Versammlungen in Schwaben

Fehlende Impulse

 

 

Am 24. Juli fanden beim SK Kriegshaber die Jahreshauptversammlungen der Schwäbischen Schachjugend und des Bezirksverbandes Schwaben statt, wo neben den üblichen Wahlen auch vor allem Entscheidungen getroffen wurden, die den Spielbetrieb betreffen.

 

Natürlich durfte da kein Vertreter unseres Vereins fehlen, denn neben dem Erhalt aller Informationen aus erster Hand bestand die Möglichkeit, Diskussionen um Aspekte zu erweitern, die anderenfalls wohl eher untergegangen wären.

 

Da sich jedoch solche Veranstaltungen in unseren Reihen keiner allzu großen Beliebtheit erfreuen, gebührte mir in meiner Funktion als erster Vorsitzender wieder einmal die Ehre, die Versammlungen zu besuchen und dabei nicht nur unsere Vereinsinteressen, sondern zugleich möglichst die Interessen des Schachsports zu wahren.

 

 

Das aktuelle Modell der Versammlungen sieht dergestalt aus, dass am Vormittag die Jugendversammlung stattfindet, der am Nachmittag jene der Erwachsenen folgt, womit nicht nur ein Termin, sondern auch reichlich Fahrtzeit eingespart wird. Eine Form, der durchaus eine Zukunft beschieden sein sollte.

 

Wie dem auch sei, als gegen 9.30 Uhr  die Jugendversammlung eröffnet wurde, da waren verhältnismäßig wenige Vereinsvertreter zugegen, was nur die bestehende Befürchtung bestätigte, dass die Jugendarbeit in der Mehrzahl der 56 in Schwaben gemeldeten Vereine eher darbt, als blüht.

 

Dieser Eindruck sollte sich in der Folge dramatisch verstärken, denn nach der Wahl der Vorstandschaft, die sich in dieser schwierigen Zeit erfreulicherweise geschlossen zur Wiederwahl gestellt hatte und der auch das Vertrauen ausgesprochen wurde, ging es um die Klärung der Frage, wie man mehr Vereine dazu anhalten könne, am Mannschaftsspielbetrieb teilzunehmen.

 

In der nachgeholten Saison, um einen Vertreter auf bayerische Ebene melden zu können, wurden in drei Wettbewerben (U20, U16 und U14) insgesamt nur sieben Teams gemeldet, nämlich je drei vom VfL Leipheim und uns und ein Vierer kam vom TSV Haunstetten.

 

Beim Rainer SC glaubte man, die Ursache hierfür in den hohen Geldbußen, welche für das Freilassen von Brettern fällig werden, erkannt zu haben, weshalb ein Antrag eingereicht wurde, die Bußen vorübergehend von 12,50 € auf 5,- € zu reduzieren, um die Anmeldezahlen zu erhöhen.

 

Dem Einwand aus Leipheim, dass es um das Spielen gehe und nicht nur darum die Anmeldezahlen zu erhöhen, wurde genauso wenig Bedeutung beigemessen, wie meinem, dass die Probleme der Vereine nicht monetärer Natur seien, man ihnen daher sogar eine Antrittspremiere auszahlen könne, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Entsprechend wurde der Antrag angenommen und wir dürfen nun alle gespannt sein, inwieweit diese Initiative Früchte tragen wird.

 

Ferner wurde der neue Spielplan verabschiedet, der natürlich noch die ein oder andere Änderung erfahren könnte, sofern sich auf übergeordneter Ebene Änderungen ergeben sollten, doch strahlt man zumindest Optimismus aus, dass es im Herbst regulär weitergehen könnte und ermöglicht den Vereinen eine gewisse Planungssicherheit.

 

 

Nach einer kurzen Mittagspause ging es auch schon weiter, wobei sich der entsprechende Vorsitzende über die Anwesenheit einer deutlich größeren Anzahl an Vereinsvertretern erfreuen durfte. Das verwunderte auch nicht, galt es doch neben Wahlen auch viele Probleme zu lösen, zumindest jedoch zu debattieren.

 

Die Wahlen verliefen ereignisarm, sodass die gesamte Vorstandschaft einstimmig wiedergewählt wurde. Lediglich der 2. Spielleiter, der den Abschluss der Saison 2019/2021 kurzfristig von Juli in den September verschoben hatte, bekam einen gewissen Unmut in Form von Enthaltungen zu spüren, die jedoch nichts an der Einstimmigkeit seiner Wiederwahl änderten.

 

Anschließend ging es um den Spielbetrieb bzw. wie es in der neuen Spielzeit weitergehen soll. Ein beinahe schon als kläglich zu bezeichnender Versuch aus Mering, die alte Saison doch noch abzurechnen, anstatt im September zu Ende zu spielen, um auf diese Weise Planungssicherheit zu erhalten, wurde eindeutig abgelehnt und so dürfen wir uns auf einen voraussichtlichen Start der Schwabenligen im November freuen.

 

Um der neuen Saison finanziell entspannter entgegensehen zu können, wurde seitens des Kassenwartes der Vorschlag unterbreitet, den Vereinen für ein Jahr die Beiträge zu erlassen und so „en passant“ den Überschuss weiter abzubauen. Zumindest eine Initiative, wobei nicht einleuchten will, wie man damit der Überalterung einzelner Vereine – Beispielsweise hat der SC Gersthofen laut „schach.in“ einen Alterdurchschnitt von 66 Jahren, den der TSV Steppach scheinbar mühelos um weitere acht Jahre überbietet – oder anderen Problemen – Der SC Günzburg/Reisensburg wird sich wohl auflösen, der SC Burlafingen gedenkt sich vom Spielbetrieb zurückzuziehen und der VfL Leipheim denkt angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten im Kreisverband Nordschwaben laut darüber nach, ins Exil nach Württemberg zu gehen – begegnen möchte.

 

Ein Vorschlag meinerseits, das „zu vernichtende“ Geld in das Engagement eines oder gar mehrerer FSJ-ler zu investieren und diese dann in die Krisenregionen zu schicken, stieß auf Bedenken wegen des Finanzamtes. Andere Vorschläge wurden in dieser Richtung nicht unterbreitet, was dahingehend bedauerlich ist, gab es doch vor einigen Jahren den äußerst löblichen Ansatz der Förderung der Ausbildung von Übungsleitern. Wäre vielleicht eine weitere Überlegung wert, denn wir können doch nicht tatenlos zusehen, wie demnächst ein Verein nach dem anderen die Pforten schließt, oder?

 

Schließlich wurde die Versammlung beendet und die Teilnehmer machten sich in der Gewissheit auf, dass viel Eigeninitiative vonnöten ist, um wenigstens im engsten Umkreis die Sorgen abzumildern. Der VfL Leipheim ging während der Zwangspause mit bestem Beispiel voran und stellte sein Wissen und seinen Trainerstab zur Verfügung, um etwas in Nordschwaben anzustoßen. Wahrscheinlich ist das sogar der richtige Ansatz, den es aufzunehmen gilt. Ein breiteres Netz an Kooperationen könnte so manches Problem lösen.

 

 

 


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