Regionalliga Süd-West: TSV Haunstetten 2 – Schachfreunde Augsburg 1

Eine klare Angelegenheit

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Am Sonntag, dem 13. März ging es nach langer Corona-Pause, fast 5 Monate nach unserem bisher einzigen ausgespielten Mannschaftskampf in dieser Saison, endlich mit dem Ligabetrieb weiter. Wir hatten erneut ein Auswärtsspiel, wobei wir zu unserem Gegner Haunstetten keine lange Anreise hatten. Motiviert, unsere Aufstiegsambitionen zu untermauern und die bisher verlustpunktfreien Haunstettener in die Schranken zu weisen, machte sich unser Team bestehend aus Filip, Alex V., Zarko, Thomas, mir (Uli), Adnan, Robert und Andi auf den Weg in den Augsburger Süden.

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Dort angekommen mussten wir feststellen, dass unsere Gegner nur zu sechst antreten konnten. Der parallele Einsatz ihrer ersten Mannschaft, sowie einige kurzfristige Erkrankungen führten dazu, dass die Bretter 1 und 6 frei blieben und Filip und Adnan kampflos zu ihren Punkten kamen. 2:0 für uns noch vor Anpfiff!

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Nichtsdestotrotz konnten die verbleibenden 6 Partien sehr pünktlich beginnen, sodass endlich wieder Schach gespielt wurde. An Brett 2 spielte sich Alex mit schwarz einen Sizilianer, sein Gegner ließ sich allerdings nicht auf scharfe Varianten mit d4 ein, sondern wählte einen ruhigeren Aufbau. Zarko konfrontierte seinen Gegner mit dem bewährten schottischen Gambit. Auf 4.Lc4 folgte 4…Le7 5.c3 Sf6? 6. e5 Se4 7. Ld5 Sg5?? ,wonach Zarko mit einer kleinen Kombination, welche der Leser sicher auch findet, bereits nach 20 Minuten mit Mehrfigur auf Gewinn stand. Thomas hatte es nicht ganz so leicht, doch war wie gewohnt absolut sattelfest in der Eröffnung und hatte mit der spanischen Eröffnung des Gegners keine Probleme. An Brett 5 wählte ich den Zwei-Springer-Aufbau gegen Französisch, objektiv etwas ungenau, aber praktisch doch recht vielversprechend. Robert führte an Brett 7 ebenfalls die weißen Steine und spielte gegen Skandinavisch einen Aufbau mit frühem b4 und Raumgewinn am Damenflügel. Andi spielte den beschleunigten Drachen im Sizilianer und kam nach frühem d5 auch angenehm aus der Eröffnung.

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Überraschenderweise endete die erste Partie bei dem jüngeren der Vuckovic-Brüder. Robert konnte durch eine Springergabel recht simpel eine Qualität gewinnen und ließ danach keine ernsthaften Chancen zu. Sein Gegner versuchte zwar noch einmal einen Angriff zu starten, doch dieser war eher eine Illusion, die Robert am Ende mit Mehrturm souverän verteidigte. 3:0 für uns.

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Kurz darauf vermeldete auch Zarko den Punktgewinn. Die bereits in der Eröffnung entschiedene Partie verwertete er sehr souverän und ohne Probleme. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen, außer dass wir bereits jetzt mit dem 4:0 einen Mannschaftspunkt sicher hatten!

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Den zweiten sicherte kurz darauf der Drittjüngste der mitspielenden Vuckovics. Alex‘ Gegner hatte die Stellung aus der Eröffnung heraus zwar souverän im Gleichgewicht halten können, überstürze dann aber eine Linienöffnung im Zentrum, die Alex taktische Möglichkeiten einbrachte. Da die Abwehr der Drohungen ebenfalls nicht gefunden wurde, gewann Alex mit einer netten Springergabel eine Qualität, aus der unverhofft ein ganzer Turm wurde, da der Gegner den offensichtlichen Schlagzug schlicht übersehen hatte. Dadurch endete die Partie recht abrupt, mit dem 5:0 bahnte sich ein Kantersieg an.

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Meine war als nächstes zu Ende, auch ich konnte einen ganzen Punkt beisteuern. Zwar hatte mein Gegner mit einem Mehrbauern im Zentrum und dem Läuferpaar strategische Vorteile, allerdings war ich bereits voll entwickelt und hatte mehr dynamische Möglichkeiten. Im frühen Mittelspiel bekam ich dann die Chance zu einem vielzügigen, taktischen Schlag mit Figurenopfer, für welchen ich aber zuerst ca. 20 Minuten Rechenarbeit investieren musste, um ihn funktionieren zu lassen. Sehr zu meiner Freude kam eine meiner berechneten Varianten genau so aufs Brett, bei der ich 9 Züge später ein klar gewonnenes Endspiel mit Turm und Bauer gegen Läufer hatte. Obwohl danach noch einige Züge gespielt wurden, änderte das nichts mehr am Ergebnis, 6:0 für uns.

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Wiederum wenig später war Thomas fertig. Mustergültig und fehlerfrei eroberte er das Läuferpaar, verbesserte nach und nach seine Stellung, aktivierte alle Figuren und gewann schließlich eine Figur und ein paar Züge später die Partie. Eine wirklich eindrucksvolle Partie, in der der Gegner nur zu Beginn aufgrund des Anzugsvorteils besser stand, ansonsten aber keine Chance hatte. 7:0 für uns.

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Somit war Andreas am längsten am Brett, hatte aber große Mühe gegen einen zäh verteidigenden Gegner Vorteile zu erzeugen. Obwohl Andi immer leicht besser stand, machte sein Gegner es ihm sehr schwierig und gerade als man im Endspiel den Eindruck bekommen konnte, dass die schwarzen Figuren immer aktiver werden, wickelte Weiß unter Bauernopfer geschickt in ein reines Turmendspiel mit 4 gegen 3 Bauern am Königsflügel ab. Natürlich versuchte Andi noch ein paar Ideen, doch recht schnell stellte sich heraus, dass ein Remis das gerechte Ergebnis der Partie war. Damit war das Endergebnis 7,5:0,5 und den Haunstettenern blieb ein Whitewash erspart.

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Fazit:

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Leider versprach der Mannschaftskampf schon vor dem Beginn wenig Spannung, da wir (obwohl Kevin, unser Garant für kampflose Punkte, 😉 nicht dabei war) mit einer kampflosen 2:0-Führung gegen eine zudem ersatzgeschwächte Mannschaft ins Spiel starteten. Allerdings muss es ja auch nicht spannend sein, souverän ist fast noch besser, und das war der Auftritt auf jeden Fall! Die Spitzenreiterposition ist auch gefestigt (siehe Ligamanager) und zusammen mit dem Sieg der Zweiten Mannschaft war der Sonntag sehr efolgreich.


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