U20-Bayernliga: 1. Runde; SF München I – Schachfreunde Augsburg I

Bruderkampf in der Hauptstadt

 

 

Im fernen Günzburg brüteten vermutlich gerade die Schüler über ihre Züge der zweiten Runde, als unser Sechser in München eintraf, um in der Bayernliga gegen die starken SF München die Saison zu eröffnen.

 

 

So sehr wir auch mit diesem Münchner Verein freundschaftlich verbunden sind, so war es doch allen Beteiligten klar, dass uns dort ein schwerer Kampf erwarten würde, hört doch bekanntlich am Schachbrett die Freundschaft auf.

 

 

Als dann auch noch mit Yakiv ausgerechnet das Spitzenbrett ausfiel, da schien die Aufgabe nahezu unlösbar zu sein.  Allerdings zeichnet die hiesigen Schachfreunde, sprich uns, ein besonderer Kampfgeist aus, den die Hauptstädter mit voller Wucht zu spüren bekamen. Am Ende stand ein erfreuliches Ergebnis zu Buche und man darf gespannt sein, wie sich der Sechser in der Folge noch schlagen wird.

 

 

 

Obwohl wir im Bereich der Jugendarbeit wahrlich viel leisten, der Altersdurchschnitt von 30 Jahren legt ein beredtes Zeugnis davon ab, trifft uns der Generationenwechsel hart, steht nun der Mannschaft mit Yakiv nur noch ein Spieler zur Verfügung, der im legendären Team dabei war, das die Deutsche Meisterschaft errang.

 

 

Entsprechend hat sich, zumindest wenn man der heiligen DWZ Glauben schenken darf, die Einstufung vom Topteam zum Abstiegskandidaten gewandelt. Obgleich wir streng nach DWZ aufstellen, geben wir darauf glücklicherweise nicht viel, weshalb im Vorfeld andere Ziele formuliert wurden.

 

 

Diese fußten jedoch auf der Hoffnung, dass die Mannschaft oft bzw. immer in Stammformation antreten wird. Aber bei den Vorbereitungen zum ersten Spiel wurde klar, dass diese Hoffnung nicht mehr als ein hehrer Wunsch war.

 

 

Ungeachtet dessen fuhren Alexander R. jun., Katarina, Michael, Orhan, der unverhofft zum Einsatz kam, Raphael und Vincent frohgemut nach München. Ihnen zur Seite gestellt wurde Robert, der der Truppe während der Zugfahrt den letzten (moralischen) Schliff verpassen und sie sicher zum Spiellokal bringen sollte.

 

 

Die Partien begannen um 11.00 Uhr, die Münchner hatten dankenswerterweise einer Vorverlegung um drei Stunden zugestimmt, damit unserer Vierten am Abend gegen den SK Friedberg II in der Kreisliga I nicht wichtige Spieler fehlten, und es wurde schnell klar, dass wir keine Gnade zu erwarten hatten.

 

 

Vincent musste sich am Spitzenbrett behaupten, Katarina gab ihr Debüt am zweiten Brett und versuchte, obwohl mit Schwarz spielend, die Initiative frühzeitig an sich zu reißen, Michael und Alex ließen zunächst nichts anbrennen und bei Raphael war noch nicht abzusehen, in welche Richtung sein Genie an jenem Tag ausschlagen wird. Lediglich Orhan, der quasi ins kalte Wasser geworfen wurde, ist er doch erst seit wenigen Wochen im Verein, hatte frühzeitig Schwierigkeiten, war ihm doch die Eröffnung des Gegners nicht geläufig.

 

 

Es war dann auch Orhan, der für die Führung der Münchner sorgen sollte. Ihm war es schlicht nicht gelungen, alle Probleme zufriedenstellend zu lösen, was sein junger Gegner souverän auszunutzen gewusst hatte. – 1:0 aus Münchner Sicht. 

 

 

Diese Niederlage hatte sich frühzeitig abgezeichnet, sodass sie keine Überraschung darstellte. Anders dagegen wurde Michaels plötzliches Auftauchen im Analysebereich aufgenommen. Er hatte nämlich in ausgeglichener Stellung unvermittelt eine Figur eingestellt und sofort die Waffen gestreckt – 2:0 aus der Sicht des Gastgebers.

 

 

Nun drohte eine deutliche Niederlage, denn Vincent hatte einen gehörigen Druck auszuhalten, Alex und Raphael standen, wenn überhaupt, so doch nur unwesentlich besser, und nur Katarina war es gelungen, aus einer kleinen Initiative eine „kontrollierte Offensive“ aufzubauen.

 

 

Scheinbar empfand Alexanders Gegnerin die Art und Weise, wie die Führung der Münchner ausgebaut worden war, als ungerecht, weshalb sie sich als unsere Glücksfee offenbarte, indem sie Michaels Beispiel folgte und ihrerseits eine Figur stehenließ – 2:1 aus der Sicht der Hauptstädter.

 

 

Damit witterten wir wieder Morgenluft, hatte sich doch mittlerweile neben Katarina auch Raphael einen Vorteil erspielt und Vincent hielt zwar immer noch das Kinn hin, aber er fiel einfach nicht um.

 

 

Danach ging es relativ flott. Während Raphael für den Ausgleich sorgte – eine schöne Partie -, hatte Vincents Gegner eingesehen, dass unser frecher Blondschopf an jenem Tag mehr einzustecken als der Gegner auszuteilen vermochte – 2,5:2,5.

 

 

Verblieb also nur noch unsere Amazone, die nunmehr überwältigend stand und keinerlei Anstalten machte, etwas anderes als einen Sieg einzufahren. Und das tat sie dann auch, womit der Wettkampf für uns entschieden wurde – 2,5:3,5 aus der Sicht der Münchner.

 

 

 

Fazit:

 

 

Eine starke Vorstellung unseres Sechsers, der selbst nach einem 0:2-Rückstand nicht aufsteckte, geduldig agierte und sich letztlich selber belohnte.

 

 

Sollte die Mannschaft diese Form und diesen Kampfgeist beibehalten, dann wird sie zweifelsohne wesentlich besser abschneiden, als sie momentan selber für möglich hält.

 

 

Denn netten Münchnern sei auf den Weg gegeben, dass sie die Köpfe nicht hängenlassen sollen. Wenngleich es kein optimaler Start in die Bayernliga war, so muss man sich trotz zahlreicher Absteiger keine machen, werden doch ganz sicher noch viele Punkte folgen.

Am 3. Dezember geht es bereits weiter. Wir müssen nach Garching und dort eine Doppelrunde absolvieren. Mal sehen, wie die Tabelle danach aussehen wird.

 

 

Apropos Tabelle, alle Paarungen, Ergebnisse und Partien gibt es wie gewohnt im heißgeliebten Ligamanager. Viel Spaß. J  


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