SFA IV – Friedberg II: Frühling bei der vierten Mannschaft

Die Tulpen sprossen und wir hielten zwischen König und Läufer nach versteckten Ostereiern Ausschau, als wir uns gegen Friedberg II an die Bretter setzten und damit endlich auch für unsere vierte Mannschaft die Saison anfing. Zwar hatte bereits im Herbst eine Begegnung gegen Mering II stattgefunden, mit üblem Ausgang. Doch der Gegner zog zurück und so begannen wir die Saison von vorne, unbefleckt. 

Wiederum gab es in der ersten Acht viele Ausfälle, aber das war keineswegs ein Problem: Die Spieler aus unseren übrigen Mannschaften haben sich vorzüglich entwickelt, und zwar in großer Zahl. Außerdem haben sich den Schachfreunden mit Günther und Adnan zwei Spieler angeschlossen, die ihre Heimat eigentlich in höheren Ligen haben. Aber dorthin wollen wir ja auch.

Die Friedberger hatten auch mit Ausfällen zu kämpfen und sie konnten ihre Stammspieler nicht gleichwertig ersetzen, wie sich zeigen sollte.

Während wir noch unsere Partieformulare ausfüllten, hörten wir von Brett 8 schon das Klacken der Holzfiguren und das Klicken der Uhr, in rascher Folge. Wurde dort geblitzt? Tatsächlich nahm sich Adnans Gegner sehr wenig Zeit und Adnan brauchte dies seinerseits auch nicht, da er schnell auf Gewinn stand. So drang seine Dame nach nicht einmal zwanzig Zügen und keiner halben Stunde in die gegnerischen Reihen ein, verwüstete diese und Adnan hatte sehr überlegen den ersten Punkt für uns geholt. Herzlichen Glückwunsch zu diesem grandiosen Einstieg, Adnan!

Nach Ostern sah es auch an den übrigen Brettern nun nicht mehr aus, denn die Friedberger vermochten uns keine Eier ins Nest zu legen. Stattdessen blühten überall zarte Hoffnungen für uns. Eine ganze Krokuswiese hatte Jonas vor sich, der früh zwei Tempi gewann und starken Druck ausübte. Neben Raumvorteil nutzte er geschickt eine offene Linie. Als er dann auch noch auf einer langen Diagonalen eine Dame-Läufer-Batterie in Position brachte, hielt sein Gegner nicht mehr stand. Jonas gewann mit einer Kombination die Qualität und bald auch die Partie – 2:0.

Zu diesem Zeitpunkt hatten auch Vincent und Raphael Siegstellungen, doch ihre Gegner sahen das noch nicht ein. Günther stand nicht schlecht und beherrschte in geschlossener Stellung die einzige offene Linie sicher. Als sein Gegner eine zweite auf den König öffnete, brachte ihm das keinen gefährlichen Angriff. Bloß sah sich Günther nun zum ungeliebten Blitzen gezwungen, denn für zwanzig Züge blieben weit unter fünf Minuten. An den übrigen Brettern sah es für uns weiterhin zumindest nicht schlecht aus.

Raphael hatte Raumvorteil am Damenflügel, dem der Gegner nichts entgegenzusetzen wusste. Der amtierende Schwäbische Jugendmeister gewann einen Bauern, den abzuholen er sich nicht beeilte, und spielte die Partie lässig und so überlegen wie überlegt herunter, was den dritten Mannschaftspunkt bedeutete.

Vincent, ebenfalls neuer Schwäbischer Jugendmeister in seiner Altersklasse, stand ihm an Souveränität nicht nach. So unaufhaltsam wie die Knospen an den Sträuchern schnürte er seinen Gegner ein, harmonisierte im Schwerfigurenendspiel Dame und Türme, erhöhte stetig den Druck. Das musste Folgen haben. Vincent gewann mehrere Bauern und damit den vierten Punkt für uns.

Der Sieg schien uns bereits sicher und Felix beseitigte die letzten Zweifel. Sein Turmendspiel mit einem Mehrbauern sah kompliziert aus, da er am Königsflügel einen Doppelbauern hatte, wenn auch keinen isolierten. Doch mit guter Technik brauchte er nicht viel Zeit, um den Gegner zu besiegen.

Nun war der Druck für uns etwas weg und in den übrigen drei Partien sah es sogar auch noch gut aus. Alex R. sen. hatte gegen den leicht favorisierten Gegner lange Zeit eine sehr robuste und stabile Aufstellung gehalten. Dieser kam nicht voran und Alex’ Zähigkeit zahlte sich aus, denn der Friedberger stellte eine Figur ein – 6:0.

Günther hatte sich inzwischen nicht nur aus der Zeitnot (hier wirkten sich vielleicht die Trainingspartien gegen Zarko und Alex V. aus), sondern auch aus seiner etwas beengten Stellung befreit und war am Königsflügel eingedrungen. Nun spielte er seine Routine aus, gewann bald Material und die Partie.

Nur noch die Partie von Alex D. lief. Auch er hatte eine Gewinnposition erreicht, mit aktiven Figuren, einem Läuferpaar und einem gefährdeten gegnerischen König. Er verpasste jedoch einen recht einfachen Durchbruch, der wohl die Entscheidung gebracht hätte, wählte stattdessen einen komplizierteren Zug, der den Vorteil verspielte. (Zur Demütigung des Verfassers sah Emil diesen Gewinnzug in wenigen Sekunden.) Nun fehlten mentale Ausdauer und Punch, er machte mehrere schwache Züge gegen den zähen Gegner und verlor zügig.

So gewannen wir 7:1 und ein noch höheres Ergebnis wäre des Guten auch zu viel gewesen, denn die Friedberger wehrten sich standhaft. Kaum haben wir uns so schön warmgespielt, geht es auch schon wieder in eine Pause. Weiter geht es beim Favoriten in Gersthofen, aber dann, Mitte Mai, wird die Sonne schon heiß vom Himmel glühen.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert