Ein regelrechter Frühstarter
Entgegen der anderen Einzelmeisterschaften der Jugend fand die meines Wissens in diesem Jahr erstmals ausgespielte Bayerische U8-Meisterschaft statt. Insgesamt gingen 21 Teilnehmer an den Start, die ihren Meister ausspielten, und mittendrin unser Leonas, der sich mit seinen sechs Jahren beachtlich schlug.
Furchtlos, wie es sich für einen echten Schachfreund geziemt, ergriff Leonas die Gelegenheit, sich auf Landesebene mit Gleichaltrigen zu messen, obwohl sein Erfahrungsschatz hinsichtlich des Turnierschachs noch recht überschaubar war.
Er packte seine sieben Sachen, verfrachtete den Papa ins Auto und ließ sich von selbigem zum Turnierort ins ferne Obersteinbach fahren, um dort der Konkurrenz auf den Zahn zu fühlen. Gut, nominell zählte er nicht zu den Favoriten, zumal er nicht Inhaber einer wie auch immer gearteten DWZ war, doch ist Papier bekanntlich geduldig und Zahlen sind eben nur Zahlen.
Entsprechend selbstbewusst legte er mit Weiß los, musste aber gleich in der ersten Runde etwas überrascht feststellen, dass der Gegner seine Steinchen überaus geschickt auf dem Brett zu bewegen wusste. Leider gar so gut, dass das Turnier mit einer Niederlage begann 0/1.
Von diesem Anfang gänzlich unbeeindruckt versuchte er in der darauffolgenden Runde sein Missgeschick vergessen zu machen, indem er mit Schwarz zur Offensive blies. Diese wurde wohl etwas überhastet aufgezogen, sodass das Schlachtenglück hin und her wogte, ihm aber am Schluss hold blieb und er sich über seinen ersten vollen Zähler freuen konnte – 1/2.
So hätte es gerne weitergehen können, wären da nicht gewisse Schwächen im Aufbau gewesen, die der nächste Gegner trefflich zu nutzen wusste, was Leonas eine weitere Null bescherte – 1/3.
Von da an schien er endgültig im Turnier angekommen zu sein, denn die Qualität der nun folgenden Partien nahm merklich zu. Zwar machte sich dies zunächst nicht in seinem Punktestand bemerkbar, denn er unterlag auch in der vierten Runde in einer sehenswerten Partie, doch die Runden fünf und sechs standen voll in seinem Zeichen – 3/6.
Die Schlussrunde sollte die Entscheidung darüber bringen, ob unser Jungmeister die 50%-Marke knacken würde, was ihm quasi „en passant“ eine Platzierung unter den Top 10 gesichert hätte. Die Voraussetzungen hierfür waren denkbar gut, hatte er doch nicht nur die weißen Steine, auch sein Selbstvertauen, das zwischendurch etwas in Mitleidenschaft gezogen worden war, war nach den jüngsten Siegen gleichfalls wiederhergestellt.
Allerdings ging es für den Gegner ebenfalls um viel, weshalb es zu der erwartet schweren Partie kam, in der beide Spieler auf recht hohem Niveau zu kämpfen wussten. Es hätte auch nicht viel gefehlt und Leonas wäre der Coup gelungen, aber bedauerlicherweise brachten einige Ungenauigkeiten zum Ende der Partie hin die Entscheidung zu Ungunsten unseres Matadors, weshalb er schlussendlich auf seinen bis dato erzielten Punkten sitzen blieb – 3/7; 15. Platz.
Fazit:
Gemessen daran, dass Leonas nach Abzug der „Corona-Pause“ erst seit etwas mehr als einem Jahr im Verein ist, ohne Trainer das Turnier zu bestreiten hatte und es überhaupt seine erste Meisterschaft dieser Art war, hat er sich blendend aus der Affaire gezogen. Bedenkt man zudem, dass er ganze drei Jahre vor unseren aktuellen Topjugendlichen die Arena auf bayerischer Ebene betreten hat, dann kann man erahnen, welch ein Spieler hier heranwächst. 🙂
Alle Ergebnisse, Tabellen und diverse andere Berichte sind auf der Homepage der BSJ nachzulesen, der an dieser Stelle der Dank gebührt, dass sie sich nicht von „Corona“ erschrecken lässt und den Spielbetrieb für den Nachwuchs ermöglicht!
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