Runde 7+8=15 Punkte
Runde 7: Die Bedeutung des Endspiels
Da die beiden Landesligaspieltage 7 und 8 gewisse Parallelen aufweisen, werden sie hier in einem gemeinsamen Bericht gewürdigt. Den Auftakt macht das Heimspiel am 5.3.23 gegen den MSA Zugzwang 2. Zusammen mit unserer Zweiten hatten wir an diesem Tag die Ehre eines Doppelheimspiels. Unser Team bestand aus Filip, Alex Colovic, Alex Vučković, Žarko, Vadim, mir (Uli), Adnan Abdic und Stefan.
Weiterlesen: 1.Mannschaft: Der Aufstieg ist perfekt!Der Auftakt war an diesem Tag mir vorbehalten. Gegen die seltene Aljechin-Eröffnung improvisierte ich sehr früh, profitierte aber wenig später von einem Bauernhebel im Zentrum, der mir sogar einen Figurengewinn einbrachte, 1-0

Die nächste Entscheidung fiel an Brett 8: Stefan konnte sich früh das Läuferpaar sichern und öffnete kurz darauf energisch den Königsflügel. Sein Angriff auf die entblößte Königsstellung brachte ihm schließlich eine Mehrqualität ein, welche er professionell in ein einfach gewonnenes Bauernendspiel verwandelte, 2-0

An Brett 1 teilten sich die beiden internationalen Meister die Punkte. Die Partie war stark von Umgruppierungen geprägt. Nach 28 Zügen war die Stellung immer noch sehr symmetrisch und keine Seite hatte große Gewinnchancen, sodass das Remis folgerichtig war, 2.5-0.5

Vadim steuerte an Brett 5 wieder einen vollen Punkt bei. Nachdem er relativ bequem aus der Eröffnung gekommen war, schien es im weiteren Verlauf, als könne sein Gegner die Stellung durch zahlreiche Figurenabtausche neutralisieren. Der Abtausch der letzten beiden Läufer war allerdings zu viel, das entstehende Bauernendspiel hatte Vadim besser eingeschätzt und konnte es überzeugend verwerten, 3.5-0.5

Auch Žarko brachte seinen Kontahenten im Endspiel zu Fall. Nach der von beiden Seiten soverän behandelten Eröffnung schienen die ungleichfarbigen Läufer die Remisbreite zu erhöhen. Allerdings durfte Žarko seinem Gegner einen wichtigen Bauern wegnehmen, 20 Züge später folgte ein Zweiter, sodass Schwarz am Ende nach 72 Zügen doch noch niedergerungen wurde, 4.5-0.5

Auch bei Alex Vučković war aus der von beiden Spielern solide geführten Eröffnung heraus nicht unbedingt klar, dass er seine Partie gewinnen würde. Zwar waren der schwarze Aufbau und die Figurenmanöver gefällig, aber die weiße Stellung bot keine Schwächen oder Einbruchsfelder. Das änderte sich kurz nach der Zeitkontrolle, als ein folgenschwerer Bauernvorstoß Alex‘ Springer doch noch ein wichtiges Feld und zusätzlich einen Mehrbauern verschaffte. Keine 10 Züge später war die Partie zu Ende, 5.5-0.5

Auch Adnans Partie an Brett 7 reihte sich in die Tehamtik an diesem Tag ein. Aus der von beiden Spielern solide geführten Eröffnung heraus nicht unbedingt klar, dass Adnan seine Partie gewinnen würde. Zwar waren der schwarze Aufbau und die Figurenmanöver gefällig, aber die weiße Stellung bot keine Schwächen oder Einbruchsfelder. Das änderte sich ein gutes Stück nach der Zeitkontrolle im Endspiel Springer gegen Läufer, als Weiß zu aggresiv spielen wollte und ein folgenschwerer Bauernvorstoß Adnan eine Springergabel und damit einen Mehrbauern verschaffte. Anstatt mit Minusbauern weiterzuspielen, ließ sich Weiß aber lieber die Umwandlungskombiantion zeigen, keine 10 Züge später war die Partie zu Ende, 6.5-0.5

Und auch die letzte verbleibende Partie von Alex Colovic an Brett 2 wurde im (scheinbar ausgeglichenen) Endspiel entschieden. Alex hatte bei gleichfarbigen Läufern den aktiveren König und schaffte es, seinen Doppelbauern am Königsflügel aufzulösen und dort einen Freibauern zu bilden. Einige Züge später konnte er seinen Gegner ausmanövrieren und einen Bauern am Damenflügel gewinnen, wonach die schwarze Stellung hoffnungslos war, 7.5-0.5

Fazit: Ein sehr starker Auftritt, und da an diesem Tag auch die Zweite mit einem überzeugenden 6.5-1.5-Sieg ihren Aufstieg klarmachte, war es ein rundum gelungener Spieltag!

Runde 8: Doppelt hält besser
Zwei Wochen später stand das Auswärtsspiel gegen den SC Rottal-Inn 1 an. Dort wurden wir durch Prominenz aus Württemberg verstärkt und traten mit Nikola, Filip, Alex Vučković, Žarko, Vadim, Thomas, mir (Uli) und Adnan Balic an.
In diesem Spiel markierte Žarko den Auftakt. In seinem sizilianischen Vierspringerspiel übersah sein Gegner eine klassiche Taktik, durch die Žarko einen Mehrbauern einstreichen und wenig später souverän den verirrten weißen König zur Strecke bringen konnte, 1-0

Anschließend wurde Thomas fertig. Er einigte sich früh mit seinem Gegner auf Remis nachdem sich beide c- und d-Bauern abgetauscht hatten und eine trockene Stellung entstand, 1.5-0.5

Nun durfte ich die Siegesserie wieder von Neuem starten. Dies gelang mir erneut verhältnismäßig früh, nachdem mein Gegner in der Eröffnung zu viel Zeit verschwendet hatte und infolgedessen alle meine Figuren beim Angriff auf den in der Mitte gebliebenen König eine Party feiern durften, 2.5-0.5

Vadim machte gegen die Philidor-Verteidigung von Beginn an Druck am Königsflügel und nachdem der Gegner die beiden g- und h-Bauern zu lange ignorierte, war der Durchbruch auf den schwarzen Feldern auch schon entscheidend. Ein schöner Start-Ziel-Sieg, 3.5-0.5

Den Mannschaftssieg und damit den Aufstieg machte Nikola klar. Gegen die französische Verteidigung ließ er zu keinem Zeitpunkt Gegenspiel aufkommen und konnte seine Stellung großmeisterlich Zug um Zug verbessern. Zum Zeitpunkt der Aufgabe hatte er nicht einmal Materialvorteil, aber der Unterschied in der Figurenaktivität war entscheidend genug, 4.5-0.5

Bei Adnan schien die Stellung nach der Caro-Kann-Verteidigung lange im Gleichgewicht zu sein, dieses wurde allerdings durch einen kleinen taktischen Schlag entscheidend zu unseren Gunsten gestört, als Adnan einen Bauern gewinnen konnte. Auf dem Meer der Verwertung umschiffte er die Klippen des Gegners gekonnt und sicherte so den nächsten Punkt, 5.5-0.5

Filip sicherte den nächsten Sieg. Durch energisches Spiel am Königsflügel erzeugte er viel Aktivität, was dazu führte, dass sein Gegner in Zeitnot fehlgriff. Ähnlich wie an Brett 1 endete die Partie mit ausgeglichenem Material, aber mit großen Koordinationsproblemen für den Rottaler, 6.5-0.5

Zuletzt mussten wir noch auf Alex warten. Er schaffte es im Mittelspiel unter Aufgabe des Läuferpaars die schwarze Bauernstellung zu zerschlagen und seine Figuren auf guten Feldern Stück für Stück zu verbessern. Nach einem Läuferabtausch hatte er den strategischen Vorteil der besseren Leichtfigur, welcher ihm letztlich zum Gewinn von 2 Bauern und Übergang ins Damenendspiel verhalf, was dann nur noch Formsache war. Endstand 7.5-0.5

Fazit: Das zweite 7.5-0.5 in Folge, erneut eine klasse Mannschaftsleistung für die wir uns frühzeitig mit dem Aufstieg belohnt haben! Dieser wurde auch vor Ort noch in einer Pizzeria gefeiert! Nun gilt es beim Heimspiel am letzten Spieltag, die erfolgreiche Saison gebührend abzuschließen. Wer bis hierhin gelesen hat freut sich auch sicher noch über den Anblick im Ligamanager.

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