Regionalliga Süd-West: Schachfreunde Augsburg 1 – SC Sendling 1

Den Aufstieg gesichert!

Zum Auftakt unserer kleinen Heimspielserie zum Saisonabschluss der Regionalliga, war am drittletzten Spieltag, am 15.5.22 um 10:00 Uhr, der SC Sendling in unserer Zitadelle zu Gast. Die Ausgangssituation hätte nicht viel besser sein können, da wir bisher keine Zweifel an der Mission Aufstieg hatten aufkommen lassen und mit 12:0 Mannschaftspunkten von der Spitze der Tabelle grüßten. Sollte uns heute ein Sieg gegen den nächsten Verfolger Sendling gelingen, und sollte der SC Haar nicht höher gewinnen als wir, wäre der Aufstieg bereits 2 Spieltage vor Schluss gesichert. Entsprechend motiviert war unser Team, bestehend aus Filip, Dejan, Alex Vuckovic, Zarko, Thomas, Uli (mir), Adnan und Arthur.

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Als pünktlich um 10 Uhr die Partien bei bestem Wetter eröffnet wurden, ging es auch gleich munter zur Sache. Filip wählte mit Schwarz die moderne Verteidigung, was sein Gegner mit einem Bauernvorstoß im Zentrum beantwortete. Dejan, der genau wie Filip sein erstes Heimspiel für uns bestreiten durfte, baute sich mit dem Londoner System auf. Alex Vuckovic, beflügelt vom Klassenerhalt seines VFB, entschied sich für die Taimanov-Variante im Sizilianer. Zarko beschloss an Brett 4 mit weiß, die Weichen früh in Richtung von nicht taktischen Positionen zu stellen und wählte den Abtauschfranzosen. Thomas hatte gänzlich andere Pläne, wie er mit dem Königsinder zu verstehen gab. Auch ich wollte meinen Gegner früh angreifen, und nachdem dieser einige Stolpersteine in der Eröffnung umgehen konnte, hatte ich immerhin Raumvorteil. Adnans Gegner tauschte im Spanier direkt seinen Läufer auf c6, und wenig später die Damen, sodass eine ruhigere, aber für Adnan keineswegs schlechtere Stellung entstand. Arthur an Brett 8 ging gegen den Sizilianer früh in eine Maroczy-Struktur über und hatte auf Kosten des weißfeldrigen Läufers eine angenehmere Stellung mit Raumvorteil und der besseren Bauernstruktur.

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Wie schon vor einer Woche fiel die erste Entscheidung bei Thomas für Thomas. Obwohl sein Gegner bestens vorbereitet war, fand unser (nicht nur) Fernschachexperte die besten Züge, um den weißen Vormarsch am Königsflüge zu verhindern und seinerseits den Damenflügel gegen den weißen König zu öffnen. Beim Versuch, die Stellung zu konsolidieren, übersah sein Gegner dann eine Nebendrohung, die Thomas nach 23 Zügen einen Figuren- und damit einen Punktgewinn bescherten. Sehr überzeugend gespielt, 1:0 für uns!

Brett 5 bei Thomas (schwarz): Endstellung nach 23….Lb5-+

Die zweite Partie die endete, obwohl mittlerweile schon viel Zeit vergangen war, war die von Dejan an Brett 2. Schwarz hatte sich im Zentrum Raumvorteil verschafft, was Dejan mit dem Bauernhebel f4 konterte. Dadurch öffnete sich die Stellung und der Gegner öffnete auf kreative Weise und unter Figurenopfer die Stellung um den weißen König herum, was im Endeffekt zu einem Dauerschach reichte. Dieses kam jedoch nicht mehr aufs Brett, die Spieler einigten sich auf Remis. 1.5:0.5 für uns.

Brett 2 bei Dejan (weiß): Endstellung nach 26….Dh1+ =

Als nächstes wurde Arthur fertig. Er konnte im Mittelspiel einen Bauern gewinnen, trotzdem war seine Stellung danach nicht einfach zu spielen. Die Partie mündete in ein Damenendspiel mit Springer gegen Läufer, und da Arthurs Figuren passiver waren als die des Gegners, musste er sich trotz seines Mehrbauers mit Remis zufrieden geben. Trotzdem solide, 2:1 für uns.

Brett 8 bei Arthur (weiß): Endstellung nach 39. Kh2 =

Kurz darauf war Adnan fertig und konnte einen ganzen Punkt beisteuern. Mit einem kleinen taktischen Trick war es ihm gelungen einen Bauern zu gewinnen und dabei in ein Doppelturmendspiel überzugehen. In diesem hatte er aufgrund von Mehrbauer, Raumvorteil und aktiveren Figuren dann nur noch wenig Mühe, die Stellung zu verwerten. Sehr stark gespielt, 3:1 für uns!

Brett 7 bei Adnan (schwarz): Stellung vor 30….Lxh3!-+

Das 4:1 steuerte unser gefühlter FM in einer typischen Zarko-Partie bei. Durch sehr überzeugendes positionelles Spiel gegen einen Isolani konnte er den Bauern schließlich gewinnen und ließ im Endspiel natürlich keine Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen. Schaut immer sehr einfach aus, ich kann aber aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es das nicht ist 😀

Brett 4 bei Zarko (weiß): Stellung mit vorbildlich blockiertem Isolani

Wenig später wurde ich fertig und konnte mit dem 5:1 den Mannschaftssieg eintüten. Die Mittelspielstellung war bei entgegengesetzten Rochaden recht kompliziert, was uns beiden als aggressive Spieler sehr gefiel. Letztendlich schlug sein Königsangriff nicht ganz durch, sodass ich mit einer Hand voll Mehrbauern aus den Abwicklungen hervorging. Im Endspiel hatte ich dann doppelt so viele Steine auf dem Feld wie mein Gegner, sodass dieser bald aufgab. Eine interessante Partie!

Brett 6 bei mir (Uli, weiß): Dynamische Mittlespielstellung

Die letzten beiden Partien waren die von Filip und Alex.  Filip verteidigte sich sehenswert mit seinem Läuferpaar auf g8 und g7 und konnte im Gegenangriff den weißen König entblößen. Mit Dame und Turm brachte er schließlich einen schönen Mattangriff aufs Brett! 6:1 für uns.

Brett 1 bei Filip (schwarz): Stellung nach 29…. Sxc3+!-+

Bei Alex schien die Stellung immer ziemlich ausgeglichen zu sein, allerdings in einer Art und Weise, dass Alex nach frühem Damentausch nicht viele eigene Chancen kreieren konnte.  Stattdessen machte es sein Gegner gut und die Partie endete nach knapp 40 Zügen sehr korrekt mit einem Remis. Endstand 6.5:1.5 für uns!

Brett 3 bei Alex (schwarz): Mittelspielstellung nach dem Damentausch =

Fazit: Mit einem erneuten souveränen Sieg wurde bereits am drittletzten Spieltag der AUFSTIEG!! eingetütet! Die letzten beiden Heimspiele können jetzt unsere Saison noch perfektionieren. Ein Blick auf den Ligamanager verspricht viel Freude.


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