Ein schmerzvoller Neubeginn
Noch vor zwei Spielzeiten glänzte unsere Zweite als Sieger der Landesliga, konnte aber nur deshalb nicht aufsteigen, weil die Erste bereits einen Startplatz für unseren Verein wahrgenommen hatte, und in der Saison darauf hatte man sich darüber geärgert, dass nur die Vizemeisterschaft errungen wurde.
Doch nun heißt es kleine Brötchen backen, denn ein Generationswechsel und diverse andere Umstände haben zur Folge, dass ein Klassenerhalt die erklärte Vorgabe im diesjährigen Wettbewerb ist. Hierzu wäre es jedoch dringend erforderlich gewesen, gegen den Konkurrenten aus Haunstetten zu obsiegen.
Entsprechend wichtig war die Begegnung, die allerdings mit 1,5:2,5 verloren ging, sodass es nun richtig spannend wird, ob uns letztlich das Erreichen des erstrebten Ziels vergönnt sein wird.
Als wenn die Herausforderung nicht ohnehin groß genug gewesen wäre, mussten auch noch einige Ausfälle kompensiert werden, weshalb mit Alexandra, Barbara und Vincent überwiegend U14- bzw. U12-Spieler nominiert werden mussten. Glücklicherweise war mit Raphael wenigstens ein erfahrener Spieler mit von der Partie, um etwas den Druck von den „Jünglingen“ zu nehmen.
Im Süden der Stadt angekommen, wurden wir freundlichst empfangen und waren sichtlich beeindruckt ob der hervorragenden Spielbedingungen, die zudem bestens geeignet waren, „Tante Corona“ ein weiteres Mal ein Schnippchen zu schlagen.
Die Uhren wurden alsbald in Gang gesetzt und die Begegnung nahm umgehend Fahrt auf. Raphael wollte des Gegners „Sizilianer“ förmlich überrennen, bei Vincent merkte man weder etwas davon, dass er die schwarzen Steine führte, noch dass er Bedenken gehabt hätte, bei den „Alten“ mitzuspielen, Barbara, immer noch mit einem gewissen erfüllt, weil sie vor ihrer älteren Schwester aufgestellt worden ist, ließ nichts anbrennen und Alexandra hatte mit Schwarz zu jenem Zeitpunkt noch alles im Griff.
So hätte es gerne weitergehen können, doch leider schien Alexandra das Spiellokal der Südstädter mit einem Gotteshaus zu verwechseln und glaubte fortan ihrem selbstbewusst auftretendem Gegner nahezu alles. Dies führte in der Folge zu einem unnötigen Figurenverlust, dem Ausschlagen eines Rückgewinns derselben mit besserer Stellung und mündete daher zwangsläufig in einer Niederlage – 1:0 aus der Sicht der Gastgeber. Sehr schade.
Lange mussten wir jedoch dem Rückstand nicht hinterherlaufen, denn Vincent spielte überragend, nutzte jede auch noch so kleine Ungenauigkeit des Gegners konsequent aus und belohnte sich folgerichtig mit dem vollen Zähler – 1:1.
Allerdings konnte auch keine Rede von einer Wende zu unseren Gunsten sein, hatte Barbara zwar in einer anspruchsvollen Partie nach wie vor alles unter Kontrolle, doch Raphael hatte in seinem ungestümen Vorwärtsdrang einen wichtigen Bauern eingestellt und stand mit dem Rücken zur Wand.
Dass er aber selbst in schier ausweglosen Situationen nicht resigniert, in diesen sogar umso kreativer zu sein scheint, das hatte er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen und machte hiervon auch gegen Haunstetten keine Ausnahme. Mit geschickten Manövern bewahrte er seine Stellung vor dem Zusammenbruch und plötzlich ereilte den Gegner eine Reklamation einer dreimaligen Stellungswiederholung, welcher der anwesende Schiedsrichter entsprach – 1,5:1,5.
Verblieb damit nur noch unsere junge „Amazone“ Barbara, die im Bestreben, eine Entscheidung zu Gunsten der Mannschaft herbeizuführen, das Risiko nach oben geschraubt hatte. Bedauerlicherweise, war der gewählte Plan aus zweierlei Gründen nicht der richtige. Zum einen hatte sich ihr Turm auf der Jagd nach Beute in Feindesland verirrt und vor allem die Sicherheit des eigenen Monarchen geriet zunehmend ins Wanken. Wie sehr, das demonstrierte ihr Gegner eindrucksvoll, womit Barbaras Niederlage zugleich jene des Teams bedeutete – 2,5:1,5 aus der Sicht der Haunstetter.
Eine traurige Wendung, wobei sich unsere „Babsi“ keine Vorwürfe machen muss, hat sie doch großen Kampfgeist bewiesen, der sie in den nächsten Jahren zweifelsohne zu einer großen Stütze in einem der U20-Teams machen wird. Etwas übrigens, was auf alle drei „Jünglinge“ zutrifft! 🙂
Fazit:
In einer spannenden Begegnung blieb der erwünschte Erfolg leider aus, sodass nun zu hoffen bleibt, dass die Mannschaft in der weiteren Folge vom „Verletzungspech“ verschont bleiben wird. Denn immerhin gibt es noch drei weitere Kandidaten, die in Schlagweite sind, während selbst die Topteams keineswegs derart stark sind, dass man hier und nicht etwas holen könnte.
Der weitere Verlauf der Saison wird es zeigen, in welche Richtung die Reise gehen wird. Bis dahin verweise ich auf den allseits bestens bekannten Ligamanager, der wie immer Ergebnisse, Partien und Statistiken bereithält. Viel Spaß beim Schmökern. 🙂
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