

 

Bereits vor der Pandemie hatten die Sorgen und Nöte im Bezirksverband Schwaben ein bedrohliches Ausmaß angenommen, die sich dann im Laufe der letzten zwei Jahre förmlich potentiert haben. Was lag da also näher, als zu einem Krisentreffen einzuladen, um im Vorfeld der anstehenden Jahreshauptversammlung wichtige Dinge zu besprechen?

 

 

Der entsprechenden Einladung der Schwäbischen Schachjugend folgten jedoch nicht gerade viele Vereine, weshalb sich der Schluss aufdrängt, dass Schwierigkeiten nur herbeigeredet werden oder aber die Lage in den meisten Vereinen mittlerweile schlimmer als befürchtet ist.

 

 

Ein erbärmliches Bild hatten die Mannschaftswettkämpfe der Jugend in den vergangenen Jahren im Bezirk abgegeben, denn es schien so, als wären diese nur noch ständige Vergleichskämpfe des VfL Leipheim und der Schachfreunde Augsburg. Doch nicht einmal dieser an sich äußerst unbefriedigende Zustand konnte aufrechterhalten werden. Verantwortlich hierfür ist der Wechsel der besagten Nordschwaben in den Schachverband Württemberg, wo man sich mehr Spielmöglichkeiten für die eigenen Mitglieder erhofft.

 

 

Dieser Warnschuss ins Knie offenbarte, vor welch immensen Herausforderungen die hiesigen Vereine stehen und dass dringendst entschlossene Maßnahmen getroffen werden müssen, um mit etwas Glück das scheinbar Unvermeidliche doch noch abwenden zu können.

 

 

Die Schwäbische Schachjugend startete hierfür eine erneute Initative, die jedoch wirkungslos verpuffte. Denn zu wenige Vereine hatten Vertreter entsandt, um etwas auf breiter Basis zu bewegen, und selbst bei der Mehrheit der Anwesenden Vereinsvertreter überwog bei wegweisenden Vorschlägen die Zögerlichkeit.

 

 

So wurde von unserer Seite der Vorschlag unterbreitet, dass alle Vereine des Bezirksverbandes dazu verpflichtet werden, je eine Jugendmannschaft in den Altersklassen U12, U14, U16 und U20 zu melden. Sollte dies unterbleiben, wären für jede nicht gemeldetes Team bspw. 10.- € oder 15,- € fällig, womit schnell ein Sockelbetrag geschaffen wäre, um einen FSJ-ler oder Bufdi zu engagieren.

 

 

Die restliche Summe zur Finanzierung dieser Stelle sollte dann über Kooperationsverträge mit Schulen kommen, womit zumindest der finanzielle Teil unkompliziert gesichert wäre.

 

 

Dieser „eingestellte“ junge Mensch sollte dann für ein Jahr in eine „Krisenregion“ geschickt werden, wo er mindestens zwei Vereine betreuen und beim Aufbau einer Jugendabteilung bzw. der Mitgliedergewinnung überhaupt unterstützen soll. Ferner wäre das Ziel, aktive Mitstreiter für die Zukunft zu gewinnen, damit nach Wegfall dieser Unterstützung, die entsprechenden Vereine die Arbeit fortführen können.

 

 

Grundsätzlich durfte dieser Plan großer Zustimmung bei den anwesenden Vereinsvertretern erfreuen, doch sah man auch Schwierigkeiten darin, jenen Vereinen, die nicht in den Genuss der Förderung kämen, verständlich zu vermitteln, warum sie erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Zuge kommen sollten, von den zusätzlichen Ausgaben ganz zu schweigen.

 

 

Auch gab man zu bedenken, dass jeder Verein individuell zu behandeln sei, weshalb es wohl angebracht wäre, sollte es überhaupt zur „Einstellung“ eines FSJ-lers bzw. Bufdis kommen, diesen für ein Jahr damit zu beauftragen, alle Vereine Schwabens aufzusuchen, eine entsprechende Bestandserhebung zu machen und den Abschlussbericht einem potentiellen Nachfolger zum Abarbeiten zu überlassen.

 

 

Selbstredend gibt es nicht den einzig wahren Weg aus der Krise, doch erscheint gerade die zuletzt genannte Vorgehensweise als eine Verschwendung von Geld und vor allem Zeit. Vielmehr sollten die Vereine den Verantwortlichen der Schwäbischen Schachjugend das nötige Vertrauen entgegenbringen, dass diese letztlich zum Wohle aller Vereine handeln.

 

 

Denn je mehr Vereine aufgelöst werden, umso weiter werden die Fahrten zum nächsten Schachclub. Weitere Fahrten jedoch kosten mehr Überwindung und führen in der Folge zu weiterem Mitgliederrückgang. Dieser wiederum dürfte wieder dazu führen, dass weitere Vereine aufgelöst werden, womit wir eine perfekte Abwärtsspirale hätten. Eine Abwärtsspirale, die auch nicht dadurch verhindert werden kann, dass man Gebietsreformen durchführt, weil diese das Kernproblem nicht anpacken.

 

 

Deswegen gilt es, unverzüglich zu handeln, sich, sofern freie Kapazitäten vorhanden, gegenseitig zu unterstützen und überhaupt nicht erst zuzulassen, dass es zu einem Teufelskreis kommt. Sicher, mit dem Weggang Leipheims – Alles Gute und wir werden Euch vermissen! – wird die Aufgabe keineswegs leichter, aber noch haben wir eine Chance!

 

 

 


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