Bayerische Meisterschaft der Jugend; U10 und U10w

Fehler eines Trainers

 

 

Zwei Tage nach Beginn der Landesmeisterschaften bei den U14w – U18w starteten auch für die U10-er die Bayerischen in Neumarkt, an denen mit Barbara und Leonas zwei unserer „Jünglinge“ teilnahmen.

 

Leider blieben beide teils weit unter ihren Möglichkeiten, was jedoch nur zu einem geringen Teil ihrem Spiel geschuldet war, vielmehr lag die Verantwortung hierfür überwiegend beim Trainer, sprich meiner Wenigkeit, der das Fernziel „Spitzenspieler“ vor Augen habend, auf eine Anwendung der neuen Eröffnungen bestand, diese aber offenbar nicht gut genug vermittelt hatte.

 

Die nahezu zwangsläufige Folge war, dass unsere beiden kleinen Helden mit Schwarz 0,5/7 holten, womit ein größerer Erfolg unmöglich war. Doch zum Glück fand damit bereits die Einführung statt, sodass künftig ganz sicher gänzlich andere Resultate gefeiert werden können. 🙂

 

 

Die Vorfreude war groß, weshalb Barbara und Leonas das Angebot der zusätzlichen Trainingseinheiten nur allzu gerne in Anspruch nahmen. Mit dem bis dato Gelernten und der Vertiefung des Wissens sollten gute Voraussetzungen geschaffen werden, um auf der jeweiligen Meisterschaft zu glänzen.

 

Allerdings war zwischen dem einst Besprochenen und der Vertiefung wegen der allseits bekannten Zwangspause viel Zeit verstrichen, sodass deutliche Lücken vorhanden waren, die zu schließen nicht nur vermeintlich gelang. Eine Situation, die erst später richtig in Erscheinung treten sollte.

 

 

U10 – „Gestählt für Neues“:

 

Obwohl Leonas erst sieben Jahre alt ist, verfügt er über einen überaus scharfen taktischen Blick, der ihn geradezu zwangsläufig in die Rolle eines Geheimfavoriten beförderte, besteht doch unser schönes Spiel überwiegend aus Taktik. Dies gepaart mit einem soliden Repertoire und einer vernünftigen Zeiteinteilung sollten die Grundpfeiler seines Spiels sein. Soweit zumindest die Theorie.

 

Doch schon in der ersten Partie zeigte sich, dass dies noch nicht so umgesetzt werden konnte, denn nicht nur, dass Leonas in der Eröffnung offenbarte, dass er nicht genau wusste bzw. entgangen war, was der Plan seiner Verteidigung ist, er zo auch anfangs viel zu schnell, um dies mittels seiner Rechenkraft kompensieren zu können, was die erste Niederlage nach sich zog.

 

Und eben dieses verhängnisvolle Duo, nämlich gefährliches halbwissen hinsichtlich der Eröffnungsbehandlung und das schnelle Spiel zogen sich wie ein roter Faden durch sein Turnier, was Niederlage um Niederlage folgen ließ, ohne dass er sich je eine echte Chance gegeben hätte, seine überuas beeindruckenden taktischen Fähigkeiten auszuspielen.

 

Letztlich zierte er mit 0/6 das Tabellenende. So bitter diese Erfahrung auch gewesen sein mag, es war auf alle Fälle lehrreich, weshalb sich bei unserer Frohnatur ein solches Ergebnis sicher nie wieder wiederholen wird. Ich jedenfalls freue mich auf seine nächsten Auftritte und kann allen nur raten, Leonasens Entwicklung gut zu beobachten. 🙂

 

 

U10w – „Ein leerer Köcher“:

 

Der Anteil an „Amazonen“ in den Schachvereinen ist recht übersichtlich, worin selbst unser Verein leider keine Ausnahme darstellt. Deshalb ist es für uns umso erfreulicher, dass mit Barbara eine neue heranwächst. Ihr Fleiß und ihr Gespür für richtige Entscheidungen sind beste Voraussetzungen, um im Schach richtig weit zu kommen.

 

Die ersten Sprossen der vor ihr stehenden Karriereleiter wollte sie bereits bei der diesjährigen Bayerischen erklimmen, fuhr entsprechend motiviert hin und legte auch mit einem überzeugenden Sieg in der ersten Runden gleich einen vielversprechenden Start hin – 1/1.

 

Derart hätte es gerne weitergehen können, wenn sie in der zweiten Runde nicht die schwarzen Steine geführt hätte, wo die „Französische Verteidigung“ auf dem Programm stand. Anfänglich sah zwar alles noch gefällig aus, doch mit zunehmender Dauer verlor sie den Faden, später Material und schließlich gar den vollen Zähler – 1/2.

 

Diese in der Form nicht erwartete Niederlage warf unsere Barbara etwas aus der Bahn und die eingangs erwähnte nur scheinbar vorhandene Verteidigung erledigte den Rest. Trotz größter Anstrengungen vermochte sie nie die 50%-Marke zu überschreiten, obwohl sie ständig um sie herum tänzelte, und blieb nach einer Niederlage, natürlich wieder mit dem „Franzosen“, mit 2,5/6 letztlich darunter. Schade, wäre auch hier doch wesentlich mehr drin gewesen.

 

 

Fazit:

 

Wenngleich das Ergebnis sicherlich kein strahlendes Leuchten in den Augen unserer „Jünglinge“ hervorgezaubert hat, haben sie ihre Sache, von einigen Kleinigkeiten einmal abgesehen, sehr ordentlich gemacht, haben eine Unmenge an Erfahrung mit dem „Franzosen“ gesammelt und diese wird schon in den nächsten Einsätzen Früchte tragen. Daran besteht kein Zweifel!

 

Wer sich die entsprechenden Tabellen ansehen möchte, der wir in der U10 hier fündig, während er für die U10w auf diese Seite blicken muss.

 

 

 


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