Schwäbische Blitzeinzelmeisterschaft 2017

Licht und Schatten

 

 

Herrliches Wetter und die Nähe des Spiellokals veranlassten Robert, Zarko und mich, einen kurzen Spaziergang nach Kriegshaber zu machen, um dort die Bezirksblitzmeisterschaft mitzuspielen. Die frische Luft und die Aussicht auf ein großes Teilnehmerfeld ließen unsere Laune nach oben schnellen, weshalb die Enttäuschung umso größer darüber ausfiel, dass neben uns gerade einmal dreizehn weitere Schachspieler den Weg ins Pfarrheim der Heiligsten Dreifaltigkeit gefunden hatten.

 

Am für Schwaben zentral gelegenen Turnierort kann es nicht gelegen haben. Auch scheidet eine mangelhafte Organisation des Ausrichters aus, der bekanntermaßen Turniere gut auszurichten weiß und im vorliegenden Fall gar hervorragende Spielbedingungen aufzubieten wusste. Bliebe damit nur der Faktor Spieler, deren Beweggründe der Veranstaltung fernzubleiben, mir jedoch nicht bekannt sind.

 

Wie dem auch sei, letztlich ging die Meisterschaft in Rekordzeit über die Bühne und während die Jungs gut bis sehr gut abschnitten, errang ich einen gänzlich anderen Titel, nämlich den des „Meisters des Unvermögens“.

 

 

Einzelkritik:

 

– Robert:

 

Auf den ersten Blick mögen Roberts 3,5/15 mager erscheinen, doch waren sie das angesichts des Teilnehmerfeldes keineswegs. So berappelte er sich nach einem Kaltstart, vielleicht hätten wir im Vorfeld wenigstens ein wenig üben sollen, und holte anschließend nicht nur die Mehrzahl seiner Punkte, er stand zudem immer wieder äußerst aussichtsreich und hätte meines Erachtens mindestens zwei weitere Zähler verdient gehabt.

 

Aber das wird schon und beim nächsten Mal wird sich so mancher wundern, wenn er die Abschlusstabelle studiert und dabei unseren zähen Taktiker wesentlich weiter oben, als zunächst vermutet, entdeckt.

 

– Zarko:

 

Seine 11,5/15 spiegeln in keinster Weise jene Dominanz wider, die er zwischenzeitlich an den Tag gelegt hatte. Mit scheinbarer Leichtigkeit ging er durch die Reihen, womit er sich zeitweise eine Führung von mindestens einem Punkt erspielte und dabei quasi en passant dem späteren Turniersieger dessen einzige Niederlage des Tages zufügte.

 

Leider schien ihm gegen Ende etwas die Puste auszugehen, sodass er sich schlussendlich selber um die Früchte seines guten Spiels brachte, wobei natürlich seine Vizemeisterschaft und die damit einhergehende Qualifikation zur Bayerischen als Erfolg keineswegs geschmälert werden dürfen. Glückwunsch und weiter so.

 

– Aleksandar:

 

Ursprünglich war ich der Meinung, ich könne meine Form und Spielfreude von der Mannschaftsblitzmeisterschaft mitnehmen, doch gleich zu Beginn wurde mir schmerzlich vor Augen geführt, dass dem so nicht war, denn aus einer Gewinnstellung zu Beginn holte ich nur ein Remis heraus. Dennoch startete ich mit 4,5/5 und hätte wohl so fortgesetzt, wenn mich nicht ein sinnentleertes Über-die-Zeit-ziehen in einem für mich gar gewonnenen Turmendspiel komplett aus der Bahn geworfen hätte.

 

Danach lief nichts mehr zusammen, was sich unter anderem darin äußerte, dass ich gar mit Mehrturm nicht zu gewinnen in der Lage gewesen war, stattdessen zielstrebig in ein Dauerschach watschelte. 11,5/15 und der dritte Platz nach Wertung waren genau jenes Endergebnis, das ich in Anbetracht meiner Unfähigkeit verdiente.

 

Als Trost bleibt mir, dass es nur besser werden kann, denn schludriger mit der Chancenverwertung vermag wohl kaum jemand umzuspringen.

 

 

Fazit:

 

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass diese Meisterschaft einen wesentlich größeren Anklang finden wird, kann es doch nicht sein, dass mittlerweile etliche normale Blitzturniere besser besucht sind als unsere Bezirksmeisterschaft. Für uns Schachfreunde kann ich nur sagen, dass ich hoffe, dass wir in der nächsten Spielzeit nicht dermaßen eingespannt sein werden, sodass wir mit mindestens zehn Mann werden teilnehmen können.

 

Die Abschlusstabelle gibt es hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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