U20 Bayernliga 1.Runde: SF Augsburg – SK München Südost

Eine Demonstration der Stärke!

 

Am Samstag, dem 17.11 war es endlich wieder soweit, und die 1. Runde der Bayerischen U20-Mannschaftsmeisterschaft stand auf dem Terminplan. Dabei bot sich unserem Sechserteam die Chance, die vergangene, eher mittelmäßig verlaufene Saison aus den Köpfen zu bringen, und auch direkt Wiedergutmachung für die schmerzhafte Niederlage gegen München Südost zu betreiben. Denn der Spielplan hatte uns für die erste Runde der neuen Saison gleich mal die ebenfalls stark einzuschätzenden Münchener zugelost, wobei das Spiel in unserer Spielstätte stattfinden sollte.

 

 

Allerdings sollte sich schon vor Rundenbeginn herausstellen, dass wir wohl als Favorit in die Begegnung gehen würden, da München Südost stark ersatzgeschwächt und ohne meinen Studienkollegen Simon Leeb an Brett 1 antreten musste, der an diesem Wochenende erfolgreich in der österreichischen Bundesliga spiele. Unser Team dagegen war beinahe ideal aufgestellt, sodass wir lediglich auf Sofie verzichten mussten, wobei sie an Brett 6 von Alex Brückner ersetzt wurde.

 

Zeitgleich spielte außerdem unsere zweite U20-Mannschaft, bestehend aus Erik, Katarina, Paul und Eli, sodass der Spielsaal gut gefüllt war. Ein großer Dank geht deswegen natürlich an Marianne V., die die Verpflegung in Form von Getränken und leckerem Kuchen organisierte, sowie an Alex Rempel, der zwischenzeitlich die Betreuung der Jugendmannschaften übernahm.

 

Wenige Minuten nach 14:00 Uhr wurde dann auch endlich die Runde eröffnet und Zarko, Ich (Uli), Robert, Jakob, Mehran und Alex B. starteten voller Tatendrang in unsere Partien.

 

Die einzelnen Begegnungen entwickelten sich von Beginn an interessant, allerdings nicht durchgehend überzeugend. So hatte Zarko an Brett 1 mit schwarz bereits mittelschwere Probleme gegen eine vorbereitete aggressive Variante (!) des Londoner Systems. Auch meine Stellung war objektiv ausgeglichen, wobei ich eine Variante spielte, die ich mir im letzen Mannschaftskampf von Zarko abgeschaut hatte, ohne sie jedoch genauer vorbereitet zu haben. Robert spielte seine vertraute Variante im Sizilianer, wobei er allerdings einen wichtigen Zug vergaß und dadurch früh einige Tempi und sein Läuferpaar verlor. Jakob hatte eine leicht bessere Stellung gegen den Franzosen, jedoch deutete sich noch ein längerer Kampf an, da sein Gegner eigentlich keine wirklichen Schwächen hatte. Wohl am souveränsten wirkte die Partieanlage von Mehran, der aus dem Sizilianer eine angenehme Stellung erreichte und auch wenig später dem Gegner einfach einen Bauern wegnahm. Auch Alex stand keineswegs schlechter, jedoch sah er sich mit einer eigentlich sehr soliden Variante der Französischen Verteidigung konfrontiert, sodass hier ähnlich wie bei Jakob noch ein langer Kampf bevorzustehen schien. Alles in allem also nicht optimale Vorzeichen.

 

Etwa eine Stunde später schaute ich zum nächsten Mal bei allen Brettern vorbei. Zarko stand immer noch verdächtig, wobei er sich natürlich nichts anmerken lies. Auch fand sein Gegner keinen unmittelbaren Weg, die unnatürliche Stellung von König und Dame auszunutzen, sodass sich dessen Vorteil mehr und mehr verflüchtigte und der psychologische Vorteil auf Zarkos Seite lag. Meine Stellung war immer noch ausgeglichen, wobei ich zumindest schonmal eine langfristige Schwäche beim Gegner erzeugen konnte. Bei Robert hatte sich das Blatt dagegen schon ziemlich zu seinen Gunsten gewendet, denn er hatte nicht nur unter Mithilfe des Gegners 5(!) Tempi auf einmal geschenkt bekommen, sondern dadurch auch Raumvorteil erzielt und das gegnerische Läuferpaar halbiert, was ihm auf einmal eine vorteilhafte Stellung einbrachte. Jakobs Gegner hatte ohne Not einen Bauern hergegeben, allerdings war es fraglich ob dieser Mehrbauer zu verwerten war, auf jeden Fall hatte Jakob jetzt eindeutig die Oberhand. Mehran hatte mittlerweile einen zweiten Bauern gewonnen und es machte nicht den Eindruck, als würde er noch etwas anbrennen lassen. Alex hatte seine Stellung weiter verbessert und hatte nun alle Figuren im Spiel, was sein Gegner noch nicht behaupten konnte. Insgesamt jetzt eine ziemlich gute Ausgangslage für uns.

 

Etwas bevor üblicherweise allmählich die heiße Phase beginnt, konnte Alex dann überraschend schnell den Sieg einfahren. Sein Gegner leistete sich einen schweren Fehler, wodurch sein König einen wichtigen Bestandteil seines Bauernschutzes verlor. Alex nutze diesen Umstand in der Folge sehr konsequent aus und gewann schon bald durch einen vernichtenden Mattangriff. Sehr stark gespielt, 1:0 aus unserer Sicht.

 

Kurz darauf endete interessanterweise das Spitzenbrett. Noch interessanter war aber, dass Zarko auf einmal den Sieg davontrug. Sein König hatte mittlerweile auf dem Damenflügel Schutz gefunden und es war ihm dazu gelungen, seine verbleibenden Figuren zu aktivieren. Zarkos Gegner versuchte es daraufhin, möglicherweise schon in relativer Zeitnot und aufgrund des Dahinschwindens seines Vorteils nervös, mit einem fragwürdigen Bauernraub, den Zarko sofort taktisch widerlegte und die zu gierige Dame fangen konnte. Zwar bekam der Gegner Turm und Läufer dafür, allerdings war er wohl vom Verlauf der Partie so mitgenommen, dass er wenig später sichtlich sehr enttäuscht aufgab. Überragende Konsolidierungsleistung, 2:0 für uns!

 

Nur wenig später erhöhte Robert auf 3:0. Es hatte den Eindruck, als hätte sein Gegner nach der Eröffnung nie einen wirklichen Plan finden können. Robert dagegen verbesserte Stück für Stück seine Stellung und konnte in aller Ruhe einen sehenswerten Angriff gegen den weißen König aufbauen, den er mit einem bosshaften Damenopfer krönen durfte. Sehr überzeugende Leistung!

 

Auf Brett 2 hatte sich meine Stellung so verändert, dass ich mittlerweile das Läuferpaar hatte, mein Gegner dafür die etwas aktiveren Türme hatte. Langsam aber sicher wurde beim Gegner jedoch die Bedenkzeit knapp, was durch fehlenden Zeitaufschlag pro Zug noch verschärft wurde. In dieser heißen Phase leistete er sich einen Fehler, der mir die Möglichkeit zu einem schönen Läuferopfer gab. Mit geschwächter Grundreihe und nur noch etwa 60 Sekunden für 10 weitere Züge verpasste er es, die beste Verteidigung zu finden, sodass er kurz vor dem folgenden Matt aufgab. 4:0 für uns – ein Kantersieg lag in der Luft.

 

Wiederum nur wenige Minuten später konnte Jakob ebenfalls einen Sieg vermelden. Durch den geschickten Abtausch mehrerer Figuren, erreichte er eine Stellung, in der er auch noch den zweiten gegnerischen Bauern am Damenflügel gewinnen konnte. Mit 2 Mehrbauern war der Rest quasi nur noch Formsache, die Tatsache, dass der Gegner gleich noch die Damen tauschte und dabei aus diesen Bauern sogar noch verbundene Freibauern machte, beschleunigte natürlich nur den schwarzen Untergang. 5:0 für uns – sehr stark den Vorteil verwertet.

 

Während wir uns daraufhin im Analyseraum fast schon diebisch über das eindeutige Ergebnis freuten, und ein Teil der Münchener Spieler schon den Rückweg antrat, war es Mehran vergönnt, das Endergebnis von 6:0 (!) herzustellen. Auch er spielte ganz lässig seine Mehrbauern aus, indem er Damen tauschte, alle Figuren aktivierte und die Bauern in Richtung der ersten Reihe marschieren lies. Gegenspiel für den Gegner war auch keines vorhanden, sodass er technisch einwandfrei einen zu keinem Zeitpunkt gefährdeten Sieg holte.

 

Fazit: Auch wenn der Sieg vielleicht etwas unverhältnismäßig hoch ausfällt, was sicherlich auch der Aufstellung der Münchener geschuldet war, zeigt sich, dass unserem Team in dieser Saison Einiges zuzutrauen ist. Auch die Teamchemie ist überragend, was ja ein nicht unwesentlicher Faktor für Mannschaftskämpfe ist. Es macht also nur Spaß Teil dieses Teams zu sein und zu sehen, wohin die langfristige Entwicklung geht. Stand jetzt ist die Antwort eindeutig: Steil nach Oben!


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert