Deutsche U16-Mannschaftsmeisterschaft: Tag 1


Während in Augsburg das Weihnachtsopen des SK Kriegshaber anlief und im fernen Verden das Äquivalent in der U14 begann, wurden im badischen Walldorf die ersten beiden Runden der deutschen U16-Vereinsmeisterschaft ausgetragen. Unser Quintett, bestehend aus Zarko, Robert, Mehran, Paul und Elisha -im Laufe des Turniers wird auf den hinteren drei Brettern rotiert- war vor Ort vertreten, um die Vereinsehre zu verteidigen und unter Umständen nach den Sternen zu greifen. Am Ende des ersten Tages stehen ein Sieg und eine Niederlage, womit noch alle Möglichkeiten offen sind.


 

Runde 1: Ein guter Start


Die erste Hürde bildete die Auswahl der BSG Grün-Weiß Leipzig. Zarko tauschte früh die Damen ab und versuchte, im Endspiel sein Können unter Beweis zu stellen. Robert geriet unter Druck, konnte sich jedoch entlasten und ging zum Gegenangriff über. Mehrans Sizilianer wurde mit einer unorthodoxen Fortsetzung konfrontiert, worauf er reagierte, indem er viel Material abtauschte. Paul sprang seinen Gegner direkt mit einem Gambit an, schwächte seine Königsstellung und initiierte einen mächtigen Angriff.


Die erste Partie endete an Mehrans Brett. Es hatte sich nach einem Abtauschfest eine ausgeglichene Stellung herauskristallisiert, die jedoch keinem Spieler recht gefallen wollte, sodass man sich kurzerhand nach dem 20. Zug auf Remis einigte. In der Zwischenzeit hatte Zarko in seinem Endspiel die Initiative ergriffen, einen Bauern gewonnen und stand nun klar besser, Roberts Angriff hatte sich etwas verflacht, und auch Pauls Angriff sah nun nicht mehr so bedrohlich aus, sodass er einfach nur mit einem Minusbauern stand.


Letzteres stellte sich jedoch nicht als langfristiges Problem heraus, denn Pauls Gegner stellte kurz darauf eine Qualität ein und geriet in eine sehenswerte Kombination, wodurch er siebenzügig mattgesetzt wurde. Bei Robert indes war die Stellung nach einigem Hin und Her etwa ausgeglichen, jedoch sah sein Gegner keine gute Fortsetzung und nahm daher das Remisangebot an.


Zarko spielte das gewonnene Endspiel souverän fertig und gewann dank eines weit vorgerückten Freibauern, womit der Endstand von 3:1 feststand.

 

Runde 2: Ein leichter Dämpfer


In der zweiten Runde warteten nun die Titelmitfavoriten vom Hamburger SK. Zarko griff den Sizilianer des starken Luis Engel aggressiv an, während Mehran, der an das zweite Brett vorgerückt war, es mit einem Franzosen ruhig angehen ließ. Paul wurde überrascht, indem sein Gegner nicht die in der Vorbereitung besprochene Variante spielte, wobei er mit dem ihm unvertrauten Stellungstyp doch gut umging. Elisha geriet im Drachen schnell unter Druck und verlor einen Bauern.


Zarko nutzte nun eine Ungenauigkeit seines Gegners geschickt aus und übte mit den Springern gewaltigen Druck aus, kurz darauf gewann er forciert eine Qualität. Bei Mehran sah es leider nicht so rosig aus, denn er kannte ein Motiv nicht, welches in seinem spezifischen Stellungstyp von Bedeutung war, und geriet in einen gefährlichen Angriff. Paul hatte sich unterdessen einen leichten Vorteil erarbeitet und schien die Lage unter Kontrolle zu haben. Elisha hatte sich ein wenig befreien können, musste aber weiterhin auf der Hut bleiben.


Leider konnten die Hamburger den ersten Punkt für sich eintragen. Elisha war dem Druck nicht gewachsten, denn auch wenn es ihm gelang, das Schlimmste abzuwenden, hatte sein Gegner im Verlauf zwei verbundene Freibauern erhalten, die bald die Partie entschieden.


Der nächste Zähler ging jedoch auf das Konto der Schachfreunde: Zarko hatte seine Partie so sauber zu Ende gespielt wie begonnen und ließ dem Kontrahenten keine Chance. Einfach nur gut!


Mehrans Stellung, die zwischenzeitlich sehr instabil ausgesehen hatte, war inzwischen dank starker Auffangarbeit wieder spielbar. Leider hatte Mehran ausgerechnet jetzt, nachdem er die ganze Partie über stark gespielt hatte, einen Aussetzer, der nach einem Turmopfer sofort zur Aufgabe führte. Schade, denn hier wäre vielleicht ein halber Punkt drin gewesen.


Nun ruhte alle Hoffnung auf Paul, der sich inzwischen in einem Damenendspiel mit Mehrbauern befand, welches mit optimaler Technik vielleicht gewonnen war. Doch auch Paul, der sich eine solche Stellung aus einer ihm unbekannten Variante erkämpfte, hatte einen Aussetzer, der ihn einen wichtigen Freibauern kostete, und konnte sich in der resultierenden Stellung nicht mehr gegen ein Dauerschach verteidigen. Daher stimmte er dem Remisangebot zu und besiegelte die 2,5-1,5 Niederlage.

 

Zwischenfazit:


Auch wenn man sich nach zwei Runden mit zwei Mannschaftspunkten „nur“ im Mittelfeld befindet (es handelt sich immerhin um eine Bundesmeisterschaft!), stehen noch alle Optionen offen, besonders da sich die Niederlage gegen ein Favoritenteam ereignete und durchaus anders hätte verlaufen können. Morgen wartet in der dritten Runde mit dem SK Bebenhausen eine weitere anspruchsvolle, aber hoffentlich machbare Aufgabe.


Alle Tabellen, Spielpläne, Infos zum Turnier sowie die gespielten Partien findet ihr hier. Viel Spaß!

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