Alle für einen
Über einen wahrhaft schönen Erfolg durfte sich unser U16-Team freuen, dem trotz eines empfindlichen altersbedingten Aderlasses die Titelverteidigung gelang. Zwei starke Vorstellungen gegen die Auswahl des VfL Leipheim bzw. des SK Kriegshaber garantierten die Meisterschaft und wahrten den Traum von einer erneuten Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch. 🙂
Im Gegensatz zu unseren „Kurzen“, die all Ihre Begegnungen im Schutz unserer „Zitadelle“ absolvieren durften, musste unser U16-Vierer eine regelrechte Odyssee durchleben, galt es doch an jenem Morgen zunächst in Leipheim anzutreten, um am Nachmittag als Gastgeber zu fungieren.
Ungeachtet dieser logistischer Schwierigkeiten waren alle Beteiligten froh, dass der Ablauf derart hat stattfinden können, hatte doch erst die Bereitschaft der Nordschwaben, den Wettkampf zu verlegen, einen eben solchen entstehen lassen. Deswegen fuhren Behzad, Katarina, Raphael und Sergej bestens gelaunt und vorbereitet in die „Güssenstadt“.
Dort angekommen ging es auch gleich zeitig los, wobei schnell klar wurde, warum auch in dieser Altersstufe dem Duell „VfL Leipheim vs. Schachfreunde Augsburg“ eine Vorentscheidung innewohnt, denn an allen Brettern wurde konzentriert und gut gespielt.
Dabei wurde schnell offensichtlich, dass Katarina, nach Alexander Bs. und Jakobs „Abgang“ nunmehr am Spitzenbrett spielend, von der Vorbereitung durch ihren großen Bruder profitierte. Sie hielt sich konsequent an die erteilten Ratschläge, zwang damit ihren Gegner früh in die Defensive und schien mit dieser Situation durchaus gut umzugehen zu wissen.
Die Jungs hielten zu jenem Zeitpunkt allerorten das Gleichgewicht, was bei Sergej angesichts seiner relativ geringen Spielpraxis erfreute, während man bei Raphael, dem Spieler der Saison, sich etwas mehr erhofft hatte.
Es schien, als würde es lange bis zum ersten Ergebnis dauern, doch wurden die Zuschauer eines Besseren belehrt. Unvermittelt gingen die Leipheimer in Führung, denn Sergej hatte etwas übersehen und sich damit um die Früchte seines bis dato guten Spiels gebracht – 1:0 aus der Sicht der Leipheimer.
Glücklicherweise sollte es nicht lange dauern und der verdiente Ausgleich wurde erzielt. Raphael hatte in seiner unnachahmlichen Art, wie er sie in dieser Spielzeit so oft zelebriert hatte, aus dem Nichts ein Druckspiel entfacht, dem der Gegner letztlich unterlag – 1:1.
Mit Behzad und Katarina spielten unsere beiden Routiniers, was aber für die Gegenseite gleichfalls zutraf. Katarina hatte zwischenzeitlich weitere Vorteile angehäuft und stand nun deutlich überlegen, während Behzads Stellung nach wie vor ungemein fest war. Sie war sogar dermaßen fest, dass sein Gegner von weiteren Gewinnversuchen absah und ein Remis anbot, was unser „Schweiger“ angesichts der Lage am Spitzenbrett annahm – 1,5:1,5.
Eine absolut richtige Entscheidung, denn unsere „Amazone“ ließ nichts mehr anbrennen, erreichte eine überragende Stellung, gewann Material und entsprechend mühelos die Partie – 1,5:2,5 aus der Sicht der Leipheimer.
Kaum dass die letzte Partie beendet und das Partieformular unterschrieben war, begab sich unser Vierer in „Opa Reiners“ Auto – Nochmals herzlichen Dank für die Fahrerei und die moralische Unterstützung vor Ort! -, galt es doch zügig in die Fuggerstadt zu gelang, dort eine Kleinigkeit zu essen und gegen Kriegshabers U16-Team zu bestehen, was gleichbedeutend mit der Meisterschaft gewesen wäre.
Nachdem alles perfekt geklappt hatte, traf man pünktlichst in der „Zitadelle“ ein, wo gerade die letzten Züge der dritten Runde in der U12 auf das jeweilige Brett „gefeuert“ wurden. So bekamen Behzad, Katarina, Raphael und Sergej zwar noch mit, wie unsere „Kurzen“ Bezirksmeister wurden, hatten jedoch keine zeit, sich länger darüber zu freuen, denn die eigenen Partien riefen.
Kurz nach Andrücken der Uhren wurde klar, dass unsere Recken die Rolle als Hausherren bzw. -dame ausgesprochen ernst nahmen, denn während Sergej und sein Gegner mit Kampfhandlungen eher geizten, drückten Behzad, Katarina und Raphael deutlich. Letzterer gar so sehr, dass des Gegners Stellung unvermittelt zusammenbrach – 1:0.
Hätte nun Sergej tatsächlich den Remishafen angesteuert, der gesamte Verlauf wäre etwas entspannter gewesen, standen doch die Spitzenbretter dermaßen gut, dass ein Kantersieg wahrscheinlich hätte verbucht werden können. Doch leider unterschätzte er des Gegners harmlos anmutenden Angriff, verteidigte sich eher suboptimal und musste deswegen die Segel streichen – 1:1.
Trotz dieser unerwarteten Niederlage wollte sich kein Gefühl der Sorge einstellen, denn die Situation an den ersten beiden Brettern hatte sich zwischenzeitlich, so unmöglich das auch anmuten mag, weiter verbessert. Behzad steuerte zielstrebig einer Gewinnstellung entgegen und Katarina freute sich nicht nur über des gegners Zeitnot, sie durfte auch mit einer Dame mehr auf dem Brett agieren.
Was dann folgte, das war gelinde gesagt kurios. Während Behzad erwartungsgemäß einen Sieg beisteuerte, womit die Meisterschaft in trockenen Tüchern war, begann Katarina Gespenster zu sehen – Für all den Vorteil war ihr König im Zentrum hängengeblieben. -, näherte sich hinsichtlich der Bedenkzeit dem Gegner an und griff dabei gleich mehrere Male dermaßen fehl, dass sie ihre Partie letztlich sogar verlor – 2:2.
Fazit:
Da sich unser Nachwuch einer breiten Basis erfreut, kommen solche Erfolge trotz regelmäßiger „Generationswechsel“ nicht unbedingt überraschend. Trotzdem ist es sehr erfreulich, wenn man so sieht, wie es stetig weitergeht. Ob es diese Truppe letztlich ebenfalls bis zur Deutschen schaffen wird, das bleibt abzuwarten. An Fleiß und Einsatzwillen mangelt es ihr jedenfalls nicht. 🙂
Alle Aufstellungen, Ergebnisse und sonstige Dinge gibt es wie üblich im Ligamanager. Viel Spaß beim Schmökern. 🙂
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