Regionalliga Süd-West: Dillingen 1 – Schachfreunde Augsburg 1

Ein wichtiger Arbeitssieg

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Nachdem wir mit unserem Sieg am vergangenen Spieltag die Corona-Pause beendet hatten, ging es für unsere erste Mannschaft nur eine Woche später am Sonntag, dem 20.03. mit der nächsten Runde weiter. Da der Spielplan durch Corona ziemlich durcheinandergewürfelt wurde, mussten wir auch dieses mal wieder auswärts antreten, es ging zum SC Dillingen. Zusätzlich zu den mittlerweile bekannten Spielern Alex Colovic, Alex Vuckovic, Zarko, Thomas, Uli (mir), Adnan und Kevin kam an Brett 2 Dejan Stojanovski zu seinem Debüt für unsere Mannschaft – nochmal Herzlich willkommen!

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Pünktlich um 10:00 Uhr wurden die Partien eröffnet. An Brett 1 wurde Alex Colovic mit der Skandinavischen Eröffnung konfrontiert, welche ihn jedoch vor keine großen Probleme stellte. Dejan nahm bereits im 5. Zug ein Bauernopfer des Gegners an, eine dynamische Partie stand bevor! Auch Alex Vuckovic konnte früh einen Bauern gewinnen, allerdings vielmehr aufgrund eines taktischen Tricks anstatt eines Gambits, sodass die Stellung sehr früh sehr vielversprechend aussah. Zarkos Partie geriet durch den Einschub von 2…h5 3. h4 früh in eine etwas ungewöhnliche Richtung, bei der weiß im Zentrum etwas Raumvorteil hatte. Thomas konnte sich gegen eine Sizilianisch-Variante mit frühem e5 von Schwarz bereits in der Eröffnung das Läuferpaar sichern, die ausgetretenen Pfade der Theorie wurden jedoch noch von keinem der beiden Spieler verlassen. An Brett 6 bekam ich es mit dem geschlossenen Sizilianer zu tun, gegen welchen ich zwar objektiv solide Züge machte, mit meinem Aufbau aber doch nicht so recht zufrieden war. Anders als mein Gegner vertraute Adnan lieber dem offenen Sizilianer, gegen die Paulsen-Variante stürmte Adnan thematisch mit dem g-Bauern zum Angriff nach vorne. Kevin an Brett 8 kam ebenfalls sehr gut aus der Eröffnung und ließ den Gegner mit einem sehr traurigen Läufer auf b2 zurück.

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Im Gegensatz zum vorherigen Spieltag dauerte es diesmal weit über 2 Stunden bis zur ersten Entscheidung. Adnan erreichte gegen den lange unrochierten schwarzen König eine starke Angriffsstellung, während der weiße König am Damenflügel sehr sicher stand. Auch nach der schwarzen Rochade wusste sich Adnan zu helfen, zu dominant waren seine Figuren am Königsflügel postiert. Das Matt wollte sich der Gegner dann nicht mehr zeigen lassen, sehr druckvoll und stark gespielt, 1:0 für uns.

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Wenig später erhöhte Alex Colovic auf 2:0 für uns. Er hatte in einer leicht besseren Mittelspielstellung das Läuferpaar gewonnen. Bei der Abwicklung ins Endspiel unterlief dem Gegner dann ein Fehler der ihn einen Bauern kostete. Im anschließenden Damenendspiel mit Mehrbauern ließ Alex keine Zweifel am Ausgang der Partie oder Hoffnungen auf ein Dauerschach aufkommen, indem er einen zweiten Bauern gewann, was schwarz zur Aufgabe bewegte.

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In kurzer Zeitfolge endeten wenig später die Partien an den Brettern 2,4, 5 und 6. Dejan konnte seinen Mehrbauern aus der Eröffnung halten und schaffte es auch, die Damen zu tauschen. Wenige Ungenauigkeiten von Weiß reichten für Dejan, seine Stellung weiter zu konsolidieren. Es folgte eine zweites Bauernopfer des Gegners, welches ihm aber nur vorübergehende Aktivität einbrachte. Die Partie endete schließlich mit einer kleinen Taktik mit Zwischenzug, wodurch Dejan mit Figurentausch noch mehr Material gewinnen konnte. Eine sehr souveräne Partie und ein starker Einstand – 3:0 für uns!

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Meine Partie endete wenig später, leider nach langer Zeit mal wieder mit einer Niederlage. Im Mittelspiel hatte ich mein Gegner einen Bauern am Königsflügel geopfert und dadurch meinen König etwas exponiert. Nach dem Abtausch einiger Figuren wähnte ich mich in Sicherheit, doch leider war diese Einschätzung falsch. Bei jeweils nur noch Turm und Dame am Brett standen meine Figuren so unkoordiniert, dass mein König in einem Mattnetz gefangen war. Auch die Flucht nach vorne bis nach a2 blieb erfolglos, sodass ich wenige Züge später aufgeben musste. Immerhin noch 3:1 für uns.

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Ich sollte aber nicht der einzige aus dem 2001er-Jahrgang sein, der an diesem Tag ohne Punkt die Partie beendete. Auch Zarko musste sich erstmals in dieser Liga seinem stark spielenden Gegner geschlagen geben. Zwar hatte Zarko im Mittelspiel noch leichte Vorteile mit Mehrqualität gegen 2 Bauern, allerdings erwiesen sich das Läuferpaar sowie die beiden Zentrumsbauern als zu stark. Auch an aktives Gegenspiel war leider nicht zu denken, sodass Dillingen auf 2:3 aus ihrer Sicht verkürzte.

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Glücklicherweise konnte Thomas die Niederlagenserie stoppen. Am Damenflügel konnte er unter Bauernopfer einen Freibauern bilden, der bis nach b7 kam. Leider musste Thomas diesen abtauschen und blieb im Endspiel mit Minusbauer zurück. Allerdings waren alle Bauern am gleichen Flügel, sodass eine Niederlage nicht sehr wahrscheinlich war. Trotzdem hätte sein Gegner etwas mehr Gewinnversuche probieren können, stattdessen tauschte er früh die Damen und die Spieler einigten sich auf Remis. 3,5 : 2,5 für uns.

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Schließlich wurde Kevin die Ehre zuteil, den Mannschaftssieg zu besiegeln. Nach der starken Eröffnung war das Mittelspiel überraschend ausgeglichen, da die Stellung sehr geschlossen war. Nichtsdestotrotz konnte Kevin mit Raumvorteil risikolos weiterspielen, während Weiß zum Abwarten verdammt war. Überraschenderweise öffnete der Gegner dann den Königsflügel, was Kevin neue Chancen einräumte. Dadurch gewann schwarz einen Bauern, musste dabei allerdings in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern abwickeln. Dieses war zwar immer noch zu halten, allerdings verpasste Weiß die erforderliche genaue Fortsetzung, sodass Kevin am Ende seinen Mehrbauern samt aktiverer Stellung in einen vollen Zähler ummünzen konnte. 4,5:2,5 für uns.

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Die letzte Partie war die von Alex Vuckovic, von der man zurecht hätte denken können, sie würde als erste entschieden werden. Im Endeffekt kam die Gegnerin nach dem frühzeitigen Bauernverlust nie mehr richtig in die Partie, allerdings fand auch Alex nicht immer die energischste Fortsetzung. Trotzdem war der weiße Vorteil mittlerweile groß genug, sodass Alex die Partie am Ende ungefährdet für sich entscheiden konnte. Damit war der Endstand von 5,5:2,5 besiegelt.

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Fazit: Trotz Punktverlusten an den mittleren Brettern insgesamt ein verdienter Sieg, der uns einen wichtigen Schritt näher an die Landesliga bringt. Ein Blick in den Ligamanager bestätigt das.


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