B-Klasse: 4. Spieltag. Schachfreunde Augsburg – Rochade Augsburg II 6:0

Ein Dankeschön an die Zweite

 

Dass aufgrund äußerst starker beruflicher Inanspruchnahme unseres Jens Spieler  der Zweiten bisher regelmäßig haben aushelfen müssen, daran hat man sich schon irgendwie gewöhnt. Doch als auch noch Bernd wegen der Taufe seiner Tochter absagen musste und Isabel am Samstag krankheitsbedingt kurzfristig nicht mehr antreten konnte, da halfen Jörg, Zarko – er erfuhr während der U14-Mannschaftsmeisterschaft von seinem anstehenden Einsatz – und Wernfred gerne aus.

Diese große Einsatzfreude und Hilfsbereitschaft ist nicht unbedingt selbstverständlich, weshalb ich mich an dieser Stelle bei allen Ersatzspielern bedanken möchte, ohne die die Erste ganz sicher nicht so gut dastände!

 

Unseren Gästen aus Pfersee ist es in dieser Saison erstmals gelungen, eine komplette Mannschaft aufzustellen, indem sie neben ihren Routiniers auch zwei hoffnungsvolle Talente spielen ließen, von denen wir in Zukunft sicher noch einiges hören und lesen werden.

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurden die Bretter pünktlich um 18.00 Uhr freigegeben und alle richteten sich darauf ein, zunächst einmal die Probleme der Eröffnung langsam zu lösen.

Alle? Nicht ganz, denn am 5. Brett misslang dem gegnerischen Nachwuchsspieler ausnahmsweise die Eröffnung derart gründlich, dass ihn Zarko nach gerade einmal zwölf Minuten und elf Zügen Matt setzte – 1:0. Ein beruhigender Anfang.

Doch an den anderen Brettern war alles ganz normal und deutete auf einen langen Kampf hin. Besonders engagiert ging dabei der kleine Benno Kudria mit Schwarz zu Werke, der unseren Wernfred gleich unter Druck setzte. Und da es ihm mit seinen sieben Jahren offensichtlich nicht schnell genug gehen konnte und Wernfred zuviel Zeit verbrauchte, zog er im Glauben, unser Wernfred habe vergessen, die Uhr zu drücken, einfach ein weiteres Mal! J

Doch dieses Missverständnis konnte durch eine Rekonstruktion schnell geklärt werden, sodass die Partie wieder regelkonform fortgesetzt werden konnte.

 

So gegen 19.30 Uhr bot sich mir folgendes Bild:

Frank hatte einen gesunden Mehrbauern, doch noch hatte der Gegner die Hoffnung, dass seine Festung halten könnte. Werner, der durch die Absagen ans dritte Brett gespült worden war, versuchte mit seinem Gegner durch kompliziertes Lavieren, den jeweils anderen schlechter stehen zu lassen. Um dabei erfolgreich zu sein, wurde scheinbar allen Figuren eine derart wichtige Rolle zuteil, dass nach 17 (!!) Zügen noch nichts getauscht worden war. Bei Jörg war dafür umso mehr los, wobei er die Stellung des Gegners schwer unter Beschuss nahm. Nach einem Fehler entwickelte sich Wernfreds Partie zu einem offenen Schlagabtausch, wobei er aufgrund Bennos unsicherer Königsstellung eher im Vorteil war. Und ich hatte endlich, nachdem ich zweimal ein dargebotenes Figurenopfer abgelehnt hatte, eine Stellung nach meinem Geschmack, die aber noch viel Arbeit beinhaltete. Es versprach ein langer Abend zu werden.

 

Doch nach einer weiteren halben Stunde ging es Schlag auf Schlag. Mein Gegner, wohl davon genervt, dass ich jedwedes taktisches Geplänkel ins Leere hatte laufen lassen, opferte unvermittelt eine Figur in meine Königsstellung und verlor dabei die Dame, weshalb er sofort aufgab. Nahezu zeitgleich durchbrach Frank die Verteidigung seines Gegners und stand derart überwältigend, dass der Gegner die Gegenwehr endgültig einstellte.

So war ich noch damit beschäftigt, die Ergebnisse einzutragen, als Wernfred schüchtern vermeldete, dass er soeben gewonnen habe, womit es auf einmal 4:0 für uns stand.

Unmittelbar danach erhöhte Jörg zum 5:0, sodass nur noch Werners Begegnung übrigblieb.

 

 

 

Hier hatte sich in der kurzen Zeit ebenfalls sehr viel getan und man konnte einem Turmendspiel beiwohnen, in dem Werner zwar zwei Mehrbauern hatte, der Gewinnweg aber keineswegs elementar zu sehen war.

Aber Werner hatte im Training offensichtlich sehr gut aufgepasst, sodass er nach einigen eingestreuten Schachs den richtigen Plan auspackte. Der Gegner schaute sich das nur wenige Züge lang an und honorierte dann Werners starke Leistung mit Glückwünschen zum Sieg.

 

Mit diesem Kantersieg sind unsere Brettpunkte quasi einen Mannschaftspunkt wert, ein Umstand der doch recht beruhigend ist, wenn man sich die seltsame Tabelle der diesjährigen B-Klasse anschaut. Denn die ersten vier Mannschaften müssen alle noch gegeneinander antreten, etwas, was auch auf die zweite Tabellenhälfte zutrifft. Somit können sogar noch fünf (!) Mannschaften aufsteigen, denn auch das auf dem 5. Platz befindliche Thierhaupten II hat trotz zweier Niederlagen noch Aufstiegschancen, haben doch ihre verbliebenen drei Gegner bisher zusammen nur einen Mannschaftspunkt zu erspielen vermocht.

Der nächste Spieltag wird hoffentlich etwas mehr Licht in diese ziemlich verworrene Situation bringen.

Bericht von Aleksandar Vuckovic

14.01.2013

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