Viel Lärm um nichts

Kreisliga 1: Lechhausen – Schachfreunde IV

Als stolzer verlustpunktfreier Tabellenzweiter fuhren wir zum Tabellenführer Lechhausen. Wir, das waren leider nur sechs Leutchen, da sich trotz intensiver Bemühungen von Alex R. sen., die bis zum Spieltag andauerten, niemand fand, der mit uns die Tabellenspitze erstürmen wollte. Sehr schade, denn gute und interessante Gegner warteten somit vergeblich.

Wir starteten also mit 0:2, was Michael Schr. (Brett 3) offenbar überhaupt nicht passte. Denn entweder hatte sein Gegner vergessen, eine Leichtfigur aufzustellen, oder diese ging ihm bereits in der Eröffnung auf geheimnisvolle Weise verloren. Michael tauschte alles, was es an Figuren zu tauschen gab, und hatte nach weniger als einer Stunde gewonnen. Sicher passte auch Dominic (Brett 4) der Spielstand nicht, aber leider war es nicht sein Tag. Zwar hatte er nur einen Bauern weniger, der zudem ein ungefährlicher Doppelbauer war. Aber die Stellung kippte offenbar in geringer Zeit und kurz nach Michaels Sieg gab Dominic den Punkt verloren (1:3).

Unsere Laune spiegelte sich in einem Drama, das draußen vor dem Gemeindezentrum ablief, in dem wir spielten. Gerne hätten wir angesichts unserer trostlosen Lage so geschrien wie die dem Trunk zugetanen und zunehmend kampflustigen Zuschauer vor dem großen Fenster, die uns immerhin trotz ihres Geisteszustands lautstark zu erkennen vermochten: „Des sind Schachspieler!“ Die Schachetikette hielt uns davon ab.

Wir nahmen die Zuschauer aber insofern zum Vorbild, als wir auch zu kämpfen begannen. An Brett 5 bis 7 schien noch alles drin, aber nur ich hatte an Brett 7 eine Gewinnstellung, nachdem mein Gegner in der scharfen Eröffnung eine Taktik übersehen, einen Bauern eingebüßt und einen herumirrenden König zu verteidigen hatte. Ich konnte das relativ unproblematisch abwickeln und erreichte schließlich ein Bauernendspiel mit mehreren Bauern Vorteil (2:3). Das Sieggebrüll überließ ich den Gefährten draußen.

In seinem ersten Einsatz in der Kreisliga 1 hatte Daniel es an Brett 8 gleich mit einem Gegner zu tun, dessen DWZ nicht weit von 1900 entfernt liegt. Er hielt sich lange gut, konnte aus seinem isolierten Damenbauern zwar keinen Vorteil schlagen, verteidigte ihn aber auch zuverlässig. Der erfahrene Gegner erhöhte jedoch den Druck, versuchte durch Abtausch den Damenbauern zu schwächen, die Koordination der weißen Figuren wurde schwächer und schließlich ging etwas unnötig Material verloren. Weiß ließ sich das nicht mehr nehmen und Wutgeheul untermalte den Spielstand (2:4).

Alex R. sen. (Brett 6) war nach langem recht ausgeglichenem Kampf im Mittelspiel in ein Turmendspiel geraten, in dem er einen gedeckten Freibauern hatte, aber die Figuren des Gegner waren aktiver. Außerdem hatte Weiß ebenfalls einen Freibauern auf der h-Linie. Da war nicht mehr als ein Remis drin (2,5:4,5).

Katarina (Brett 5) war mit ihrer Eröffnung unzufrieden, mit der gegnerischen Verwertung seines Vorteils aber ebenso. Die Entwicklung war beiderseits etwas verzögert, Katarina hatte zunächst die bessere Bauernstruktur, Schwarz aber das Läuferpaar. Allerdings stand einer der Läufer denkbar schlecht, eingemauert auf b7. Katarina konnte endlich ihren Damenspringer entwickeln, musste aber Felderschwächen am Königsflügel hinnehmen und ihr König geriet unter Beschuss. Etwas glücklich überstand sie den Angriff. Im ausgeglichenen Endspiel lohnte es sich nicht mehr, um den ganzen Punkt zu kämpfen, denn verloren hatten wir ja ohnehin schon (3:5).

Zu sechst kann man bei Lechhausen natürlich nicht gewinnen. Zwar haben wir uns achtbar geschlagen, aber trotzdem war es ein trostloser Abend. Auch die Zuschauer draußen hatten das eingesehen und sich davongemacht.

Bei drei noch ausstehenden Begegnungen müssen wir am 20. April schauen, dass wir gegen Haunstetten III punkten und nicht weiter nach hinten rutschen.


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