Schwäbische U14-Mannschaftsmeisterschaft – Ein schöner Zieleinlauf

Nachdem die ersten drei Runden der Meisterschaft so gut und erfolgreich verlaufen waren, wollten die Jungs mit zwei weiteren Siegen den Titel sicher nach Hause bringen.

Die Voraussetzungen hierfür waren denkbar günstig, denn nicht nur, dass man den Heimvorteil hatte, auch ließ das Restprogramm angesichts des jeweiligen Tabellenstandes keine großen Überraschungen erwarten.

Soweit die Theorie, doch die Entscheidung fällt bekanntlich am Brett, weshalb man konzentriert zu Werke ging.

 

In der 4. Runde, die die erste des Turniertages war, traf unsere Mannschaft auf die Jungs aus Kriegshaber, die mit einem hohen Sieg selber noch Chancen auf die Meisterschaft gehabt hätten.

Diese wollten sie offensichtlich auch nutzen, mieden aber den direkten Angriff, sondern griffen vielmehr auf ruhigere bzw. unorthodoxe Eröffnungen zurück, um so etwaige Theorieduelle zu vermeiden.

Allerdings ließ sich nur Erik von dieser Vorgehensweise verwirren, während die anderen drei schnell Vorteil erlangten. Felix und Robert überrannten die gegnerischen Stellungen bereits in der Eröffnungsphase und sorgten so für eine beruhigende 2:0-Führung. Zarko hatte mit Schwarz eine solide Druckstellung aufgebaut und setzte an, seinen alten Bekannten Max Kling einzuschnüren, als dieser einen vergifteten Bauern schlug, zunächst eine Figur und anschließend den ganzen Punkt einbüßte – 3:0.

Ach ja, Erik kämpfte ja immer noch, wobei seine Stellung immer mehr zerbröselte, spielte doch sein Gegner, der Sieger des Kriegshaber Jugendpokals Matthias Frenkel, äußerst routiniert und zielstrebig. Doch als jedwede Hoffnung für Erik verloren schien, da unterlief seinem Gegner der wohl einzige nennenswerte Fehler der Partie und die Begegnung endete überraschenderweise mit einem Patt – 3,5:0,5!

 

Nach diesem hohen Sieg schien die Anspannung merklich abgefallen zu sein, galt es doch nun gegen den Vorletzten aus Burlafingen anzutreten. Doch diese Mannschaft war deutlich besser als es ihr Tabellenstand vermuten ließ und sie verfügten mit Nina Linder über eine Spielerin, die zu diesem Zeitpunkt 4/4 vorweisen konnte. Deswegen sah ich mich veranlasst, an die Mannschaft einige mahnende Worte zu richten, die dann zwar zur Kenntnis genommen wurden, ansonsten aber bis auf bei Erik schlichtweg verhallten.

 

Denn anders lässt es sich nicht erklären, was nun folgte. Lediglich Erik zog einen lehrbuchartigen Angriff auf, den er auch sehr schnell zum Sieg führte, doch die anderen drei ließen die bis dato an den Tag gelegte Souveränität vermissen.

Zwar gewann Felix bereits in der frühen Eröffnung einen wichtigen Zentralbauern des Gegners, gestattete es diesem aber, eine derartige Druckstellung aufzubauen, dass sich unser Felix genötigt sah, Material zurückzugeben. Allerdings brachte dies nicht die gewünschte Entlastung, sodass er kurze Zeit später dennoch die Segel streichen musste – 1:1.

Zarko und Robert hatten nicht nur keinen Vorteil erspielen können, man hatte auch größte Mühe den Ausgleich zu erspähen.

Während Zarko vollauf damit beschäftigt war, das gegnerische Läuferpaar in Zaum zu halten, schienen doch dem Gegner alle Bauernhebel dieser Welt zur Verfügung zu stehen, musste sich Robert in einem Turmendspiel mit einem Minusbauern quälen, das er aber zu meiner Verwunderung noch unbedingt gewinnen zu wollen schien, obwohl keinerlei Gründe für diesen Optimismus vorhanden waren. Es bahnte sich die erste Niederlage an!

Doch dann geschah etwas Unerwartetes, indem Yannik Linder beim Rückzug der Dame das vermutlich schlechteste Feld fand, wonach seine Stellung binnen weniger Züge zusammenbrach. Diese Gelegenheit ließ sich Zarko nicht mehr nehmen, erhöhte zum 2:1 und sicherte so den ersten Mannschaftstitel der Vereinsgeschichte! Ich gratuliere Euch herzlich dazu!

Davon vollkommen unbeeindruckt kämpften und rackerten Nina und Robert. Die beiden boten alles auf, um die Zuschauer bei Laune zu halten, die, je nachdem mit wem sie sympathisierten, ein wahres Wechselbad der Gefühle erlebten. Und so kam es, dass kurz vor Ablauf der Bedenkzeit, sich Nina in einer Remisstellung und nachdem sie mehrere Möglichkeiten zum Sieg ungenutzt hatte verstreichen lassen, mattsetzen ließ – 3:1.

 

Somit stand zwar das von vielen Kiebitzen erwartete, aber vollkommen unverdiente Ergebnis dieser Begegnung fest und unsere Jungs dürfen sich nun als Bezirksmeister auf neue Herausforderungen auf bayerischer Ebene freuen.

 

Einzelergebnisse:

1. Brett: Zarko Vuckovic         5,0/5

2. Brett: Felix Grabowski         3,5/5

3. Brett: Erik Weisheit             3,0/5

4. Brett: Robert Vuckovic        5,0/5

 Bericht von Aleksandar Vuckovic

14.01.2013


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert