Noch vorne, aber Vorsprung verspielt

Unsere 2. Mannschaft trat am vergangenen Sonntag als Tabellenführer zum Spitzenspiel beim Zweitplatzierten Rochade Augsburg an, und musste eine unglückliche 3.5:4.5 Niederlage einstecken. Wir sind zwar dank guter Brettpunkte immer noch knapp Tabellenführer, müssen uns jetzt aber auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei anspruchsvollem Restprogramm einstellen.

Just am Vorabend hatte unsere 6. Mannschaft gegen Rochade 3 einen sehr überzeugenden Sieg eingefahren, gleichwohl wurden wir freundlich begrüßt. Bei der Rochade übt man sich in Understatement, hatte sich zuletzt noch über den Klassenerhalt gefreut, und mir wurde bei unserem Eintreffen fast schon zum Aufstieg gratuliert. Davon wollten wir uns natürlich nicht einlullen lassen, aber der Kampf begann wenig vielversprechend. Unseren erkrankten Spitzenspieler hatten wir noch gut nachbesetzen können, allerdings erschien dann überraschend auch unser Brett 8 am Sonntag nicht, so dass wir nach 1 Stunde bereits 0:1 zurücklagen.


Brett 7:

Alex R. hatte war zunächst direkt in der Eröffnung in Vorteil gekommen, leistete sich dann allerdings einige Ungenauigkeiten. In bereits schlechterer Stellung gingen dann plötzlich seiner Dame die Felder aus, womit die Partie schnell beendet war.

Brett 6:

Mika spielte eigentlich eine ziemlich saubere Partie, in der er mit Schwarz gut ausgleichen und bald auf Vorteil spielen konnte. Im Endspiel konnte er zunächst einen und später noch einen zweiten Bauern erorbern. Dann unterlief im in klarer Gewinnstellung allerdings ein folgenschwerer Fehler, so dass er schließlich doch ins Remis einwilligen musste.

Mikas Springer sind dem gegnerischen Springer+Läufer-Team überlegen.

Brett 5:

Eine souveräne Vorstellung lieferte Kevin, zur Zeit in Bestform. Nach sorgfältiger Vorbereitung konnte er durch einen Vorstoß mit Friedhelm dem f-Bauern die gegnerische Königsstellung entscheidend schwächen und dann auch recht bald den vollen Zähler einfahren.

Kevins nächste 3 Züge: f4, f5, f6!

Brett 4:

Ebenfalls einen stark erkämpften Weiß-Sieg gab es an Brett 4, wobei diesmal wir bzw. Adnan B. die Leidtragenden waren. Aus der Eröffnung heraus unter Druck geraten, konnte Adnan sich zwar mit einem Qualitätsopfer nochmal Gegenspiel verschaffen und kämpfte lange. Letzten Endes konnte sein Gegner aber die Stellung vereinfachen und den Materialvorteil verwerten.

Mit welchem Vorstoß konnte Weiß hier die bereits etwas gedrückte schwarze Stellung vorentscheidend schwächen ?

Brett 3:

Adnan A. lieferte sich einen wilden Schlagabtausch. Beziehungsweise erstmal wurde nicht viel geschlagen, dafür liefen die Bauernwalzen. Im folgenden Getümmel nahm zunächst Adnan einen Bauern mit, was seinem Gegner allerdings gute Angriffschancen eröffnete. Dann setze er trotz offenem König auf aktives Gegenspiel und wurde mit einem Schnitzer seines Gegners belohnt, der eine Figur und damit direkt die Partie kostete.

  1. f4! – warum auch nicht?

Brett 2:

Vincent hatte schnell ausgeglichen und sich auf die Suche nach Vorteil gemacht. Dabei scheute er auch gewisse Risiken nicht, opferte einen Bauern und konnte schließlich in einem sehenswerten taktischen Intermezzo in ein Endspiel mit Mehrfigur abbiegen, welches er auch souverän verwertete.

Wie kann Schwarz hier entscheidenden Vorteil erreichen ?

Brett 1:

Ich (Stefan) hatte nach der Eröffnung eine ziemlich ausgeglichene Stellung. Ein frühes Remis-Angebot lehnte ich ab, da wir ja einerseits bereits zurücklagen und meine Stellung gleichzeitig eben auch recht solide war. Beim Versuch, Vorteil zu erlangen, unterschätze ich dann allerdings die Aktivität der gegnerischen Springer, die sich tief in meiner Stellung offenbar sehr wohl fühlten. Diese Gefahr konnte ich zwar mit einem Bauernopfer entschärfen und so nochmal nahe an ein haltbares Endspiel herankommen. Dann fehlte allerdings die nötige Präzision bei der Verteidigung und ich musste am Ende beim Stand von 3.5:3.5 die Segel streichen, womit auch der Kampf verloren war.

Hier dachte ich den Bauern auf b5 zu gewinnen und dann selbst nach Verlust des f5 gute Remis-Chancen zu haben. Mit welcher „kleinen Taktik“ konnte mein Gegner den b5 Bauern doch noch halten ?

Fazit:

Die Tabellenführung haben wir dank unserer guten Brettpunkte behalten, aber Rochade hat aufgeschlossen. Auch Dillingen und Marktoberdorf sind mit 2 MP Rückstand noch im Rennen um den Aufstieg. Jetzt kommt es darauf an, wer sich in den 3 ausstehenden Kämpfen am besten schlägt. Wir haben noch ein anspruchsvolles Restprogramm, aber wir werden unser Bestes geben!

Auflösungen:

Brett 4:

  1. e6! und egal ob fxe6 oder nicht, die schwarz Stellung ist ziemlich trostlos.

Brett 2:

1. … Txe4! 2. Dxg6 Txg6+ 3. Tg3 Txd4

  1. Txd4 scheitert wegen Tg4+

(es gewinnt auch 1. … Sf4+ 2.Kh1 Td8, aber nicht so klar und nicht so schön)

Brett 1:

  1. … Dc1! und auf Txb5 folgt Dc6+

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