Saisonauftakt 1. Mannschaft (Besser spät als nie Teil 2)

1. Spieltag Roter Turm Altstadt – SF Augsburg 1

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Am Sonntag, dem 24.10.2021 stand für unsere erste Mannschaft der Saisonauftakt an. Unsere Gegner waren die Schachfreunde vom Roten Turm Altstadt aus dem Münchener Westen. In der Vorsaison gab es ein äußerst knappes Spiel mit einem etwas glücklichen 4,5:3,5-Sieg gab, wir waren also vorgewarnt. Dafür traten wir im Vergleich zum letzten Spiel verstärkt an, der Achter bestand aus Filip, Alex Colovic, Alex Vuckovic, Zarko, Thomas, mir (Uli), Adnan und Kevin, die zum Auswärtsspiel fuhren.

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An Brett 1 gab Filip Pancevski sein Debüt für uns. Mit den weißen Steinen durfte er sich mit der englischen Eröffnung gegen einen soliden Aufbau seines Gegners beweisen.

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Alex Colovic an Brett 2 sah seinen Sizilianer mit der Alapin-Variante konfrontiert. Es entstand schnell eine ausgeglichene Stellung, zudem konnte Alex mit seinem geringen Zeitverbrauch überzeugen.

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Alex Vuckovic minimalisierte seinen Anzugsvorteil in Form des Abtauschfranzosen. Durch den Aufbau mit frühem Df3 gepaart mit einer etwas unnatürlichen Entwicklung des Gegners war aber auch der Computer schnell wieder mit der entstehenden Stellung einverstanden.

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Zarko wählte gegen 1.d4 eine Art Dameninder mit Fianchetto des c8-Läufers und frühem c5, damit bekam er eine gut spielbare Stellung.

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Thomas spielte gegen eine Art Philidor-Eröffnung und fand sich dementsprechend mit Raumvorteil und aktiven Figuren einer soliden Stellung des Gegners ohne echte Schwächen gegenüber.

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Ich hatte mit Schwarz gegen den Katalanen keinen richtigen Plan für die Eröffnung, dementsprechend machte ich bei für diese Phase der Partie zu hohem Zeitverbrauch erstmal ein paar Standardzüge. Außerdem meinte ich dann, mich an Motive zu erinnern, wollte aber auch von den vermuteten Hauptvarianten abweichen,  vermischte wahrscheinlich 3 verschiedene Systeme und künstelte schon (objektiv zweifelhaft) nach 9 Zügen. Ein ganz normaler Tag also.

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Viel besser machte es Adnan an Brett 7. Er spielte eine scharfe Variante gegen den Sizilianer. Die resultierende dynamische Stellung mit Läuferpaar und schwarzem König auf e7 ließ auf jeden Fall Optimismus aufkommen.

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An Brett 8 sah sich Kevin, ein weiterer spielstarker, auf sein Debüt brennender Neuzugang, mit nichts konfrontiert, sein Gegner fehlte. Da dieser auch innerhalb der Karenzzeit von einer Stunde nach Spielbeginn nicht erscheinen konnte, musste Kevin leider sein erstes richtiges Spiel für uns vorerst vertagen. 1:0 kl. für uns.

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Eine der früheren Entscheidungen fiel bei Adnan. Sein Gegner hatte fast alle seiner Figuren vom Königsflügel abgezogen, genau dorthin allerdings seinen König sozusagen künstlich rochiert. Das nutze Adnan zu einem beeindruckenden Bauernsturm auf die Königsstellung, der glatt an die französische Revolution erinnerte. Schließlich konnte Adnan auf eindrucksvolle Art einen Springer opfern um dadurch den unglücklichen schwarzen Monarchen nach f6 auf den „Place de la Concorde“  zu zwingen. Mit dem letzten schönen stillen Zug Tde1 waren dann auch die Vorbereitungen der Guillotine abgeschlossen, aus dem Mattnetz gab es kein Entkommen mehr. Zurecht gab Schwarz hier auf, wirklich eine schöne Angriffspartie! 2:0 für uns.

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Auch Thomas‘ Partie endete früh, im Gegensatz zu den anderen beiden aber im Remis. Ohne dass einer der Spieler einen wirklichen Fehler gemacht hätte, neutralisierte sich die Stellung ziemlich schnell. Zum Ende hin versuchte Thomas nochmal ein Bauernopfer, dieses war aber positioneller Art, korrekt und konnte ihm auch keine Gewinnchancen mehr einräumen. Insgesamt ein sehr korrektes Remis, wie es sicher auch zwischen starken GMs hätte gespielt werden können. 2,5:0,5 für uns.

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Die nächste Partie, die beendet wurde, war soweit ich das im Blick hatte, meine eigene. Mein Gegner ließ ein paar Möglichkeiten zu einem interessanten und starken Angriff aus und gab stattdessen einen Bauern unter denkbar schlechten Umständen her. Wenig später tauschten sich einige Figuren vom Brett, wobei er abermals eine gute Fortsetzung verpasste und am Ende noch eine Qualität verlor, bzw. nicht zurückgewann. Das Endspiel war dann nicht mehr allzu schwer und ich konnte die Mannschaftsführung weiter ausbauen. 3,5:0,5 für uns.

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Etwa zeitgleich endeten auch die Partien von Familie Vuckovic. Nach dem frühen Damentausch bei Alex wähnte sich sein Gegner offenbar in zu großer Sicherheit, wenig später reichte eine Schwäche am Königsflügel allerdings schon dazu aus, dass Alex durch harmonisches Figurenspiel einen Bauern gewinnen konnte. Da die schwarzen Figuren dazu noch passiver und unkoordinierter standen als die Weißen, folgte auch bald darauf ein zweiter Mehrbauer für Alex und die Aufgabe des Gegners. Sehr stark gespielt, 4,5:0,5 für uns und damit der Mannschaftssieg!

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Eine ähnliche Strategie verfolgte Zarko. Er hatte eine leicht bessere Mittelspielstellung und konnte schließlich mit einem Damentausch in ein Leichtfigurenendspiel einlenken. Dadurch war die Stellung subjektiv im höheren Sinne gewonnen, wie Zarko dann auch eindrucksvoll unter Beweis stellte. Mit starker Endspieltechnik brachte er den Gegner nur 20 Züge nach dem Damentausch zur Aufgabe. 5,5:0,5 – ein Kantersieg bahnte sich an!

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Die Partien an den ersten beiden Brettern liefen am längsten. Nachdem Alex Colovic unter Abgabe des Läuferpaars einen Bauern gewinnen konnte, übersah er wenige Züge später einen taktischen Trick des Gegners und verlor dadurch eine Qualität. Das eigentlich nicht mehr zu haltende Endspiel machte sich sein Gegner aber immer schwerer, indem er zuerst die Springer tauschte, dann etwas verfrüht die Qualität zurückgab und im anfangs noch gewonnenen Bauernendspiel den falschen Plan wählte. Dadurch konnte sich Alex einen halben Punkt hart erkämpfen, stark zäh geblieben!

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Auch bei Filip an Brett 1 war es sehr zäh. Nachdem Filip im Mittelspiel einen Bauern für das Läuferpaar und einen Doppelbauern geopfert hatte, und später noch das letzte Turmpaar getauscht wurde, standen bei verbleibenden ungleichfarbigen Läufern und Damen alle Zeichen auf Remis. Allerdings war die schwarze Königsstellung etwas offener, sodass Filip noch einige Angriffsversuche unternehmen konnte. Und wie das dann manchmal so läuft, wenn eine Seite viele Züge lang immer verteidigen muss, machte Schwarz dann doch den entscheidenden Fehler, indem er einen Zug lang die Dame als Verteidigungsfigur zu weit vom König entfernte. Das nutzte Filip natürlich sofort gnadenlos aus und verwertete zum sehr überzeugenden 7:1- Sieg für uns!

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Fazit: Auch wenn nicht alles ganz perfekt lief, war es doch ein sehr überzeugender Auftaktsieg der unsere Aufstiegsambitionen klar untermauert.

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2. Spieltag SC Garching 3 – SF Augsburg 1

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Der zweite Spieltag war für den 14.11.2021 angesetzt worden, allerdings unter verschärften Corona-Auflagen. Es galt 2G (Geimpft, Genesen) anstatt 3G (Geimpft, Genesen, Getestet) wie beim ersten Spieltag. Dadurch hätten wir erhebliche Probleme gehabt, eine Mannschaft zusammenzubekommen. Das war aber gar nicht nötig gewesen, da unser Gegner Garching zwei Tage vor dem Mannschaftskampf schweren Herzens absagen musste. Auch ihr Team wurde durch die neuen Regeln etwas dezimiert, aber vor allem mussten Spieler in die höheren beiden Mannschaften aufrücken, die unglücklicherweise ebenfalls am gleichen Tag spielen mussten. Dadurch wurde diese Begegnung 8:0 kampflos für uns gewertet, wodurch unsere Tabellenführung natürlich nur gefestigt wurde. Mehr dazu im Ligamanager.

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3. Spieltag, Ausblick

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Der 3. Spieltag wurde komplett abgesagt und auf den Nachholtermin im Sommer 2022 verschoben. Ob es am übernächsten Wochenende normal weitergeht, ist auch noch unklar und wird erst kommende Woche entschieden.


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