Landesliga 4. Runde FC Bayern München 3 – Schachfreunde Augsburg 1

Das Spitzenspiel

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Am Sonntag, dem 11.12.22 stand für unsere Erste das Spitzenspiel gegen den großen FC Bayern München 3 auf dem Programm. Ich hatte als Münchener Student den kürzesten Anreiseweg, war als erster Spieler unserer Mannschaft am Spielort und durfte die Mannschaftsaufstellung abgeben, welche beim Heimverein großes Aufsehen erregte. Zum ersten Mal traten wir nämlich mit 3 Legionären – Luka, Filip und Alex Colovic – an, dazu die anderen 4 Spieler Alex Vuckovic, Zarko, Vadim und Thomas, sodass wir auf einen ELO-Schnitt von 2360 (!) kamen. Entsprechend gingen wir – nach kurzer Parkplatzsuche vollzählig – als klarer Favorit in die Begegnung mit dem bisherigen Angstgegner.

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Luka hatte an Brett 1 weiß und wählte den berüchtigten geschlossenen Sizilianer. Filip überließ seinem Gegner mit der Pirc-Verteidigung erstmal mehr Raum, während Alex Colovic sich in einer Schottischvariante mit Fianchetto des Königsläufer aufbaute. Der gefühlte Mannschaftsführer Alex Vuckovic musste gegen den Alapin-Sizilianer antreten, der gefühlte FM Zarko dagegen hatte mit Weiß die minimal schärfere Sveshnikov-Variante auf dem Brett. Vadims Gegner ging verzögert in eine Stonewall-Struktur über, solide, aber nichts vor dem man sich fürchten müsste. Thomas durfte sich gegen den Poulsen-Sizilianer beweisen und ich packte mal wieder meinen Holländer/Stonewall aus.

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Obwohl wie bereits beschrieben, der Holländer nichts ist, vor dem man sich fürchten musste, endete meine Partie nach ca. 2 Stunden als erstes mit einem Sieg. Durch eine zweifelhafte Entscheidung meines Gegners konnte ich seine Bauernstruktur schwächen und dazu meinen weißfeldrigen Läufer bestens positionieren (!), sodass sich Weiß veranlass sah, einen Bauern zu opfern. Eine weitere unglückliche Entscheidung später hatte ich auf einmal die aktiveren Figuren und einen Königsangriff sodass die Partie nach 22 Zügen schon zu Ende war, 1:0 für uns.

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Wenige Sekunden später endete die Partie an Brett 7 damit, dass Thomas das Remisangebot seines Gegners annahm. Die Stellung hatte nie wirklich die Remisbreite verlassen und trotz optischen Vorteilen, inklusive Läuferpaar, war das Ergebnis gerechtfertigt. Gewohnt quasi fehlerfrei gespielt, allerdings nur 1.5:0.5.

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Einige Zeit später fiel das 2.5:0.5 bei Luka. Den Ansturm am Königsflügel konnte Schwarz immer relativ gut unter Kontrolle halten, kurz vor der Zeitkontrolle profitierte Luka dann schließlich doch noch von einem taktischen Fehler des Gegners, den unser Spitzenbrett natürlich sofort ausnutze.

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Leider folgte daraufhin ein Dämpfer, Zarko verlor überraschend. Nach einem unorthodoxen Bauernopfer des Gegners gab Zarko bei guter Stellung eine Qualität ab, um den gegnerischen Angriff abzuwehren, allerdings war dieses Material letztendlich zu viel, da das weiße Gegenspiel nicht durchschlagen konnte. Im Endspiel fehlte es dem weißen König dann an Schutz. Schade, aber immer noch die Führung! #comebackstronger

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Und die konnte Filip kurz darauf wieder auf 2 Punkte ausbauen. Nach und nach gewann er am Damenflügel Raum, schaffte einen rückständigen Bauern beim Gegner, legte diesen fest, tauschte Figuren, brachte im Endspiel seinen König ins Spiel, gewann einen Bauern, tauschte ein Turmpaar und gewann die Partie. Klingt einfach und sah auch sehr professionell aus, ein Nachspielen lohnt sich!

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Den vierten Mannschaftspunkt sicherte Alex Vuckovic, der das Remis zum 4:2 beisteuerte. Er durfte seit der Eröffnung gegen den Isolani d4 spielen und hatte nach einigen Abtauschen auch den guten Springer gegen den schlechten Läufer. Allerdings sollte dieser strategische Vorteil nicht zum Sieg reichen, da der gegnerische Turm zu aktiv wurde. Trotzdem ein Spiel auf 2 Ergebnisse, was in Mannschaftskämpfen immer sehr beruhigend ist, also kein Grund zu hadern 🙂

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Die Entscheidung des Mannschaftskampfes durfte Vadim herbeiführen. Obwohl Weiß die Stellung am Königsflügel schließen konnte und nur die a-Linie offen war, schaffte Vadim es seinen Gegner auszutricksen und sich die Atemnot der weißen Figuren zu Nutze zu machen. Durch die schöne Kombination mit Läuferopfer und Angriffs- , Zugzwang- sowie Umwandlungsmotiven war der ganze Punkt auf jeden Fall verdient, 5:2 für uns.

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Alex Colovic besiegelte den Endstand zum 5.5:2.5. Trotz eines zwischendurch gesunden Mehrbauern konnte Alex zwar Stück für Stück seine Stellung verbessern, übersah im Endspiel allerdings eine taktische Möglichkeit des Gegners, sodass er ins Remis einlenken musste. Zwar etwas ärgerlich, aber bei so einem Mannschaftssieg kann man darüber hinwegsehen.

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Fazit: Der direkte Aufstieg in die Oberliga nimmt mehr und mehr Züge an, besonders nach diesem Sieg gegen den Angstgegner der vergangenen Spielzeiten. Die Tabellen, Statistiken und Partien finden sich wie gewohnt im Ligamanager wieder, ein Blick dorthin bereitet Freude. Ein (wesentlich pünktlicherer) Bericht aus Sicht der Münchener findet sich hier.


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