Topspiel und The Eminem Show

Sonntag, 18.01.2026, absolutes Spitzenspiel in der Oberliga zwischen den beiden verlustpunktfreien Mannschaften Garching 2 und Schachfreunde 1. Als Vorbereitung auf der Anreise wurde fleißig das legenäre Album „The Eminem Show“ gehört, das sich aus diesem Grund als roter Faden durch den Bericht zieht, also Curtains up für das Topspiel! Leider mussten wir kurzfristig umplanen und konnten nicht mit M.M. selbst aka Martin Michaelis antreten, trotzdem war unser Team aus Nikola, Zarko, Alex Colovic, Vadim, Alex Vuckovic, mir (Uli) , Ron und Alex Rempel natürlich sehr schlagkräftig!

Brett 4, Vadim: Business as usual

Vadims Partie endete als erstes. Wer ihn kennt, weiß um sein extrem solides Repertoire, was er einmal mehr unter Beweis stellte. Aus der spanischen Eröffnung heraus kam ein Abspiel der Berliner Verteidigung (und nicht etwa des Marshall Angriffs) aufs Brett, beide Spieler kannten sich aus, es kam zu einigen Abtauschen und wegen der ungleichfarbigen Läufer einigten sich beide Spieler auf Remis. Vadim muss damit zwar seinen ersten halben Saisonpunkt abgeben, aber 99% Genauigkeit („You ain’t even impressed no more, you’re used to it“) sind trotzdem fast Business as usual für unseren Toppunkter, 0.5-0.5

Brett 4 bei Vadim, Endstellung nach 22.Dxf6=

Brett 8, Alex Rempel: Square Dance zum Remis Teil 1

Alex Rempel feierte ein gelungenes Saisondebüt in der ersten Mannschaft. Gegen seinen immerhin nominell stärkeren Gegner hatte er mit dem Nimzo-Inder objektiv wenig Probleme, selbst als der Gegner unter Bauernopfer einen Angriff gegen den schwarzen König vorbereitete. Lediglich auf der Uhr war Alex immer etwas im Hintertreffen, und da die Stellung etwas schwierig zu spielen werden drohte, traf Alex die Entscheidung die Züge zu wiederholen. Auch wenn er sich im Nachhinein beim Blick auf die Computerbewertung etwas ärgerte, aus praktischer und mannschaftstaktischer Sicht auf jeden Fall eine gute Entscheidung. 1-1

Brett 8, Stellung bei Alex Rempel, hier wurden mit Db1 Da2, Dc2 Db3= die Züge wiederholt

Brett 3, Alex Colovic: Square Dance zum Remis Teil 2

Auch Alex Colovic’s Partie endete mit einer Zugwiederholung im Remis. Nach einem frühen Tausch auf d5 baute Alex Gegner etwas verzögert eine Art Stonewall auf und richtete alles gegen Alex Plan mit f3 und e4. Alex musste seinerseits kein Gegenspiel befürchten, konnte aber auch keine Schwächen kreieren und so wurden kurz vor der Zeitkontrolle auch hier folgerichtig die Züge wiederholt, 1.5-1.5

Brett 3 bei Alex Colovic, Zugwiederholung mit Ta2 Dc7, Ta1 Dd7=

Brett 7, Ron: Without me

Ron musste etwas später leider seine erste Niederlage einstecken. Die Partie begann ausgeglichen, im Mittelspiel hatte Ron dann einen extra Flügelbauern gegen einen extra Zentrumsbauern, dynamisches Potential war also vorhanden. Leider wurden im weiteren Verlauf die schwarzen Figuren zu aktiv und Ron hatte alle Mühe ein entscheidendes Eindringen zu verhindern. Kurz vor der Zeitkontrolle war es dann leider doch so weit, und Dame und Turm waren zu viel gegen den offenen weißen König. Trotzdem keine schlechte Partie, die Brettpunkte holten wir dann aber aus Rons Sicht „ohne ihn“, was ihm hier jedoch einen der besten Songs als Überschrift einbringt 😉 1.5-2.5

Brett 7, Endstellung bei Ron nach 40…De4+-+

Brett 1, Nikola: Superman

Der Rückstand währte glücklicherweise nur kurz, da Nikola an Brett 1 seinen weißen Anzugsvorteil vervielfachen und den ganzen Punkt einfahren konnte. Gegen den Najdorf-Sizilianer behielt er einen kühlen Kopf und aus der Eröffnung heraus immer etwas Raumvorteil am Damenflügel. Schritt für Schritt wurde dann der Druck gegen den schwarzen a-Bauern erhöht, bis dieser gewonnen wurde. Bei der Verwertung half unter anderem das Läuferpaar mit, das in der Endstellung die schwarzen Figuren dominierte. Super Partie und das wichtige 2.5-2.5

Brett 1 bei Nikola, Endstellung nach 44.Lg5+-

Brett 6, Uli: When the music stops

…ist die Anreise vorbei und die Partie geht los. In der Eröffnung sah ich mich mit einem Katalanen konfrontiert wie José Mourinho zu besten El Clásico Zeiten. Glücklicherweise ging ich nicht nach 90 Minuten krachend unter, ich musste zwar etwas freestylen aber ein früher Figurenabtausch erleichterte mir das Unterfangen. Auch im Mittelspiel tauschte sich einiges ab, beim Übergang ins Endspiel hatte ich dann kurz Gewinnillusionen allerdings gab es keine derartige Möglichkeit und mein Gegner und ich einigten uns auf Remis, 3-3

Brett 6 bei Uli, Endstellung nach 47.Lg6=

Brett 2, Zarko: Soldier

Die mit Abstand längsten Partien wurden an diesem Tag von Team Vuckovic bestritten. Den Anfang machte Zarko, dessen Partie nach knapp 5 Stunden mit Remis endete. Zarko hatte die Partie im Nimzo-Inder eigentlich gut im Griff, bis der Gegner einen Fehler geschickt ausnutzen, und einen Bauern gewinnen konnte. Von da an hieß es leiden und ums Remis kämpfen. Es entstand ein Endspiel mit 4 vs. 2 Bauern am Königsfügel und Freibauer für Zarko am Damenflügel. Zwischendurch war die Stellung objektiv gewonnen, nach einem falsch gewählten Vorstoß hatte Zarko den Fuß aber wieder komplett in der Tür und das letztendliche Remis nach knapp 90 Zügen fühlte sich dann doch eher wie ein Sieg an, 3.5-3.5

Brett 2 bei Zarko, Endstellung nach 88…Ta3+=

Brett 5, Alex Vuckovic: Till I collapse

Bzw. eher „Till she collapses“, denn nach knapp 5 Stunden 40 Minuten war es soweit und Alex Gegnerin musste die Waffen strecken. In einer epischen Partie sah es früh so aus, als würde Alex jeden Moment gewinnen, weil er irgendwie mit dem geschlossenen Sizilianer am Damenflügel, im Zentrum und am Königsflügel vorgestoßen war und letzteren erfolgreich geöffnet hatte, während seine Gegnerin nach etwa 20 Zügen nur noch auf Inkrement spielte. Das wäre allerdings antiklimaktisch gewesen, und der Vorteil wurde immer geringer. Schließlich entstand ein Endspiel mit Turm + Bauer gegen Doppelbauer + Läufer, das dann wieder Remis war. Weit nach dem 40, Zug als beide Seiten im Inkrement waren gab es nochmal eine verpasste Gewinnidee, dann einen Bauertausch und alles sah nach dem dritten „Square Dance“ Remis bei einem Alex an diesem Tag aus, da eigentlich gegen den schwarzen Aufbau kein Fortschritt mehr denkbar war. Aber anscheinend hatte Caissa an diesem Tag doch ein Einsehen mit Alex und nach 25 Zügen des Manövrierens griff seine Gegnerin fehl, in der Annahme die Stellung weiter vereinfachen zu können. Ein entscheidendes Zwischenschach aber durchkreuzte diesen Plan, Alex gewann einen Bauern und der Rest war Formsache. Nach 106 Zügen das unglaublich wichtige 4.5-3.5

Brett 5 bei Alex Vuckovic. Es folgte 85.Ke2 c2? Wie gelang Alex dann der Sieg?

Fazit:

Curtains close, Ein extrem wichtiger Sieg im Aufstiegsrennen! Weiter gehts am 08.02. mit dem nächsten Topspiel, diesmal zu Hause gegen den SC NT Nürnberg, kommt gerne vorbei! Und hört das Album an, besonders beim Onlineschach.

Ergebnisüberblick
Tabelle nach Spieltag 5 von 9

(Beitragsbild:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/TES_Simplified_Cover_-_Eminem.svg, Attribution:Germenfer, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)


Kommentare

2 Antworten zu „Topspiel und The Eminem Show“

    1. Avatar von Uli Weller
      Uli Weller

      Ehrenmann, jetzt darfst du nachziehen mit dem Bericht von der Zweiten 🙂

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