Nachdem unser Mannschaftsführer im Frühjahr mit der Vollendung seiner Masterarbeit vielbeschäftigt ist und ich seinem im letzten Bericht zu findenden Ausruf einen Bericht zu schreiben gedrückt habe, bin ich (Quang) nun an der Reihe den Bericht für die letzten drei Ligarunden (6-8) gegen Noris-Tarrasch Nürnberg, FC Bayern München 2 und Schwarz Weiß Nürnberg Süd zu schreiben.

Die Ligasituation ist eindeutig – nachdem wir das Topspiel zwischen den Tabellenführenden gegen Garching (ein mustread!) knapp gewonnen haben, erreichten wir einen 2-Punkte-Vorsprung gegen die Mitstreiter um dem Aufstieg Noris-Tarrasch Nürnberg und FC Bayern München. Verlieren wir ein Spiel in den Runden 6-7, scheint die Ligaentscheidung durch Brettpunkte realistisch, sodass zu diesem Zeitpunkt wohl kaum eine andere Begegnung einen größeren Einfluss um den Aufstieg in die 2. Bundesliga haben wird.
Runde 6, 08.02.2026: SF Augsburg 1 – SC Noris-Tarrasch Nürnberg 1
Brett 7: Quang
Wie in meinen vorherigen Begegnungen gegen Reiner erzielte ich eine angenehme Stellung aus der Eröffnung, nur dieses Mal mit einem 2. De2 Franzosen, welcher in eine geschlossene Sizilianer Strukter überging. Nach gravierender Fehleinschätzung der gegnerischen Aktivität meinerseits, beantwortete ich einen Angriff an der Flanke nicht wie üblich im Zentrum und hatte als Folge mit einem sehr schwachen König zu kämpfen. Zu meinem Glück hat mein Gegner die für seinen Spielstil typische Chance nicht genutzt und erlaubte eine lange forcierte Variante bei der meine aktiveren Figuren (von denen die noch übrig blieben) mit Angriff entscheiden und wenig später nachdem Uli meine umgewandelte Dame von einem fertig gespielten Brett der dritten Mannschaft zurück brachte, endete die Partie auch formal. 1-0

Brett 6: Alex V.
Alex entschied sich dazu nicht die Variante aus dem Vorjahr zu wiederholen und spielte stattdessen eine (von Nikita betitelte) „Gamble-Variante“. Sein Gegner hatte die Widerlegung jedoch noch in Erinnerung. Nach einem unpräzisen Zug kämpfte Alex ausschließlich um sein Überleben, jedoch sahen sowohl die praktischen als auch die objektiven Aussichten eher düster aus und nachdem seinem Gegner auch kein massiver Fauxpas geschehen ist, verwertete er seinen Vorteil auch. 1-1

Brett 1: Nikita
Bei Nikita entstand aus der Englischen Eröffnung mit e5 und c6 ein längeres Theorie-Duell. Weiß hatte zwei leicht schwache Bauern auf e3 und d3 im Gegenzug dafür einen isolierten schwarzen Bauern auf d5, sodass der Springer auf d4 ein gutes Feld fand. Nach einem Tausch der Damen hatte Nikita auch keinen geringsten Vorteil, sodass sich beide mit einem „Großmeisterremis“ zufrieden gaben. 1,5-1,5

Brett 2: Nikola
Nikolas Bereitschaft den offenen Sizilianer zu spielen wurde mit dem Rauzer erwidert. Nachdem er selber auch Erfahrung und Wissen in dieser Eröffnung hat, stand er gegen den Philidor-Experten bereits kurz nach der Eröffnung besser mit einer größer werdenden Initiative und einem unkoordinierten gegnerischen Springer am Rand. Nikola zeigte sein Können, mit welchem er seinen Weg zum Großmeister erreicht hat, und verwertete seinen Vorteil einwandlos. 2,5-1,5

Brett 8: Uli
Imi einer Nebenvariante des Schottischen Gambit mit …d4-d3 erzielte Uli einen soliden Raumvorteil, jedoch verpasste er die konkrete Möglichkeit mit dem Bauerndurchbruch e4-e5 seinen Vorteil in Aktivität zu vergrößern. Nach einer vom Gegner initiierten Liquidierung des weißen Zentrums hatte Uli noch eine gierige Möglichkeit einen kleinen objektiven Vorteil zu erlangen, jedoch war die Stellung nach dem abgrasen des Damenflügels unklar, da sein Gegner im Gegenzug Spiel im Zentrum in Form von frei werdenden Bauern erhalten hätte. Stattdessen spielten beide weiterhin solide, sodass beide mit einer Turmpendel sich auf eine Punkteteilung einigten. 3-2

Brett 3: Zarko
Zarko spielte gegen einen Katalanen mit verzögertem c2-c4 ein zeitlich passendes b7-b5 um eine Zugumstellung zu verhindern. Die Figuren tauschten sich im Zentrum ab und bevor Zarko rochieren konnte, landete er bereits in einem Endspiel mit zwei Türmen und schwarzfeldrigen Läufern. Im nahezu symmetrischen Turmendspiel (mit einem Turm) kreiierte Zarko eine Imbalance. Dabei konnte der Gegner mit dem entfernteren Freibauern den aktiveren König bekommen, wonach bei verpasster Gegenspielchance die Partie nicht mehr zu retten war. 3-3

Brett 4: Alex C.
Alex hatte im Alapin-Sizilianer ein Bauernopfer vorbereitet, dessen Annahme die Gegnerin vor Entwicklungsprobleme stellen würde. Anfangs schien das gut zu funktionieren und er hatte einen guten „Grip“ am Damenflügel. Nach einem harmlos aussehenden Entwicklungszug ging jedoch der Großteil der Initiative verloren. Schwarz bekam ihre Figuren ins Spiel und bei der Wahl welches Endspiel Großmeister verteidigen wollte, entschied sich Alex dazu gemäß alten Weisheiten nicht das Turmpaar zu tauschen. Im Gegenzug wurde der schwarze Turm auf der zweiten Reihe aktiv, wonach Weiß kein Gegenspiel mehr hatte. 3-4

Brett 5: Vadim
Nun lag es an Vadim, der im Schottischen Endspiel mit Turm und zwei Zentrums-Bauern gegen Springer und Läufer seine Chancen suchte. Nachdem der Damenflügel für den Moment eher festgelegt war, öffnete sich die Stellung ein wenig am Königsflügel. Sein junger Gegner wollte dabei Vadims Bauern auf d5 für den auf h2 abtauschen, jedoch wurde als Folge der schwarze Turm aktiv. Vadim erhielt zwei Freibauern am Damenflügel und wie wir es von ihm gewohnt sind, hat Vadim, als es hart auf hart kam, den vollen Punkt eingefahren 4-4.

Nun haben wir es, wie vor zwei Jahren, wieder geschafft beim Kampf um den Aufstieg gegen die Nürnberger 4-4 zu spielen. Für die über die Zeit neu Dazugestoßenen: In unserer ersten Oberliga-Saison 23/24 haben wir einen Zweikampf gegen Noris-Tarrasch (bevor Regensburg, Erlangen und München Südost abgestiegen sind) mit besseren Brettpunkten geführt, sodass uns beim letzten Mal die Punkteteilung den Ligasieg gebracht hat. Jedoch wurde in diesem Jahr die 2. Bundesliga von vier 10-er-Ligen in zwei 12-er-Ligen reduziert, sodass wir einen Stichkampf um die 2. Bundesliga gegen FC Bayern München 2 spielen mussten. Beim letzten Mal mussten wir ersatzgeschwächt ohne Legionäre als Underdog spielen – mit der „Kraft der Freundschaft“ haben wir trotzdem per Berlinerwertung (welche Siege an vorderen Brettern bevorteiligt) im 4-4 den Stichkampf gewonnen. Jedoch wurde der Kampf aufgrund von den uns (und auch den anderen Teams) falsch vermittelten Regeln 0-8 gewertet, sodass wir im bayerischen Ligabetrieb verblieben sind. Letzte Saison (24/25) sind Bavaria Regensburg aufgestiegen und der FC Bayern München 2 abgestiegen, sodass wir in der siebten Runde die Chance zur Revanche bekamen. Dieses Mal hatten wir mit Nikita, Nikola und Filip gleich drei Legionäre und ein Untentschieden sollte bei Sieg der restlichen Mannschaftskämpfen ausreichen um in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Wir schienen bestens aufgestellt zu sein, jedoch sind unsere Kontrahenten ebenso in ihrer bestmöglichen Aufstellung angetreten. Um so dramatischer schien am Tag alles gegen uns zu laufen, nachdem unser Sportdirektor Alex erkrankt ist. Zudem haben Uli und ich nach verpasstem Zug der restlichen Truppe noch eine falsche Aufstellung abgegeben haben, sodass wir statt dem zweiten Brett das sechste Brett freigelassen haben – das Schicksal schien es nicht gut mit uns zu meinen.

Runde 7, 01.03.2026: FC Bayern München 2 – SF Augsburg 1
Brett 6: Alex V.
„Coaches don’t play“ 0-1
Brett 3: Filip
Filip eröffnete im Sizilianer mit der Moscow-Variante mit 3…Sd7 4. d4 – Weiß tauschte den weißfeldrigen Läufer gegen Springer ab, um eine Maroczy-Struktur zu erreichen. Sein Gegner fechtete diese Zentrumskontrolle mit schnellem e7-e5 und b7-b5 an und wenige Entwicklungszüge später schienen beide Spieler unzufrieden mit ihrer Stellung zu sein, denn nach einmaliger Zugwiederholung einigten sich beide auf eine Punkteteilung. 0,5-1,5

Brett 1: Nikita
Nikitas junger Gegner wählte eine unkonventionelle Zugfolge um eine Nebenvariate (aus Sicht des Weißen) im Meraner zu erhalten. Schwarz schien eine typische hängende Bauernstruktur anzustreben, doch das verfrühte schlagen auf c4 erlaubte Nikita mithilfe eines unannehmbaren Bauernopfers d4-d5 einen Raumvorteil. Weiß hatte klare Zentrumskontrolle, jedeoch etwas unkoordinierte Figuren, sodass Schwarz nach einem unenergetischen Königszug nach h1 aus objektiver Sicht genug Initiative hatte, um die Balance zu halten, wenn nicht mehr. Nikita bot Remis, nicht mit der Absicht nach „easy money“ wie bei seinem Erstrundensieg im letztjährigen Worldcup, sondern mit der Hoffnung eine schwieriger werdende Partie zu vermeiden. 1-2

Brett 7: Quang
Mein Gegner wählte im Italiener nach langem Überlegen mit 3…d6 eine auf dem Toplevel sehr trendige Variante, jedoch schien er genauso sehr auf seine eigenen schachlichen Fähigkeiten gestellt zu sein, wie meine Wenigkeit und brachte seine Dame früh raus. Mir war klar dass Weiß einen Vorteil haben muss, jedoch variierte die Höhe dieses Vorteils nach Fehleinschätzungen beiderseits zwischen Vorteil und Gewinnstellung, aber zu unserem Glück stellte mein Gegner die Partie einzügig ein ohne eine Chance zum Weiterspielen zu haben. 2-2

Brett 4: Zarko
Weiß wich in der Englischen Eröffnung früh von der Mainstream-Theorie ab und wenn Zarko schon das Läuferpaar hergibt, dann auch mit gutem Grund und hier hat er dafür erhielt Zarko eine vielversprechende Initiative. Durch diese konnte der Gegner nicht das Zentrum öffnen, sodass Zarko seinen Bauern bis nach d4 und von hier aus nach e3 mit unrochiertem weißen König bekam. Diese Kombination sollte in der Partie eine entscheidende Rolle spielen, denn Zarko hat eine Qualität auf f3 geopftert (gegen Springer) um ein Damenschach auf h4 zu geben. Zarko gewann die Qualität zurück und der unsichere König blieb übrig, wodurch Schwarz mit einer Taktik gewinnbringendes Material gewann. 3-2

Brett 8: Uli
Uli kämpfte gegen eine nuancierte Version des Abtausch-Königsinders, da sein Gegner mit frühem h3 statt Le2 versuchte ein Tempo in der gängigen Abtausch-Variante zu gewinnen. Uli wählte, völlig auf sich allein gestellt, jedoch die zweithäufigste Fortsetzung, welche etwas mehr Leben in der Stellung behält. Sein Gegner traute sich nicht den kritischen Test dagegen zu spielen, sodass Weiß mit h2-h3 eher ein Tempo verschwendet hat. Uli nutzte die im Zentrum behaltene Kontrolle aus und wenig später, nachdem er auch noch das Läuferpaar gewann, wurde aus dem eroberten Raum des Anziehenden auf einmal eine Schwäche. Schwarz öffnete durch Tausch der a-Bauern die dementsprechende Linie, sodass die Türme in die weiße Stellung einpenetrierten. Nachdem seinem Gegner noch zusätzlich eine Qualität verloren ging, forcierte Uli durch Kontrolle der ersten Reihe sowie schwache schwarze Felder einen Mattangriff, wonach unser Mannschaftsführer die Hälfte der Brettpunkte sicherte. 4-2

Brett 2: Nikola
Nikola erreichte über den Taimanov eine typische Sizilianisch Struktur mit heterogenen Rochaden. Unserem Legionär gelang es jedoch den Bauerndurchbruch d6-d5 unter besten Bedingungen zu erreichen, wonach er mit einem taktischen Detail Le7xa3 den Damenflügel öffnen konnte, da im nächsten Zug eine Schwerfigur den ungedeckten Springer schlagen sollte. Im daraus resultierenden Endspiel mit je zwei Türmen und ungleichfarbigen Läufern entscheidet die Aktivität und Nikola hatte in der Hinsicht einen eindeutigen Vorteil, jedoch bedeutet das genauso, dass jeder Zug volle Präzision benötigt. Nikola ging mit seiner Zeitnot so belassen wie ein Wei Yi oder Grischuk um, jedoch war genau der 40. Zug unmittelbar vor der Zeitkontrolle der Zug der die Initiative hergab, sodass beide Seiten sich wenig später mit einer Punkteteilung zufrieden gaben. 4,5-2,5

Brett 5: Vadim
Vadim spielte gegen eine Spezialvariante von Daniel Naroditsky im Königsinder (mit Sa6) und konnte, wie Schwarz mit der Eröffnungwahl will, einen kleinen Raumvorteil erzielen. Schwarz erreichte jedoch unter guten Bedingungen einen Tausch der schwarzfeldrigen Läufer und konnte durch etwas bessere Koordination den f5-Bauerndurchbruch spielen. Nach weiter Festlegung des Zentrums sah Vadim sich gezwungen eine Figur für zwei Zentrumsbauern zu Opfern, bevor die schwarze Aktivität an Überhand gewann. Nach weiteren Vereinfachungen entstand ein Dame, Springer und zwei Bauern gegen Dame und zwei Springer Endspiel (mit noch weiteren Bauern für beide Seiten) bei dem sein Gegner es geschafft hat alle Dauerschachdrohungen abzuwehren und gleichzeitig Fortschritt am Damenflügel zu machen. Der letzte Versuch war es den Springer für den letzten schwarzen Bauern zu opfern, jedoch war der weiße König zu schwach und die schwarzen Springer zu aktiv, wodurch der Mattangriff unaufhaltbar war. 4,5-3,5

Und so haben wir es trotz allen Umständen geschafft die entscheidende Runde gegen Bayern München in Unterzahl zu gewinnen. Wir benötigten nur noch drei Mannschaftspunkte gegen Schwarz-Weiß und Post-Süd Regensburg, um den Aufstieg zu sichern und so blieb das (zweitrangige) Ziel gegen die abstiegsbedrohten Nürnberger möglichst viele Brettpunkte zu sammeln, sodass wir auch im Fall einer knappen Niederlage gegen die Regensburger den Aufstieg bekommen.

Runde 8, 22.03.2026: SF Augsburg 1 – SC SW Nürnberg Süd 1
Brett 2: Filip
Filips Gegner ist am Spieltag erkrankt, sodass unser Mazedonier mit gutem Gewissen das schöne Wetter erkunden durfte. 1-0
Brett 5: Vadim
Nachdem der MVP unserer Mannschaft (als auch der Oberliga, wenn man einen Blick in die Bestenliste im Ligamanager wirft) mit einer kleinen Formkrise zu kämpfen hatte, schien er an diesem Sonntag wieder ganz der Alte zu sein und gewann bereits, bevor ich es bemerken konnte. In einem anfangs kämpferischen Anti-Holländer mit 2. Lg5 zentralisierte Vadim seine Figuren und gewann als Folge einen entscheidenden Bauern am Damenflügel. Die sonst recht saubere Verwertung seines Vorteils in Form von Material, Schwächen und folglich Aktivität, fiel diesmal wesentlich kürzer aus, nachdem er die Chance sowohl bekam als auch nutzte um mit einer konkreten Kombination die gegnerische Aufgabe zu „forcieren“. 2-1

Brett 8: Alex R.
Alex blitzte seine Eröffnungs-Züge gegen seinen Gegner aus, der eine alte Variante im Sveshnikov-Sizilianer wählte. Nach zwei etwas unachtsamen Zügen, ergriff Schwarz die Gelegenheit um mit dem typischen Bauerndurchbruch f7-f5 die Initiative zu ergreifen. Es entstand eine Stellung mit Mehrbauern für Schwarz in der beide mit Turm und Dame unterschiedlichste aktive Möglichkeiten hatten. Nachdem sein Gegner jedoch einen langfristigen Aktivitätsvorteil festigte, stellte Alex einzügig eine Damengabel auf König und Turm ein. 2-1

Brett 6: Quang
Bei mir entstand ein Najdorf-Sizilianer mit Scheveningen-Struktur bei der ich am Anfang mit einer gute Version der Dinge davon gekommen bin. Nach unpräzisem Spiel verlor ich den entscheidenden Zentrumsbauern auf e4 und folglich meine Initiative. Bei so langsam schwindender Bedenkzeit beider Seiten (jedoch mehr als genug, damit einer der beiden Spieler den Fehler sieht) versuchte ich mit einer aktiven Drohung Gegenspiel zu kreiieren, jedoch entging beiden Spielern in komplizierter Stellung ein Doppelangriff mit Dame auf zwei ungedeckte Leichtfiguren à la Stappenmethode Stufe 2. Wie es für den Najdorf typisch ist, hat jeder Zug, jedes Tempo einen hohen Preis und nach zwei passiveren Zügen von Schwarz bekam ich eine schwer aufzuhaltende Initiative, welche im weiteren Verlauf eine Mehrfigur einkassierte. 3-1

Brett 7: Kevin
In einem Pseudo-Benko gewann Kevin einen Zentrumsbauern, tauschte dies jedoch für sehr viel Entwicklung ein mit drei in den Startlöchern verbleibenden Leichtfiguren im 10. Zug. Sein Gegner verpasste die energetischen Züge, sodass Kevin zur Hälfte der Zeitkontrolle einen Aktivitätsvorteil, zusätzlich zum anfangs geraubten Mehrbauern, vorzuweisen hatte. Kurz vor der ganzen Zeitkontrolle erhöhte Kevin auf Mehrfigur und Matt in 4, sodass die Oberliga nicht das Hindernis seines nahezu perfekten Score dieser Saison wurde. 4-1
Brett 3: Zarko
Zarko erwiderte 1. e4 mit 1…e5 und nachdem kein Petroff aufs Brett kam, wählte der ChessBase Redakteur die Abtauschvariante im Spanier. Der weißfeldrige Läufer entwickelte sich mit Fesselung nach g4 und wie es für die Variante typisch ist, wird auf h2-h3 mit h7-h5 die angegriffene Figur stehen gelassen. Nach einem Zentrumsschlag erbeutete Weiß eine gefährlich werdende Initiative, jedoch musste der Gegner in unklarer Stellung präzise Züge finden, damit er weiter die Kohle in den Ofen schaufeln kann. Nachdem ihm da nicht geling, fing Zarko selber an mit seinen Trümpfen in Form von einer Damenflügelmajorität zu spielen. Nach Tausch eines Turmpaars schienen die weißen Bauern am Königsflügel einfach blockierbar zu sein, während die verbundenden schwarzen Bauern am Damenflügel eine Bauernwalze bildeten. Die Partie schien entschieden und den Eindruck teilten wohl auch die Spieler der Partie, denn nach einer kurzen Kombination unmittelbar vor der Zeitkontrolle entging beiden ein Zwischenzug, welcher die Partie gedreht hätte. Zu unserem Glück geschah das nicht und Zarkos verbundene Freibauern entschieden mit Umwandlungsdrohung die Partie. 5-1

Brett 5: Alex V.
Aus einem Paulsen Sizilianer Versuch transponierte die Eröffnung hier zu einem Alapin und hieraus dann ein Vorstoßfranzose. Alex investierte hier früh einige Tempi, um den strategisch erstrebenswerten Tausch der weißfeldrigen Läufer zu erzielen. Diesen kleinen Entwicklungsvorsprung nutzte sein Gegner, um den Königsflügel mit f2-f4-f5-f6 zu zu öffnen, während Alex seine Entwicklung vollendete. Die Öffnung des Königsflügels mit Kavallerie vor der Tür konnte nur mit einem ziemlich kreativen Konzept beantwortet werden. Unser Gründer wählte jedoch menschlicheres Spiel, wonach der weiße Angriff sowohl eine Qualität als auch die weitere Initiative einsackte. 5-2

Brett 1: Nikola
Schon bei der Rückfahrt gegen die Bayern erzählte ich unseren Legionären, dass Viktor Ratushnyi an einer friedlichen Punkteteilung großes Interesse zeigen würde. Diese Haltung führte im 3. g3 Paulsen zu leicht passivem Spiel, jedoch verpasste Nikola eine konkrete Chance um die Kombination aus der Schwäche des d3-Bauerns und fehlender Koordination des Gegners auszunutzen. Er versuchte im Endspiel weiter zu pressen, schlug sich in einer Stellung ohne Siegeschangen letztenendes mit einem Remis zufrieden. 5,5-2,5

Mit dem 5,5-2,5 haben wir wertvolle Brettpunkte gesammelt, doch am Ende scheint das alles keine Rolle zu spielen, denn unser Schiedsrichter Fabian teilte und während dem Aufräumen mit, dass unsere einzigen Aufstiegskonkurrenten Noris-Tarrasch gegen unseren Erstrunden Gegner Passau verloren haben. Somit haben wir es in unserer dritten Saison in der Oberliga geschafft zum zweiten Mal die Oberliga zu gewinnen, um nächste Saison zum ersten Mal den Ligabetriebt auf deutscher Ebene zu spielen!


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