Schwäbische U12-MM; Vorrunde

Ein bitteres Plätzchen

 

 

Die Adventszeit war gerade angebrochen, doch von Besinnlichkeit keine Spur in unserer „Zitadelle“. Stattdessen herrschte ein reges Treiben, denn zu Beginn des Monats Dezember waren wir nicht nur mit fünf Mannschaften im Einsatz, wir hatten zudem mehrfach das Heimrecht und fungierten als Ausrichter für die Schwäbische U12- bzw. U16-Mannschaftsmeisterschaft.

 

Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene bevölkerten unsere Räume und Gänge, worunter auch die Jüngsten früh in Aktion traten, hatte doch ihr Turniertag schon um 10.00 Uhr begonnen.

 

Zwar hatten die Gebrüder Shatrava krankheitsbedingt absagen müssen, aber Alexander R. jun., Marcel, Michael R. und Michael St. träumten dennoch von höheren Weihen. Ein Wunsch, der trotz ihres zarten Alters, immerhin sind drei der vier Spieler noch U10-er, durchaus berechtigt war. Leider brachten sie sich letzten Endes selber um den verdienten Erfolg und werden daher nächstes Jahr einen neuen Anlauf nehmen müssen.

 

 

In dieser Spielzeit hatte sich erfreulicherweise eine Mannschaft mehr angemeldet als in jener zuvor, sodass es erforderlich war, in zwei Vorgruppen die Teilnehmer der Endrunde zu ermitteln. Und während im fernen Krumbach die Teams des dortigen Gastgebers, des SK Kriegshaber und des SK Rochade Augsburg aufeinandertrafen, fochten bei uns zwei weitere Mannschaften der zuletzt genannten Vereine, ein Vierer vom TSV Haunstetten und unsere Recken aus, wer die Endrunde bestreiten darf.

 

 

1. Runde: TSV Haunstetten – Schachfreunde Augsburg

 

Im Süden unserer Metropole tut sich wieder etwas im Bereich des Jugendschachs, sodass dieses Jahr gar eine Vertretung in der U12 entsandt werden konnte. Zweifelsohne noch eine unerfahrene Truppe, doch je mehr Turnierpraxis hinzukommt, umso schneller werden auch diese Jungs besser.

 

Dieses Mal mussten die jungen Haunstetter jedoch noch reichlich Lehrgeld bezahlen und verloren glatt, wie die nachfolgenden Kämpfe auch, mit 0:4. Und dies obwohl sich Alexander, Marcel und die beiden Michaels äußerst bemüht hatten, ihre Fehlerquote durch überschnelles Spielen deutlich nach oben zu treiben. Aus Trainersicht ein äußerst bedenklicher Start.

 

 

2. Runde: SK Kriegshaber – Schachfreunde Augsburg

 

In der Folge hieß es, sich einer echten Herausforderung zu stellen, denn es ging gegen eine wahrlich routinierte Mannschaft, deren Spitzenbretter bereits auch bei Landesmeisterschaften munter mitgespielt hatten. Allerdings sind unsere Nachwuchsstars starke Gegnerschaft gewohnt, weshalb es nur darauf ankam, die Bedenkzeit ordentlich zu nutzen und so die eigenen Stärken auszuspielen.

 

Diese an sich schlichte Anweisung – Welcher Jugendtrainer hat sie im Laufe seines Lebens nicht mindestens eine Million Mal über die Lippen gebracht? – hatte leider nur Alexander erreicht, während seine Mannschaftskameraden nach wie vor dem Drang des Blitzens nachgaben.

 

Erstaunlicherweise entwickelten sich die Partien bei Marcel und Michael R. dennoch gut, doch war angesichts des Tempos abzusehen, dass sie je mindestens einen derartigen Fehler einbauen würden, mit dem sie sich um ihren verdienten Lohn brächten. Dies geschah dann auch, weshalb aus beiden Partien ein mageres Remis herauskam. Besonders traurig war dies für Michael R., der anstatt eine Dame zu gewinnen, seine eigene verloren hatte – 1,5:0,5 aus der Sicht des SK Kriegshaber.

 

Doch noch liefen zwei Partien, sodass bei so manchem Zuschauer ein zarter Funken der Hoffnung glomm. Allerdings nicht bei den anwesenden Trainern, denn Alexander hatte sich zwar durch überlegtes Spiel eine Stellung herausgearbeitet, die förmlich nach einem Sieg schrie, wohingegen Michael St. das Kunststück gelungen war, durch Automatismus in den ersten elf Zügen gleich sechs poitionelle Todsünden zu begehen. Sein Gegner ließ selbstredend nichts mehr anbrennen und sicherte überzeugend den Mannschaftssieg – 2,5:0,5 aus der Sicht des SK Kriegshaber.

 

Wenigstens Alexander blieb seiner Marschroute treu, baute allmählich seinen Vorteil aus und sorgte schließlich mit seinem Sieg für das denkbar knappe Endergebnis von 1,5:2,5 aus unserer Sicht. Schade, denn hier wäre wesentlich mehr drin gewesen, wenn man sich die Zeit genommen hätte, die Trainingsinhalte umzusetzen.

 

 

3. Runde: Schachfreunde Augsburg – SK Rochade Augsburg II

 

Um noch weiterzukommen, musste nun unbedingt ein Sieg her. Eine Voraussetzung übrigens, die auch auf die Gegner zutraf, hatten sie doch in der zweiten Runde gesiegt und waren nur aufgrund eines mickrigen halben Punktes hinter unserem Vierer.

 

Irgendwie schien dieser Hauch eines Vorsprungs für die Kinder dermaßen ausschlaggebend zu sein, dass sie sich veranlasst sahen, die Endrunde zu planen. Zwar versuchten wir Trainer gegenzusteuern, doch schwante uns bereits vor dem Andrücken der Uhren zur letzten Runde, dass unser Erfolg bestenfalls gefühlt war.

 

Als es dann losging, wirkte es so, als wollte uns unser Vierer Lügen strafen, standen doch Alexander, Marcel und Micheal St. blendend und nur Michael R. suchte noch nach dem Weg zum Vorteil. Das alles jedoch in einem atemberaubenden Tempo.

 

Daher kam es auch nicht überraschend, dass das, was so verheißungsvoll begonnen hatte, sich mit zunehmender Dauer zu einem Desaster entwickelte. Michael R. geriet unversehends ins Hintertreffen und die klaren Vorteile bei Alexander und Marcel hatten sich verflüchtigt.

 

Tatsächlich sollte es nicht lange dauern und man musste dem gefürchteten „Domino-Effekt“ beiwohnen. Zunächst unterlagen Marcel und Michael R., ehe Alexander mit seinem Remis die Niederlage besiegelte. Da war Michael Sts. abschließender Sieg auch kein echter Trost mehr – 1,5:2,5.

 

 

Fazit:

 

Die zweifelsohne vorhandenen sehr guten Ansätze kamen leider aufgrund des schnellen Ziehens nur teilweise zum Tragen. Hätte man sich öfter die Zeit genommen, sich die Stellungen genauer anzusehen, wäre ebenso unzweifelhaft ein deutlich besseres Abschneiden, zumindest aber die Qualifikation zur Endrunde, möglich gewesen. Aber jedes Benutzen des Konjunktivs ist müßig, vielmehr heißt es, weiterhin an den Schwächen zu arbeiten und so weitere Pannen dieser Art zu vermeiden.

 

Dass dem so sein wird, daran hege ich keinen Zweifel, denn zum einen war unser Vierer sichtlich enttäuscht und zeigte sich gleich im Anschluss für Ratschläge empfänglich. Ferner bleibt unser U12-Team die nächsten beiden Jahre nahezu unverändert, weshalb jetzt schon abzusehen ist, dass sie mit der erforderlichen Reife jene Erfolge feiern werden, die sie sich erhoffen.

 

Allen Teilnehmern der Endrunde wünsche ich viel Erfolg und wer möchte, der kann sich im Ligamanager alles ganz genau anschauen.

 

 

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